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Kritiken
Battlefield 1943

Battlefield 1943

Petter Hegevall hat einige Tage mit der abgespeckten Mini-Battlefield-Version von Digital Illusions verbracht. Er fühlt sich nicht nur von schreienden Japanern mit lustigen Kappen gut unterhalten.

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Battlefield 2 habe ich nie viel gespielt. Ich war ganz einfach zu schlecht. Das gleiche gilt für Battlefield 2142, das ich nur flüchtig ausprobiert habe. Ich mag es, draufzukloppen, wenn ich Multiplayer spiele. Ich mag Action mit Arcade-Charakter, die einem simple Fehler verzeiht und bei der die Physik und die Spielregeln den Gesetzen der Realität trotzen. Quake III, Unreal Tournament, Marathon 2, Half-Life Deathmatch und Halo 2. Lieblinge, mit denen ich verdammt viel Zeit verbrachte.

Battlefield 1942 war in vielen Punkten bahnbrechend, als es nach einer langen, mit Problemen gespickten Entwicklungsphase im September 2002 endlich herauskam. Das Thema Zweiter Weltkrieg interessierte mich zwar ebenso wenig wie die umfangreichen Möglichkeiten der fahrzeugbasierten Kriegsführung - ich blieb aber trotzdem drauf hängen. Und zwar schnell. Battlefield 1942, Battlefield: Bad Company und Battlefield: Modern Combat sind die drei Battlefield-Spiele, die ich im Multiplayer bis aufs Äußerste gezockt habe. Battlefield 1942 war mit Abstand das Beste. Deswegen war es sehr spannend, auf das alte Schlachtfeld von Digital Illusions in einem völlig neuen Gewand zurückzukehren.

Battlefield 1943 ist zusammen mit Titeln wie Wipeout HD und Grand Theft Auto IV: Lost and Damned ein hervorragender Beweis dafür, wie sich Downloadgames für Konsolen weiterentwickelt haben. Zu Beginn haben wir viel Geld für einfache 2D-Spiele bezahlt, während wir heute, ein paar ereignisreiche Jahre später, ein aufwändiges Battlefield-Spiel für lausige 15 Euro kaufen, es fix per Internet downloaden und dann erfreuliche Kämpfe mit bis 24 Spielern genießen können. Das Ganze hat einen gefühlt gleich hohen Produktionswert wie jedes andere Actionspiel für 75 Euro.

Battlefield 1943 ist im Grunde ein losgelöster Nachfolger von Battlefield 1942. Hier sind es nicht die Nazis, die gegen die Alliierten kämpfen, sondern Japan gegen die USA in der Schlacht um die Südsee. Es gibt anfangs nur drei Karten in Battlefield 1943 und nur einen Spielmodus (Conquest). Hört sich geizig an? Ist es aber absolut nicht. Die Einfachheit, die darin liegt, die Geografie von nur drei Leveln pauken zu müssen, und die Selbstverständlichkeit der Regeln von nur einem Spielmodus sorgen für eine flache und direkte Lernkurve. Und das tut einem Online-Multiplayer immer gut.

Im Modus Conquest geht es um fünf strategische Orte, die unser Team (USA oder Japan, je nachdem, ob wir lieber Helm oder khakibraune Kappen tragen wollen) für sich einnehmen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Es gibt in üblicher Battlefield-Manier drei verschiedene Klassen, zwischen denen wir wählen (Späher, Scharfschütze oder Infanterist). Jedes Mal, wenn wir sterben, dürfen wir eine andere Klasse auswählen. Alle, die schon mal ein Battlefield-Spiel gespielt haben, werden sich nach ein paar Sekunden wie zu Hause fühlen. Digital Illusions hat außerdem alle Wahlmöglichkeiten und Bewertungsoptionen im Spiel reibungslos und pädagogisch gestaltet.

Wie immer gibt es eine Menge Fahrzeuge, die in den drei Levels von Battlefield 1943 verteilt sind. Alle, die mit den Battlefield-Spielen vertraut sind, wissen, wie lebensgefährlich ein Spieler wird, der gelernt hat, einen Panzer oder ein Bombenflugzeug zu beherrschen. Es erfordert jedoch einiges an Training, ein guter Pilot zu werden. Mir ist es während eines ganzen Tages trotz unzähliger Versuche kaum gelungen, einen Feind ordentlich zu bombardieren.

Ist das Spiel erst mal voll in Gang gekommen und wir gerade intensiv damit beschäftigt, jeden gegnerischen Soldaten in Sichtweite abzuschießen, zeigt Battlefield 1943 seine vielen Stärken. Die Tatsache, dass alle Waffen unbegrenzte Munition haben, ist ein genialer Schachzug, weil mich das Problem leerer Multiplayerwaffen schon seit Jahrzehnten unnötig aufregt. Natürlich machen auch andere Kleinigkeiten wie zum Beispiel smart ausgewählte Spawn-Punkte und das perfekte Spieltempo dieses Spiel zu einem Muss für jeden Multiplayer-Besessenen.

Battlefield 1943 basiert mit der Frostbite-Engine auf der gleichen Grafiktechnologie wie Battlefield: Bad Company - und das ist permanent sichtbar. Die Grafik ist auf die gleiche Art und mit der gleichen Anzahl an Details aufgebaut. Vieles von der Umgebung, die auf den drei Karten sichtbar ist, darf zerstört werden. Es gibt eine Menge Vollpreis-Spiele für die Xbox 360 und die Playstation 3, die absolut nicht so gut wie Battlefield 1943 aussehen, das mit ordentlichen Modellen, hübschen Texturen und fantastischem Licht begeistert. Einzig die Animationen lassen zum Teil zu wünschen übrig. Und auch die manchmal unlesbar kleine Typografie trägt dazu bei, dass ein sehbehinderter Kämpfer wie ich immer blinzeln muss, um Spielernamen und Ränge lesen zu können.

Letzten Endes ist Battlefield 1943 jedoch ein extrem gut gelungenes Download-Multiplayer-Vergnügen, das auf der Xbox 360 seinesgleichen sucht, für die Playstation 3 aber selbstverständlich mit Warhawk konkurriert. Ich selbst spiele lieber Battlefield 1943 als Warhawk, obwohl die Actionüberraschung von Incognito Studios sicher nicht ignoriert werden darf. Battlefield 1943 ist schön gemacht, läuft reibungslos, ist perfekt strukturiert und macht einfach schnell abhängig. Zwischen 24 Spielern draufzukloppen und für nur 15 Euro den maximalen Wahnsinn anrichten zu können, ist ein angenehmes Sommergeschenk, für das ich Dice, dem Stolz Schwedens, danke.

Battlefield 1943
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Hübsche Grafik, gute Spielkontrolle, herrliche Gestaltung, unterhaltsame Levels, spitzen Ton
-
Nur drei Levels, einige steife Animationen
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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