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Detroit: Become Human

Detroit

Quantic Dream hat in Paris den PS4-Exklusivtitel Detroit vorgestellt. Wir sollen die Story von Kara erleben, eines Androiden auf der Suche nach echter Menschlichkeit.

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Kara sieht so neugierig aus. Ihre Augen schauen in die Welt hinaus und sehen Detroit in den nahen Zukunft. Die US-Metropole hat zwei klar sichtbare Seiten. Das moderne, futuristische Stadtzentrum mit einer smarten U-Bahn, sauberen Gehsteigen und Hochhäusern aus Glas, Beton und vermutlich allerlei anderen Werkstoffen. Aber da ist auch noch jenes Detroit, das wir heute schon kennen. Die verfallenen Vorstädte und stillgelegten Fabriken, die man hinter sich lässt, wenn man an dem großen Schild vorbeifährt, das von der Stadt kündet, die vor einem liegt. Detroit. Android City.

Protagonistin Kara ist in Detroit "geboren", denn das Unternehmen Cyberlife konzipiert hier Androiden für den Hausgebrauch und baut sie auch zusammen. Androiden sind Teil der Gesellschaft. Sie sehen aus wie Menschen, bewegen sich wie Menschen und werden dafür genutzt, unbeliebte Aufgaben zu erledigen. Jene Dinge, die Menschen nicht mehr selbst übernehmen wollen oder können. Dazu kann die Arbeit als Haushälterin gehören, das Babysitting und das Kochen. Ein solcher Android kostet 7999 US-Dollar, kaum mehr als der kleinste Neuwagen. Sie werden in Schaufenstern angeboten und ausgestellt, können dort im Vorbeigehen per Touch-Tap gekauft werden und liefern sich wahrscheinlich selbst nach Hause. "Harte Arbeit für sie, Freizeit für dich", lautet der Claim von Cyberlife.

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Natürlich gibt es in Detroit eine rassistisch orientierte Gegenbewegung, deren Anhänger glauben, dass Androiden den Menschen die Jobs klauen, den Staat ruinieren oder gar die Macht übernehmen wollen.

Es gibt in der Stadt spezielle Wartebereiche für Androiden in den U-Bahnen, in denen sie sich aufhalten dürfen. Es gibt dort auch temporäre Aufladestationen, in denen sie für zwei Stunden ihre Akkus erfrischen können. Natürlich gibt es in Detroit eine rassistisch orientierte Gegenbewegung, deren Anhänger glauben, dass Androiden den Menschen die Jobs klauen, den Staat ruinieren oder gar die Macht übernehmen wollen. Sie fordern die Verbannung der menschlichen Roboter. Und auf den Plakaten auch deutlich sichbar ihren Tod. Hier zeigt das Spiel deutlich genau jene Richtung Gesellschaftskritik, die David Cage gerne in seinen Spielen implementiert.

Detroit hat sich aus der Kara-Demo von 2011 entwickelt, weil sich auch David Cage selbst die Frage gestellt hat, was passieren wird, wenn Kara ihren Produktionsort verlässt. Im Spiel werden wir in ihrer Rolle herausfinden, was da draußen real passiert. Wie sich Wind anfühlt. Wie Farben und Gerüche in Wirklichkeit sind. Was heißt es, menschlich zu sein und Emotionen zu haben? Diese Frage liefert das übergeordnete Thema, das Cage und sein Team bewegt bei der Entwicklung, sagt der Franzose. "Wir wollten kein Sci-Fi machen und irgendeine Art von Technologie erfinden, die es nicht gibt", sagt Cage. Die Spielwelt soll sich vertraut anfühlen. Es könnte tatsächlich sein ganz großes Meisterwerk werden.

Detroit ist mit der Unterzeile "Become Human" versehen und soll eine bewegende Erfahrung erschaffen. Die Geschichte soll von uns als Spielern durch eigene Entscheidungen mitbestimmt werden. Das Spiel basiert auf Storytelling und Emotionen, das unterstreicht Cage deutlich. Es ist das Erbe seiner Ideen. Aber es sei auch eine sehr andere Erfahrung als Beyond: Two Souls und Heavy Rain, und zwar in vielerlei Hinsicht. Das gesamte Spiel ist um die Idee herum gebaut, dass der Spieler seine eigene Geschichte selbst schreibt und durch seine Aktionen vorantreibt, führt Cage aus. Wir haben als Spieler also Einfluss auf die Story, aber eben auch die Art, wie sich die Spielwelt selbst verändert, verspricht der Entwickler.

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Wir haben als Spieler also Einfluss auf die Story, aber eben auch die Art, wie sich die Spielwelt selbst verändert, verspricht der Entwickler.

Die visuelle Erfahrung und das Gameplay sollen viel besser sein als in den Spielen der vorherigen Generation. Bessere Gesichtsanimationen sollen uns emotional stärker einfangen. Es gibt bessere Licht, viel größere Spielumgebungen mit deutlich viel Leben, das beiläufig passiert. Quantic Dream hat eine neue 3D-Engine für das Spiel geschrieben - "wir lieben es halt, eine pro Spiel zu machen", sagt Cage und lacht. Die Bilder im Trailer, der zur Ankündigung auf der Paris Games Week veröffentlicht wurde, sind mit der In-Game-Engine aufgenommen worden - und sehen in der Tat fantastisch aus.

Allerdings vermitteln sie keine Idee davon, wie das Spiel wirklich aufgebaut sein wird. Wer die Spiele von Quantic Dream kennt, hat trotz der Beteuerungen von Cage einen Eindruck, wohin die Reise geht. Wir werden eine realistische Welt erkunden, die vermutlich trotz einer größeren Offenheit weiterhin strenger konzipiert sein wird. Denn ohne diese Steuerung durch das Studio ist kaum eine starke Story erzählbar. In einer Szene sieht man eine Motion-Capture-Aufnahme, die auf Fight Clubs hindeutet. Es wird also Möglichkeiten zum Kämpfen geben. Das wird vermutlich im Story-Gameplay implementiert sein. Vielleicht können Androiden auch in Fight Clubs kämpfen, um Geld einzuspielen für ihren Besitzer? Oder sich welches beschaffen, um sich in einem Hinterhof-Shop entsperren zu lassen für den Weg in die Freiheit.

In jedem Fall ist Detroit eines der spannendsten Spiele am Horizont. Es soll offenbar noch 2016 veröffentlicht werden. Das Androiden-Thema ist vermutlich als Videospiel noch nie so authentisch erzählt worden. Science-Fiction-Legende Philip K. Dick würde sich vermutlich freuen, dass gerade der Franzose Cage sich dieses Themas angenommen hat. Dicks Roman "Träumen Androiden von elektrischen Schafen?" war schon die Vorlage für Ridley Scotts legendären Hollywood-Klassiker Blade Runner. David Cage hat es in der Hand, einen ebensolchen Klassiker als Videospiel zu erschaffen. Und die immer zeitgemäßere Frage zu beantworten, was eigentlich wirklich menschlich ist. Oder noch menschlich ist...

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