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Kritiken
Chromagun VR

Chromagun VR

Portale schießen war gestern - heute schwingen wir auf PSVR eine experimentelle Farbkanone in der virtuellen Realität!

Die Werbematerialien und das Intro von Chromagun VR lassen keinen Zweifel daran, dass das große Vorbild dieses Titels Portal von Valve ist. Hier wie dort sind wir Testkandidat einer ominösen Firma, die ein neues Produkt in Gewehrform testen möchte und uns deswegen in diverse klinisch-weiße Räumlichkeiten schickt, in denen es mit ordentlich Hirnschmalz allerlei Denkaufgaben zu lösen gibt.

Unsere Waffe, die wir in der PSVR-Version auch sehr edel mit dem Aim-Controller handhaben dürfen, verschießt allerdings keine blauen und orangenen Teleportations-Tore, sondern schlichte Farbkugeln, mit denen wir die Inneneinrichtung schön flächig lackieren können. Nachdem die ersten Rätsel mit gelben Bällen gelöst sind, können wir auf Knopfdruck auch noch die Farben rot und blau anwählen. Durch das Mischen dieser Farben, wie wir es aus der Vorschule kennen, können wir dann auch noch orange, lila und grün erzeugen. Wer darin nicht firm ist, muss sich keine Sorgen machen - in jeder Ladepause werden uns die Mischergebnisse vor Augen geführt und für Menschen mit Farb-Sehschwäche gibt es sogar ein passendes System mit Symbolen.

Die Farben spielen aber gar nicht immer die größte Rolle bei den Rätseln. Ebenfalls elementar sind die schwebenden, kugelrunden Droiden, die wir mit Hilfe der Farbkanone dirigieren müssen. Die Blechkumpane steuern jede Wand in Reichweite an, die ihre Farbe hat. Entsprechend können wir auch die Droiden selbst umfärben, wenn wir sie unter Beschuss nehmen. Manchmal begeben wir uns dabei ganz schön in Gefahr, denn einige dieser Kameraden sind mit tödlichen Stacheln ausgestattet und verfolgen uns gnadenlos, es sei denn, wir färben eine Wand in ihrer Farbe ein, die sie dann interessanter finden als uns.

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Machen wir alles richtig, bleiben sie auf einem Schalter stehen, der dann meistens eine dazugehörige Tür öffnet. Wenn wir falsch mischen, färben sich eine Wand oder ein Bot allerdings grau, was nicht selten bedeutet, dass wir das Level nicht mehr schaffen können und es per Knopfdruck neu starten müssen. Das kann manchmal frustrieren, wenn man schon einige Teilaufgaben gelöst hat und es kein Zurück gibt. In solchen Fällen wäre es schön gewesen, auch weiß malen zu können. Aber eine gewisse Herausforderung muss es ja auch geben.

Mit zunehmendem Spielverlauf kommen immer mehr Elemente dazu, die von einer etwas zu gut gelaunten, fast schon sarkastischen Stimme über Lautsprecher erklärt werden. Die Firma, die die Experimente leitet, scheint irgendwie nicht ganz sauber zu sein. Genau wie bei Portal kommt es dann irgendwann dazu, dass die Dinge etwas aus dem Ruder laufen. Und das ist auch ganz gut so, denn wenn das Spielgeschehen ungefähr nach der Hälfte der acht Kapitel etwas langweilig zu werden droht, kommt frischer Wind herein.

Nach wie vor werden neue Elemente eingeführt, die die Puzzles interessant halten und auch visuell etwas Abwechslung herein bringen, wobei die Optik von Chromagun VR nun leider wirklich keinen Schönheitspreis gewinnt. Alles ist zweckmäßig gestaltet und passt zum sterilen Ambiente des Versuchsgeschehens, trotzdem wissen wir spätestens seit Astro Bot Rescue Mission, dass der Schlüssel zu einem hochwertigen Aussehen gar nicht unbedingt super aufwendige Modelle und Szenerien sein müssen, solange die Materialien edel wirken. Gerade bei VR-Spielen ist es für die Immersion besonders wichtig, dass Oberflächen realistisch wirken, und hier verschenkt Chromagun VR auf jeden Fall Potenzial, auch wenn man natürlich festhalten muss, dass das Spiel von einem kleinen deutschen Entwicklerteam stammt und nicht von einem Giganten wie Sony Japan.

Punkten kann das Spiel hingegen beim Umfang und der Kreativität, die in die Erstellung der Rätsel geflossen ist. Das ist schließlich das Wichtigste bei einem Puzzle-Game. Die Bedienung funktioniert vor allem mit dem Aim-Controller prima. Das Einzige, was ich an der Steuerung vermisst habe, ist eine Taste zum Rennen. Gerade, wenn man ein Rätsel häufiger neu starten muss, sind die Laufwege manchmal nervig. Zumal hier und da auch mal völlig unnütze, leere Räume eingestreut sind, die man einfach nur durchlaufen muss. Auch da hätte ein Wenig Optimierung nicht geschadet, doch unterm Strich bringt Chromagun VR aber auf jeden Fall ein paar neue Ideen ins Genre ein und ist seinen Kaufpreis von 19,99 Euro auf jeden Fall wert.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
interessanter Puzzle-Ansatz, bei dem nebenbei eine kleine Story erzählt wird
-
hier und da fehlt Feintuning, Grafik und Sound unspektakulär, einige kleinere Bugs
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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