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Blue Fire

Blue Fire

Der neue Plattformer von Robi Studios stellt eure Ninja-Fähigkeiten au die Probe.

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Liebt ihr Indie-Plattformer à la Hollow Knight und Klassiker wie Super Mario 64? Dann ist Robi Studios' Blue Fire vielleicht genau das Richtige für euch. Es hat eine ähnliche Ästhetik und wurde in gewisser Weise von Klassikern wie Metroid und The Legend of Zelda beeinflusst. Blue Fire ist aber natürlich mehr als eine Ansammlung verschiedener Einflüsse, denn es transformiert seine Inspirationen zu etwas Frischem und Eigenem.

In diesem Abenteuer erkunden wir das gefallene Königreich Penumbras, meistern Kämpfe und bewegen uns durch interessante Landschaften. Ich habe Blue Fire am Computer mit einem Xbox-Controller gezockt, den Titel bekommt ihr aber auch auf der Nintendo Switch. Die Steuerung mit Maus und Tastatur scheint robust zu sein, aber mir liegen Controller mehr.

Die Ruinen dieses Reichs erkunden wir als Umbra, das ist quasi ein Ninja mit großer Mobilität. Von Anfang an können wir springen und einen kleinen Sprint hinlegen, doch mit der Zeit weitet sich unser Bewegungsrepertoire aus und unser Held erlernt Wallruns, Doppelsprünge und Wirbelattacken. Die Umgebungen werden ebenfalls immer komplexer und ermuntern uns dazu, mit den neu erlernten Fähigkeiten an frühere Orte zurückzukehren. Es gibt außerdem Neben-Quests, Portale und Geister, die wir ausrüsten können, um Umbras Kampfstil und seine Bewegungen zu verändern.

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Anfangs sind die Auseinandersetzungen noch relativ schwer, denn es mangelt uns an Mobilität - und zwei oder drei Treffer bedeuten ein schnelles Ende.

Eines meiner Lieblingselemente nennt sich Void und es erinnert an die Schreine aus Breath of the Wild. Während wir Tempel und andere Orte in Penumbra erkunden, stoßen wir immer wieder auf Eingänge zu diesem mysteriösen Bereich, in dem uns kurze Plattforming-Herausforderungen mit wechselndem Schwierigkeitsgrad erwarten. Die einfachen Void-Level können grundsätzlich ohne Fähigkeiten absolviert werden, während in den 5-Sterne-Voids alle Fähigkeiten klug eingesetzt werden müssen.

Ihr könnt bestimmte Herausforderungen erreichen, noch ehe ihr die zum Lösen benötigten Fertigkeiten beherrscht, da sie manchmal sogar trotzdem lösbar sind - allerdings nur mit großer Mühe. Das ist ein wenig frustrierend, weil wir von Anfang an dazu ermuntert werden, jeden Void sofort abzuschließen, dann aber doch auf Herausforderungen stoßen, die mit speziellen Fähigkeiten (wie zum Beispiel dem Doppelsprung) deutlich einfacher wären.

Die Kämpfe in Blue Fire sind abwechslungsreich, denn wir treffen auf eine bunt gemischte Gegnerschar. Umbras Beweglichkeit bekommt während dieser Gefechte eine neue Bedeutung, da wir akrobatische Manöver benutzen, um unseren Gegnern auszuweichen oder aggressiv gegen sie vorzugehen. Anfangs sind die Auseinandersetzungen noch relativ schwer, denn es mangelt uns an Mobilität - und zwei oder drei Treffer bedeuten ein schnelles Ende.

Mit ausgerüsteten Geistern beeinflussen wir aber wie gesagt, wie Umbra kämpft. Auf diese Weise erhöhen wir seine Angriffsreichweite oder bekommen für jeden erledigten Gegner etwas Gesundheit zurück. Wichtige Gegenstände erhalten wir im Laufe des Spiels automatisch, wie etwa den Flammen-Glücksbringer (mit dessen Hilfe wir aus der Distanz angreifen können) oder das Schild.

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Ich habe mich ziemlich lange an einem der Void-Level abgemüht, bis mir klar wurde, dass mir eine wichtige Fähigkeit fehlt. Es wäre schön gewesen, wenn mir das Spiel das vorher zu verstehen gegeben hätte.

Die Gegner fügen sich wunderbar in die Plattform-Umgebungen ein und dienen häufig als zusätzliches Hindernis. Die Endgegner haben insgesamt interessante Design-Ansätze, sind nach einen schweren Tempel häufig aber meist recht einfach zu besiegen. Den Boss des Waldschreins habe ich zum Beispiel ohne große Schwierigkeiten besiegen können, während ich auf dem Weg dahin etliche Male gestorben bin. Wer beim Bosskampf stirbt, muss leider zum Anfang des aktuellen Tempels zurück und darf von dort aus große Teile des Levels wiederholen.

Blue Fire hat ein leuchtendes Cel-Shading-Design, das zwar hervorragend passt, aber vielleicht nicht jedem Spielertyp gefällt. Besonders die Partikel-Effekte sind schön umgesetzt worden und strahlen förmlich - grade in den Kämpfen. Die Örtlichkeiten Penumbras sind wirklich alle wunderschön und die Musik passt ebenfalls, obwohl einige Melodien schnell wieder vergessen sind.

Die Story des Spiels ist ein wenig kryptisch und wir erfahren durch Tagbucheinträge und Gesprächen mit NPCs mehr über die Hintergründe. Der Plot ist schlicht, denn wir müssen zu unterschiedlichen Tempeln reisen und sie von einem Fluch befreien. Das erinnert an die klassischen Zelda-Spiele, aber die Art, wie wir mit Hintergrundinformationen gefüttert werden, ist näher an Dark Souls.

Blue Fire ist ein empfehlenswertes Spiel für Adventure-Fans und Freunde klassischer Plattformer. Interessanterweise ist es jedoch ein wenig schwerer als seine Inspirationsquellen, doch wer sich damit arrangieren kann, der wird das Abenteuer in Penumbra sicher genießen - Hauptsache ihr bleibt in den schwierigeren Void-Leveln ruhig.

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Weite Teile des Spiels sind recht dunkel, also justiert euren Gammafilter entsprechend.
08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Knappes Plattforming mit hervorragender Steuerung, guter Schwierigkeitsgrad, schöne Ästhetik.
-
Void können zu Beginn des Spiels etwas frustrierend sein, Inspirationen werden an einigen Stellen etwas zu deutlich, Bosskämpfe sind manchmal antiklimaktisch.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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