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Watch Dogs

"Die beste Simulation erschaffen, die du je gesehen hast"

Watch Dogs ist eines der interessantesten Games für 2013. Und es wird ein Starttitel der PS4 sein. Wir haben Creative Director Jonathan Morin in New York getroffen.

Watch Dogs
Creative Director Jonathan Morin

"Wir haben alle so eins. Alles über mich und die, die ich liebe, ist hier drauf", sagt Jonathan Morin und hält sein Smartphone hoch. Journalisten aus aller Welt schauen hoch zu ihm auf die Bühne, auf der gerade noch die Playstation 4 angekündigt worden war. "Was ist der nächste Schritt", fragt er. "Smart Cities" ist seine Antwort. Städte, in denen alles von Verkehrssystemen bis zur Stromversorgung extern gesteuert werden kann. Alles ist miteinander verbunden. Und nun lernen wir, dass auch alle miteinander verbunden sind.

Ein Kerl, der 595 Dollar beim Onlinepoker gewonnen hat. Jemand, der seine Bewährungsauflagen verletzt hat. Ein gruseliger Mann mit in einer flachen Kappe hält ein Mädchen fest, das seit einem Monat vermisst wird. Alle diese Informationen sind sichtbar für Aiden Pearce. Der Held in Watch Dogs benutzt nämlich eines der mächtigsten Smartphones der Welt. Im aktuellen Gameplay-Trailer (dem hier drunter gleich) bekommen wir zu sehen, wie Pearce seine Fähigkeiten nutzbar macht.

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Watch DogsWatch Dogs
Die Spielwelt von Watch Dogs beschreibt Morin als "super organisch", es sei eine Menge gleichzeitig los.

Einen Tag nach der PS4-Präsentation treffen wir Jonathan Morin für ein kurzes Gespräch über Watch Dogs, das Ubisoft Montreal seit über vier Jahre beschäftigt. Morin ist der Creative Director und beschreibt sich selbst als Vielredner, wenn es um die Entwicklung von Spielen und den kreativen Prozess geht. Das merkt man sofort auch bei unserem Gespräch. Bevor ich eine Chance habe, das Interview zu beginnen, redet Morin schon begeistert über die Entwicklung für die Playstation 4 und wie ähnlich die Konsole seinem Spiel ist.

"Die PS4 und Watch Dogs teilen die gleiche Philosophie. Unser Spiel ist relevant für die echte Spieler und auch dafür, wie die Industrie die Evolution von Spielen betrachtet. Watch Dogs-Zeug wie dauerhafte Konnektivität überall, mehrere Bildschirme und so weiter - all das steckt irgendwie auch in der PS4."

Die Spielwelt von Watch Dogs beschreibt Morin als "super organisch", es sei eine Menge gleichzeitig los. In der Demo streift Aiden an den verschiedenen Bürgern der Stadt vorbei und bekommt umgehend Informationen über ihre soziale, wirtschaftliche und familiäre Situation. Die 32-jährige Janet arbeitet als Haushälterin und wurde vor kurzem gekündigt. Marcus ist ein bettelnder Kriegsveteran und verdient genau null Dollar nach Steuern. Von einem Pro-Life-Lobbyist hackt Pearce im Vorbeigehen das Bankkonto und zieht sich etwas Bargeld aus einem Automaten. Die eigentliche Herausforderung ist es Morin zufolge gewesen - und dies klingt wirklich wie eine Herausforderung - es zu schaffen "die beste Simulation zu erschaffen, die du je gesehen hast."

Watch Dogs
Jeder Spieler soll verstehen, dass Watch Dogs eine offene Spielwelt bietet - mit sehr freien Entscheidungsmöglichkeiten.

