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Bayonetta 2

Bayonetta 2

Die Schlange am Bayonetta 2-Stand will nicht kleiner werden. Aber ich warte. Die Finger knacken und die Vorfreude ist groß. Vollkommen zu Recht!

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Dass Bayonetta 2 heute bei Nintendos Post-E3-Vorführung gezeigt wird, verdanken wir einer Entscheidung in letzter Minute. Eigentlich hatte niemand erwartet, den Titel hier zu sehen, erklärt uns der Assistent in weißer Kleidung, der heute genau diesen Stand betreut.

Seine Hauptaufgaben an diesem Tag sind überschaubar: die Steuerung soll erklärt und Hintergrundinformationen zum Spiel geliefert werden. Im Gegensatz zu anderen Assistenten, die verteilt in der Halle Aufstellung bezogen haben, wird ihm das Leben von den anwesenden Journalisten dabei ziemlich leicht gemacht. Jeder Teilnehmer lässt hier nämlich bereitwillig alle Fragen beiseite, um stattdessen die Finger zu dehnen und die Nackenmuskulatur in Schwung zu bringen. Und das alles nur für diese zehnminütige Demo. Hinter den ersten Glücklichen steht eine Schlange von ebenso willigen Spielern, die sich gleichsam strecken als ginge es zu den Olympischen Spielen im Daumenkrieg. Und irgendwie ist das auch so.

Während des gesamten Tages stellen sich die Leute hier am kleinen Bayonetta 2 Stand an. Erstaunlich ist das vor allem, weil der versteckt zwischen Wind Waker und Mario zu finden ist. Das sagt schon ziemlich viel aus über die Vorfreude auf diesen Titel.

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Bayonetta 2Bayonetta 2
2009 dann perfektionierte Kamiya sein Konzept mit Bayonetta, das schnell zur Blaupause für Kämpfe in 3D-Action-Adventures wurde.

Das erste Bayonetta war ein stylisches Action-Adventure, das dem Genre zu seiner natürlichen Weiterentwicklung verhalf. Jahre zuvor hatte Devil May Cry-Erschaffer Hideko Kamiya sich mit der Präzision des Kampfes beschäftigt. Nach seinem Debüt mit Dante vertiefte er genau diese in seinem nächsten Projekt Viewtiful Joe. 2009 dann perfektionierte Kamiya sein Konzept mit Bayonetta, das schnell zur Blaupause für Kämpfe in 3D-Action-Adventures wurde. An das Original reicht aber keine der Kopien heran. Rocksteadys Arkham-Spiele gaben uns das Gefühl, mit einem Knopfdruck zum Helden zu werden; Bayonetta zwang uns dazu, sich genau das zu verdienen.

Wie aber schon viele Spiele des ehemaligen Clover Studios verkaufte sich auch Bayonetta gut, aber nicht überragend. Obwohl die Verkaufszahlen dennoch solide waren, fiel es vielen schwer, den Titel im selben Atemzug mit den besten Games dieser Generation zu nennen. Zu übertrieben sexualisierte Zwischensequenzen und ein Hauptcharakter, der stark an die US-Politikerin Sarah Palin erinnerte, trugen nicht gerade dazu bei, Bayonetta einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Über eine Fortsetzung wurde deshalb viel diskutiert. Auf dem Schirm hatte sie aber keiner. Und schon gar nicht exklusiv für eine Nintendo-Konsole. Trotzdem ist es so gekommen. Wir stehen am Stand von Bayonetta 2, das exklusiv für die Wii U erscheint. Die kurzen zehn Minuten mit der Demo-Version geben bereits Aufschluss über einige Aspekte.

Bayonetta 2
Wir verlieren nie die Orientierung oder den Bezug zur Hexe und ihren unmittelbaren Gegnern, obwohl auf dem Bildschirm immer viel los ist.

Eines vorweg: Platinum ist es gelungen, die Action noch einmal zu steigern. Der erste Teil begann mit einem Kampf auf der Spitze eines zerstörten Glockenturms, der ungebremst in die Tiefe stürzte. Im zweiten Teil starten wir auf einem Kampfjet, der durch die Stadt saust. Es geht vorbei an Wolkenkratzern und immer wieder schraubt der Pilot die Maschine durch Kurven. Bevor die Demo endet, erwartet uns noch ein Mini-Bosskampf auf dem Dach eines Zuges, als uns der Gigant angreift.

In Zusammenarbeit mit Jeanne werden wir in eine Art dreistufigen Kampf verwickelt. Wir machen mit unserem neuen Doppelschwert Kleingehacktes aus einer modernen Engelsversion und beenden das Gefecht mit einem Flug um den Wolkenkratzer, auf dem wir noch ein Drachenmonster verprügeln, das sich wie King Kong an der Spitze des Gebäudes festgesetzt hat. Nervenaufreibend!

