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Battlefield 1

Battlefield 1

Wir haben Battlefield 1 in London erstmals angespielt. Das Actionspiel im Ersten Weltkrieg sieht irre gut aus - Angst vorm Krieg zu haben ist hier aber nicht besonders hilfreich.

  • Paul Davies

Lasst mich mit einer kleinen Anekdote beginnen: Der Sound an meiner Demo-Station von Battlefield 1 hat nicht funktioniert. Ich hätte es dabei belassen können, aber ich liebe den Sound bei Games, also erhob ich meine Hand. Die Geschwindigkeit, mit der ich zu einem funktionierender Station geführt wurde, war verblüffend. Der DICE-Mitarbeiter sah bedrückt aus. Mit dem vollen Sound des Ersten Weltkriegs in meinem Kopf, verstand ich auch wieso. Der Sound spielt in Battlefield 1 eine wichtige Rolle dabei, einem so richtig Angst einzujagen.

Battlefield 1 verzeiht nichts. Es ist erschütternd. Es ist... nun ja, verdammt schwer am Leben zu bleiben oder wenigstens ein paar Gegner mitzunehmen. Andererseits ist es völlig klar, was meine Rolle ist und der taktische Aspekt der Waffen und Fahrzeuge unterstützt das. Wenn eine der Aufgaben von Battlefield 1 ist zu zeigen, was für ein schreckliches Ringen der Erste Weltkrieg war, dann ist das gelungen. Mehr als je zuvor braucht man die Unterstützung seiner Kameraden.

Battlefield 1Battlefield 1
Die Notwendigkeit, dem Feind Auge in Auge gegenüberzustehen, wird schnell offensichtlich.

Das Highlight der Demo war der Behemoth - ein gigantisches Luftschiff. Man kann auf die Steuerung schauen und zwischen Schützen und Bomber wechseln. Es war damals das Nonplusultra, wäre aber in jedem modernen Krieg so gut wie nutzlos. Wenn die Schlacht unter einem in Nebel verschwindet, lassen sich keine Ziele mehr ausmachen (es gab im Ersten Weltkrieg keine optischen Zielhilfen) - also verschwindet man dann besser.

Jede Hoffnung zu verlieren, ist nicht heldenhaft. Und bei der Nachbildung der Schlacht bei Saint-Quentin, Deutschlands Hindenburg-Verteidigungslinie, ist Mut der einzige Weg. Es war ein Eroberungsmatch mit fünf Squads gegen fünf andere. Keine Hoffnung auf Koordination, aber eine gute Gelegenheit, mit den Waffen und Fahrzeugen zu experimentieren. Ich fange mit der Assault-Klasse an und versuche, eine gegnerische Windmühle einzunehmen. Die Notwendigkeit, dem Feind Auge in Auge gegenüberzustehen, wird schnell offensichtlich. Selbst gegen mein halbwegs automatisches Gewehr können die Gegner noch problemlos in Sicherheit tänzeln. Selbst mit kontrollierten Feuerstößen sind Kopfschüsse nicht garantiert. Multiple Abschüsse aus dem Lauf werden in Battlefield wohl eher eine Seltenheit sein, dafür ist ein einzelner Abschuss ein echter Triumph. Man muss nur den richtigen Moment abpassen.

Die verrückte Ausrüstung zieht vielleicht mehr Aufmerksamkeit auf einen, als einem lieb ist. Daher ist es gut möglich, dass die Scout-Klasse vielleicht einen einfachere Einstieg erlaubt. Die Suche nach Deckung, etwa in einem der vielen Krater auf dem Schlachtfeld, vermittelt einem die fantastische HD-Präsentation von Battlefield 1 und einen lebensnahen Eindruck der Kämpfe. Feinde, die sich hinter zerstörten Gebäuden verstecken, sind einfach auszumachen. Aber das Zielen mit einem Bolzengewehr ist wesentlich schwerer als mit der M39. Erfolg fühlt sich wirklich maßgeblich an.

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Die Brutalität macht Battlefield 1 einzigartig und hat eine düstere Anziehungskraft.

Da mein Team nicht wirklich an Zusammenarbeit interessiert ist und nur noch wenig Demo-Zeit übrig ist, nutze ich die Gelegenheit, um die Panzer und gepanzerten Fahrzeuge etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Und mit einem 28 Tonnen schweren Mark I durch steinerne Gebäude zu brechen und dabei die Umgebung mit fetten Granattreffern zu beharken, war einfach ohrenbetäubend. Mit dem Maschinengewehr aus einem mir unbekannten gepanzerten Fahrzeug zu feuern fühlt sich brenzlig wie die Hölle an.

Battlefield 1 gewinnt mit seinem gesamten Ausmaß, nicht nur mit seiner schieren Größe. Es gibt Feinheiten beim Meistern der nach modernen Standards bizarren Unterstützungswaffen und den sehr unmittelbaren Infantriegefechten. Ich weiß nicht, wie viel Power die PC-Spielstation mit der leuchtenden Tastatur und dem rasiermesserscharfen Monitor hatte, aber die reichhaltige Optik bot genug Informationen, um als vor Angst erstarrtes menschliches Wesen zu überleben.

Es gibt subtile Gameplay-Hilfen wie das Aufblitzen von Scharfschützengewehren und eine angenehm schneller Zoom, bei dem man nicht so schnell die Orientierung verliert. Die Brutalität macht Battlefield 1 dennoch einzigartig und hat eine düstere Anziehungskraft. Während Titanfall 2 für schnelle Action sorgt und Blizzards Overwatch ein lustiger Spaß für die ganze Familie ist, könnte Battlefield 1 einen echt zum Videospielsoldaten machen.

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KRITIK. Von Oliver Thulin

Wir haben bei DICE bereits die Kampagne und eine ganze Weile Multiplayer gezockt und trauen uns mit einer Wertung zum Battlefield im Ersten Weltkrieg aus der Deckung.



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