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Kritiken
A Fisherman's Tale

A Fisherman's Tale

Seebären und Landratten werden in diesem teilweise paradoxen VR-Abenteuer gleichermaßen nasse Füße bekommen.

Das tolle an Computerspielen ist, dass sie Unglaubliches nicht nur erzählen können, sondern sogar erlebbar machen - und Virtual Reality treibt die Intensität dieser Erlebnisse noch auf die Spitze. Entwickler Innerspace VR schickt die Spieler in Zusammenarbeit mit dem TV-Sender Arte nun auf einen ganz besonderen Trip.

A Fisherman's Tale beginnt mit der ganz banalen Szene, dass die Hauptfigur sich die Zähne putzt, wobei sich der Spieler selbst im Spiegel sieht - als grob geschnitzte Holzpuppe eines Seemannes. Eine freundliche Sprecherstimme erklärt uns die Hintergründe der Geschichte, und das wahlweise auf Deutsch, Französisch oder Englisch, wobei in letzterem Fall alle Stimmen einen auf die Dauer etwas anstrengenden französischen Akzent haben.

Jedenfalls lebt unser hölzerner Seemann in einem Leuchtturmhaus, das als höchst akkurates Miniatur-Modell auch auf seinem Wohnzimmertisch steht. Als ein Sturm aufzieht und er das Leuchtfeuer entfachen muss, um in Seenot geratenen Fischern den Weg ans Festland zu weisen, gibt es jedoch Probleme: Alle Türen sind verschlossen und auch andere Widrigkeiten wollen gelöst werden. Dazu betätigen wir uns in der typischen VR-Adventure-Manier, indem wir uns durch die Gegend teleportieren, alles in die Hand nehmen, was nicht niet- und nagelfest ist, alle Schubladen und Schränke öffnen und ein bisschen im Leben eines fremden (Holz-)Menschen randalieren.

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Der besondere Clou bei Fisherman's Tale liegt darin, dass der Blick aus dem Fenster zeigt, dass sich das Haus der Holzfigur, genau wie das Modell auf seinem Tisch, ebenfalls in einem identischen Haus befindet, das entsprechend proportional vergrößert ist. So drehen sich viele Puzzles um Vergrößerung und Verkleinerung von Objekten, indem wir mit den unterschiedlichen Dimensionen des Leuchtturmhauses interagieren. Dabei kommt es auch zu einigen Kontakten mit tierischen Meeresbewohnern sowie einem echten Seemann und einer Vaterfigur.

Hier entspinnen sich dann die philosophischen Untertöne dieses Adventures, die durchaus nach der Beendigung aller Puzzles zum Nachdenken anregen. Dummerweise dauert es nicht sehr lang, bis man an diesem Punkt angekommen ist - wie bei vielen VR-Spielen ist man auch mit A Fisherman's Tale nur etwa zwei Stunden beschäftigt, um die Hauptgeschichte zu beenden. Dank der (abschaltbaren) Tipps der Erzählerstimme bleibt man eigentlich bei keinem Puzzle länger hängen und freut sich über die vielen originellen Einfälle. Trotzdem ist die Spielzeit kurz, ein gewisser Wiederspielwert besteht immerhin darin, in jedem der Kapitel die drei versteckten Perlen zu finden sowie die Bedingungen für einige ausgefallene Achievements beziehungsweise Trophies zu erfüllen.

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Insgesamt ist A Fisherman's Tale ein wirklich schön gestaltetes und erzähltes Adventure, das allerdings durch seine kurze Spielzeit wieder einmal den Eindruck erweckt, nur wenig mehr als ein Appetithappen zu sein. Eigentlich spricht ja nichts dagegen, auch einfach mal kürzere Spiele auf sich wirken zu lassen, so wie es im Filmbereich die Kurzfilme gibt. Trotzdem ist es schade, schon den Abspann zu sehen, wenn man sich gefühlt gerade erst in die Spielewelt eingefunden hat. Dennoch ist das Gebotene eine in sich geschlossene Erfahrung, die sich elegant und intuitiv bedienen lässt - jedenfalls auf dem PC.

Bei der PSVR-Version kann man im direkten Vergleich nur wieder einmal feststellen, dass die Move-Controller einfach nicht wirklich geeignet für solche Titel sind. Das Tracking ist einfach zu ungenau und die kleinen Knöpfe neben der Daumentaste sind ehrlich gesagt eine Katastrophe. Jedes Spiel, das deren Nutzung voraussetzt, und dazu gehört auch A Fisherman's Tale, spielen sich einfach verkrampft. Bei solchen „Roomscale"-Titeln hat man einfach das Gefühl, irgendwie behindert und eingeschränkt zu sein. Der Kampf mit dem Controller steht im Zentrum des Geschehens, wogegen man auf dem PC dessen Vorhandensein sofort vergisst, weil alles so intuitiv abläuft. Das ist wirklich schade und wer die Wahl hat, sollte A Fisherman's Tale deswegen auf jeden Fall auf dem PC anspielen.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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Schöne Atmosphäre, interessante Größen-Spielereien
-
Kurze Spielzeit, hakelige Bedienung der PSVR-Version
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