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Chuchel

Chuchel

Chuchel ist ein malerisches Abenteuerspiel über kleine Fellknäule, die einen Kirschendieb suchen.

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Das mysteriöse Chuchel sieht knuffig und herrlich bunt aus, aber was verbirgt sich hinter dem Titel denn sonst noch? Soweit ich sagen kann ist es zuerst einmal der Name eines haarigen, kleinen Kerlchens, der ein bisschen zu viel auf seinen Hut und die Kirsche achtet. Mit seinem Kumpel und Nemesis Kekel, ein Igel ohne Stacheln, lebt er zusammen in einer niedlich gestalteten Welt, deren Künstler beim Malen des Kinderbuches offenbar auf Drogen waren.

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ChuchelChuchel
Jemand klaut ständig Chuchels Kirschen. Das kann die haarige Kreatur nicht auf sich sitzen lassen und erobert die Früchte mit seinem Kumpel Kekel zurück.

In diesem Point&Click-Adventure von Amanita Design (Machinarium, Botanicula) ist es unsere Mission Chuchel und Kekel dabei zu helfen, die geliebten Kirschen zu retten. Die Früchte wurden nämlich von der Jabari-Gorillagott Hanuman geraubt. Wäre das ein einmaliges Vergehen gewesen hätte Chuchel die Sache sicher auf sich beruhen lassen, allerdings finden wir die Spuren des Wiederholungstäters immer an Ort und Stelle des Verbrechens vor. Was kann Chuchel getan haben, um diese göttliche Rache auf sich gezogen zu haben (er ist doch so süß)? Wir müssen etwas gegen diesen Wicht unternehmen!

Dieses Spiel erinnert uns sehr an das PC-Jump'n'Run Take the Cake, denn in beiden Titeln müssen winzige, kleine Fellknäuele Nahrung finden, um in den nächsten Abschnitt zu gelangen. Bei Chuchel merkt man allerdings sofort, wie viele Gedanken in die Konzeption geflossen sein müssen. Die Puzzles bestehen nicht nur aus der Navigation durch die unterschiedlichen Areale, wir müssen stattdessen die Umgebung und die verfügbaren Dinge benutzen, um die Kirschen zu finden. Dabei ist Kreativität gefragt, denn wer Fortschritte erzielen will, muss um die Ecke denken. In den Rätseln dürfen wir nach Hinweisen fragen, doch die Tipps müssen wir erst einmal verstehen. Sie werden nämlich gemalt und das ist nicht immer so leicht zu interpretieren. Ungeduldige Naturen sollten sich deshalb auf wiederholte Fehlschläge gefasst machen - Versuch und Irrtum sind ein Teil von Chuchel.

Das gesamte Spiel basiert auf Kuriosität und die jahrtausendealten Frage, wie „Was passiert wenn ich daran lecke, dagegen trete oder das hier drücke?" Oft werden wir alles Naheliegende (oder Abwegige) ausprobieren müssen, um weiterzukommen und wieder neue Interaktionsmöglichkeiten freizuschalten. Das Kombinieren und Benutzen von Gegenständen führt zu lustigen und unerwarteten Ergebnissen und es fühlt sich gut an, endlich auf die Lösung gekommen zu sein. Gleichzeitig ist es natürlich auch frustrierend festzustecken und die gegebenen Hinweise nicht deuten zu können, denn die Lösungen sind eigenwillig. Manchmal lösen wir ein Rätsel nur durch Zufall, wie auch sonst sollen wir darauf kommen mithilfe der richtig gefärbten Pflanzensamen Chuchel und Kekel in Spinnen zu verwandeln, damit sie ihre langen Füße dafür nutzen können, um eine ganz bestimmte Kreatur in der Welt „aufzuschließen"? Das Teil hat so viel Ähnlichkeit mit einem Schloss, wie unsere Kreaturen mit einem Schlüssel! Glücklicherweise sorgen die charmanten Umgebungen und die seltsamen Bewohner dieser Welt dafür, dass wir stets Spaß haben, auch wenn uns das Spiel manchmal aufregt.