"Eine Welt zu kreieren, in der man an jeder Stelle das Chaos ausbrechen lassen kann und die dann sinnvoll darauf reagiert und sich glaubwürdig verhält, das ist eine enorme Herausforderung". Es gehe dabei nicht darum, einfach alles hektisch in die Luft zu sprengen. Wir können tatsächlich 30 Minuten ruhig und bewegungslos auf der Stelle stehen und trotzdem aktiv spielen. "Davon sind wir ziemlich begeistert", schwärmt der Kreative. Und beantwortet und netterweise doch noch auch einige unserer Fragen.

Wenn wir heute vier Jahre zurück an den Start der Entwicklung des Spiels gehen könnten, was ist der größte Unterschied und was die größte Offenbarung?
Eine Sache ist, dass man nicht zu viel über die Charaktere im Spiel verraten sollte. Als ich ein Kind war, spielte ich das erste Final Fantasy und mochte es wirklich. Aber als die Technologie besser wurde, trennte sie mich von der Serie. Der knallharte Ritter, der mir so gefiel, war auf einmal gar nicht so männlich, wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Man sollte also den Spielern gerade genug verraten, damit sie ihre eigenen Vorstellungen in ihren Köpfen entwerfen können. Das ist für mich die größte Offenbarung.

Ist eigentlich schon Feedback aus der Fan-Community nach der PS4-Präsentation durchgedrungen?
Ja, und die Leute scheinen sehr zu mögen, was sie gesehen haben - noch mehr als nach der E3 sogar. Der Unterschied ist, dass wir auf der E3 eine Hauptmission zeigten. Eine Menge Leute mochten das, aber es war eine Demo und eine Hauptmission. Da stellten also einige in Frage, ob man in der Lage sein wird, in jedes Leben eines Spielcharakters auf diese Weise einzugreifen. Sie zweifelten den Open-World-Aspekt an. Die Demo gestern war dagegen völlig offen. Kein Hauptaufgabe, nur die Hauptfigur. Sie streift umher, stolpert über Leute und Situationen, die dynamisch um sie herum passieren. Jeder soll verstehen, dass wir eine offene Spielwelt haben.

In der Demo hätten also auch paar andere Sachen passieren können, wenn nicht das ausgeraubte Mädchen im Fokus gewesen wäre?
"Genau. Etwas ganz anderes sogar. Aber in diesem Fall haben wir gesehen, dass der Typ mit dem Messer flüchtete, das Pearce ihm nachrannte und die Menschen drumherum beschlossen, die Polizei zu rufen. Als Spieler müssen wir mit all diesen Schichten von Entscheidungen umgehen. Die Cops tauchen auf. Wir können nun etwas hacken, mit dem Zug abhauen, eine Ampel manipulieren oder etwas völlig anderes verändern.

Wie wird das Gameplay zwischen Haupt- und Nebenmissionen verwoben?
Alles ist in einer interessanten Art und Weise verbunden. Wer nur durch das Spiel rennen will, braucht ein enges Korsett. Wer aber Freiheit sucht, muss in der Lage sein, sich selbst auszudrücken. Diese Ambiguität ist sehr interessant. Soll man eingreifen oder nicht? Was wird passieren, wenn man das Leben der Menschen durcheinander bringt?

Morin schafft es tatsächlich, auch mich zu begeistern. Watch Dogs sieht mit seinen Ausführungen im Hinterkopf noch interessanter aus. Wenn wir Morin glauben, ist da noch Tonnen von Zeug in der Spielwelt, das wir noch gar nicht gesehen haben. Am Ende schickt er mich raus mit dem Satz: "Watch Dogs wird immer verrückter, als ich es ursprünglich je für möglich gehalten habe. Wenn man dieser Mischung nun Sony und die Playstation 4 hinzufügt, kann es nur noch besser werden." Momentan muss man dem Mann wohl glauben.

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KRITIK. Von Christian Gaca

Ubisoft vernetzt Story und Multiplayer zu einem ganzheitlichen Spielerlebnis, das der Vorreiter einer neuen Generation von Videospielen ist.



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