Wir stellen außerdem fest, dass Bayonetta 2 sehr flüssig läuft. Das Spiel setzt ebenso stark auf die Bildschirmaction wie der erste Teil. Und es wird eine Menge Staub aufgewirbelt. Womit wir auch schon beim nächsten Aspekt wären. Wir verlieren nie die Orientierung oder den Bezug zur Hexe und ihren unmittelbaren Gegnern. Selbstverständlich ist das nicht, immerhin toben wir uns auf dem Dach eines Zuges aus, der uns durch die urbanen Umgebungen der Stadt führt - und das in wunderschöner Sonnenuntergangsstimmung. Als wäre das nicht genug, werden wir auch noch von einer Horde Feinde angegriffen. Von dem fliegenden Giganten, der immer mal wieder seine Aufwartung macht, gar nicht zu sprechen. Das Geschehen ist kontinuierlich überladen und trotzdem wissen wir stets, wo wir sind.

Bayonetta 2
Die Kamera zoomt genau dann heraus, wenn wir es brauchen und schwenkt in die richtige Richtung, um das Wichtigste auf den Bildschirm zu bringen.

Zu verdanken ist das zum großen Teil der Kamera. Die muss nämlich nie angepasst werden. Sie zoomt genau dann heraus, wenn wir es brauchen und schwenkt in die richtige Richtung, um das Wichtigste auf den Bildschirm zu bringen. Zumindest für die Länge der Demo funktioniert das fehlerlos.

Auch das Wii U Gamepad scheint der Aufgabe gewachsen zu sein. Unsere größte Sorge galt im Vorfeld dem Tablet-Controller, und zwar sowohl im Bezug auf Gefühl und Steuerung. Überraschenderweise wird das nur einmal zum Problem, nämlich als wir ins Tastenhämmern verfallen, um unsere Climax-Attacke voll aufzuladen. Dafür müssen wir kurz umdisponieren und das Gamepad auf den Oberschenkel legen. Dann kann ausgiebig losgedrückt werden.

Es gibt einen einfachen Modus, der mit Hilfe des Touch-Screens bestritten wird. Er unterscheidet sich kaum von der Ein-Stick-Steuerung des ersten Spiels - interessant ist er für alle, die keine Kombos aus dem Hut zaubern können, aber trotzdem nicht auf das Feuerwerk verzichten wollen. Deshalb fühlt sich die angepasste Steuerung wie eine Fortführung der bereits bekannten an. Es gibt viel Augenwischerei, der Action steht sie aber nie im Weg. Denn die ist kompromisslos präzise: das zeitgenaue Ducken, die Erprobung neuer Kombos ebenso wie die immer wieder eingesetzten Folterattacken bis hin zum finalen Höhepunkt.

Bayonetta 2
Es gibt einen einfachen Modus, der mit Hilfe des Touch-Screens bestritten wird.

Völlig erschöpft erreichen wir das Ende der Demo - und stellen uns gleich wieder an der Schlange an. Als der dritten Durchlauf an diesem Tag starten soll, werden wir schließlich rausgeworfen. Das Event ist zu Ende. Trotz der Übung reicht es nur zum Silberrang auf dem Ergebnisbildschirm.

Wird Bayonetta 2 nun der Grund sein, eine Wii U zu kaufen? Wir wissen immerhin, dass wir mehr sehen wollen und vieles deutet darauf hin, dass uns hier ein weiterer Platinum Games-Klassiker erwartet. Für Fans steht deshalb vor allem die Diskussion rund um Multi-Plattformen im Fokus. Viele glauben, dass Bayonetta 2 nur für eine bestimmte Zeit exklusiv für Nintendos Konsole bleiben wird. Natürlich ist das nur Spekulation und weil Nintendo als Publisher auftritt, ist das Szenario wenig wahrscheinlich. Trotzdem drehen sich alle eher um das "wann" als um das "ob", ganz so als wäre es bereits eine ausgemachte Sache. Ist es aber nicht. Trotzdem werden manche Fans geduldig warten auf den Tag, an dem sich die Schönheit in schwarzem Leder ihren Weg vielleicht auch auf anderen Konsolen frei ballert.

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KRITIK. Von Martin Eiser

Sie ist zurück. Bayonetta sorgt weiter für Herzklopfen und feuchte Hände. Jedoch nicht wegen knisternder Erotik, sondern durch fordernde Kämpfe mit Engeln und Dämonen.



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