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ChuchelChuchel
Der schräge Soundtrack fängt die verrückte Präsentation perfekt ein, aber passt auf, dass ihr euch in den bunten Farben und Formen nicht verliert.

Der visuelle Stil ist wirklich einzigartig, das gilt natürlich vor allem für die Spielwelt und seine Charaktere. Einige der verrückten Cartoons, die ich in meiner Kindheit gesehen habe - Serien, die heute niemandem mehr etwas sagen - hätten das nicht besser hinbekommen. Das gesamte Spiel wirkt, als wäre es aus den Kritzeleien eines Kindes entstanden, das seltsame Formen scheinbar wahllos mit bunten Farben mischt und allen Gegenständen ein Gesicht verpasst. Ich finde das ist eine der größten Stärken von Chuchel. Die Cartoons sind übrigens nicht das einzige, wovon sich Amanita hat inspirieren lassen: Einige Rätsel und Mini-Games stammen aus Spielen wie Flappy Bird, Tetris, Pac-Man, Space Invaders und Rock 'Em Sock 'Em Robots.

Obwohl einem die Ähnlichkeiten bewusstwerden, erhält Chuchel hierbei seine eigene Identität. Trotz aller Referenzen und Inspirationsquellen ist dieser Titel kein Ideendieb, sondern eine wahrlich originelle Erfahrung. Nostalgie ist bei mir persönlich ein großer Faktor gewesen, der dem Spiel zugutekam. Damit meine ich aber die gute Nostalgie, nicht die Sorte, die mittelmäßige Spiele zum Verschleiern ihrer Logiklücken und des schlechten Gameplays nutzen. Von diesem Charme profitiert auch der Soundtrack, der perfekt zum Spiel passt. DVA hat die Musik komponiert, die merkwürdig, verrückt und gleichzeitig unterhaltend ist - genau wie das ganze restliche Spiel eben. Nebenbei ertönen merkwürdige Stimmfetzen und die Gebrabbel-Sprache der Figuren, was der Gesamterfahrung nur eine weitere Ebene des Wahnsinns (und des Spaßes) hinzufügt.

Selbst mit gelegentlichen Kopfzerbrechen ist es gut möglich, an einem Abend durch Chuchel durch zu kommen, es ist nämlich nicht sehr lang. Auch das ist keine echte Schwäche, schließlich sorgen all die bunten Farben und überdrehten Szenerien im Zusammenspiel mit dem wirren Soundtrack dazu, dass man zur Beruhigung ein paar Minuten die blanke Raufasertapete anstarren möchte (ich nenne diesen Zustand gern sensorische Überlastung). Chuchel ist diese Art von Spiel, dem man konstante Aufmerksamkeit schenken muss. Zuerst nur für seine charmante Aufmachung und die versteckten Gags, später weil die narrativen Elemente ineinandergreifen. Glücklicherweise ist es leicht Chuchel kurz zu unterbrechen, zumindest wenn ihr herausgefunden habt, welche Funktion die Zeichen im Menü innehaben. Ich muss ehrlich sagen, ich habe meine Zeit mit Chuchel und Kekel sehr genossen. Es war unterhaltsam, herausfordernd und manchmal frustrierend, aber welches Rätselspiel ist das nicht? Wenn ihr ein spaßiges Abenteuer für euren Vertstand sucht und ein paar Stunden töten müsst, dann gebt dem Spiel eine Chance.

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ChuchelChuchel
Beim Rätsel-Lösen kann man schon auf die eine oder andere Kopfnuss stoßen, auch weil die Puzzles ebenso verrückt wie der Rest des Spiels sind.
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Coole Präsentation; Nostalgie-Bonus; spaßig und unterhaltsam.
-
Bei Rätseln nicht voranzukommen nervt; sehr einfache Geschichte; unintuitive Rätsel.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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