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Dissidia Final Fantasy NT

Dissidia Final Fantasy NT

Einige bekannte Gesichter aus Final Fantasy kämpfen in Drei-gegen-Drei-Kämpfen gegeneinander auf der Playstation 4.

Die Dissidia-Reihe war bis jetzt nur für Playstation Portable zu haben. Sowohl Dissidia: Final Fantasy als auch Dissidia Duodecim: Final Fantasy wurden gut angenommen und werden von den Fans und Square Enix als etwas Einzigartiges betrachtet. Jetzt ist Dissidia Final Fantasy NT erschienen und wir hatten Gelegenheit das Game mehr als ausgiebig unter die Lupe zu nehmen.

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Es ist wichtig, sich nicht einfach in den Kampf zu stürzen, sondern taktisch vorzugehen.

Die Geschichte ist recht gradlinig: Materia (die Guten) und Spiritus (die Bösen) befinden sich im Krieg. Unsere Aufgabe ist es, Materia im Kampf gegen Spiritus und dessen niederträchtigen Schergen zu unterstützen. Unterwegs treffen wir auf viele bekannte Gesichter aus dem Final Fantasy-Universum, darunter Zidane, Squall, Tidus, Ultimecia und Sephiroth. Die Geschichte handelt nicht nur von einem Charakter, sondern von allen Figuren. Das verwirrt manchmal etwas, wodurch das ganze Durcheinander stellenweise sogar ein wenig die Erfahrung schwächt. Die Geschichte lässt sich auch nicht an einem Stück erleben, denn sie ist in kleinere Abschnitte gegliedert, die wir erst in anderen Spielmodi freischalten müssen.

In der narrativen Struktur fallen zudem Unregelmäßigkeiten auf und die agierenden Figuren sind ebenso merkwürdig. Was mich als Fan am meisten kränkt ist die Sprachausgabe, die richtig nerven kann: Die Synchronstimme meines Favoriten Squall Lionheart lässt ihn wie einen Feigling klingen, obwohl er es in FFVIII noch richtig drauf hatte. Ich bin zudem ziemlich ratlos, was sich Square Enix beim äußeren Erscheinungsbild der Charaktere gedacht hat. Manche Figuren sehen aus wie Barbie-Puppen und obwohl Neulingen solche Details noch ziemlich egal sein dürften, können Fans dieses Produkt keinesfalls ernst nehmen.

Dissidia Final Fantasy NT bietet einige Spielmodi, die vielen Geschmäckern etwas bieten. Es gibt einen Multiplayer-Modus bei dem Kooperation eine große Rolle spielt, denn alle Charaktere sind in vier Klassen aufgeteilt: Vanguard, Assassin, Marksman und Specialist. Jede Klasse hat ihre Vorzüge und Spezialfähigkeiten. Manche sind gut im Nahkampf, dafür können andere gut aus der Distanz angreifen. Es dauert jedoch auch nach Release einige Zeit, bis sich online genug andere Spieler finden und das tritt halt nach jedem Kampf auf. Außerdem ist das Matchmaking wenig ausbalanciert - Neulinge treffen schonungslos auf Veteranen, was für beide Parteien frustrierend ist.

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Der Titel hat seinen eigenen Marktplatz, auf dem wir den Original-Soundtrack, neue Klamotten und Waffen für Spielgeld kaufen dürfen.

Ich habe so häufig den Hintern versohlt bekommen und das mehrfach! Einen Kampf habe ich schon in der ersten Minute verloren, ich bin mir immer noch nicht sicher, was da eigentlich passiert ist. Manchmal braucht meine Figur ewig um wieder aufzustehen, was mich sehr irritiert, da ich nicht weiß, ob das Spiel überhaupt auf mein wildes Knöpfe-drücken reagiert. Trotzdem ist der Multiplayer natürlich das Hauptargument für einen Kauf und es gelingt ihm durchaus, die einzigartige Atmosphäre einzufangen und einen netten Adrenalinrausch auszulösen, wenn man den ersten Platz ergattern konnte.

Es gibt einen weiteren Modus mit dem Namen Gauntlet. Hier kämpfen wir uns offline durch Level, die immer schwieriger zu bewältigen sind. Wenn das nicht eure Tasse Tee ist, könnt ihr auch eure eigenen Regeln festlegen und die jeweiligen Level ausprobieren. Mich nervt, dass es keine klassische Option für Eins-gegen-Eins-Kämpfe mehr gibt - nur Drei-gegen-Drei. Dadurch zerfasern die Kämpfe auf etliche Figuren und verwirren.

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In der narrativen Struktur der Geschichte fallen Unregelmäßigkeiten auf und die agierenden Figuren sind ebenso merkwürdig.

In den meisten Schlachten müssen wir entweder unsere Gegner besiegen oder deren Basis zerstören (das ist ein riesiger, schwebender Kristall). Es ist wichtig, sich nicht einfach in den Kampf zu stürzen, sondern taktisch vorzugehen. Alle Gegner haben eine Barriere, die wir erst mit Angriffen schwächen müssen, bevor sie den „Break"-Modus annehmen. Dann müssen wir mit einer HP-Attacke zuschlagen, um Schaden zu verursachen. Das hat echt ein bisschen gedauert, bis ich dahinter gekommen bin, aber wer den Dreh raus bekommt, entwickelt Spaß an den Auseinandersetzungen.

Die Beschwörungen sind ebenfalls zurück, diesmal als tatsächliche Kreaturen, die den Kampf unterstützen. Einige Beschwörungen machen uns stärker, andere geben uns Gesundheit oder andere Vorteile. Ich hatte schnell Bedarf an weiteren Beschwörungen, aber es gibt nur die acht aus dem Spiel. Warum sich Square Enix ausgerechnet für diese entschieden hat - darunter weder Carbuncle, Titan, Neo-Bahamut, Diablo oder Fenrir - ist mit völlig schleierhaft. Sie werden schon ihren Grund haben, schätze ich. Die Musik ist jedenfalls intensiv, wiederholt sich dann aber doch irgendwann. Ich habe mich sehr gefreut als ich entdeckt habe, dass sich mit Spielgeld die Originalsongs einkaufen lassen. Es wäre nett gewesen, die Titel auch im Kampf zu wechseln, aber das geht zurzeit leider nicht.

Dissidia Final Fantasy NT bietet viele zusätzliche Inhalte und man weiß nicht genau, wann man das Spiel zu 100 Prozent abgeschlossen hat. Der Titel hat seinen eigenen Marktplatz, auf dem wir den Original-Soundtrack, neue Klamotten und Waffen für Spielgeld kaufen dürfen. Die passende Menge an Geld zu verdienen dauert seine Zeit, geht deshalb bedacht mit eurer Geldbörse um, oder macht euch auf einige längere Arbeitssitzungen gefasst. Außerdem können wir jeden der Charaktere verbessern und Square Enix hat bereits einen Season-Pass angekündigt. Es sind also zusätzliche Inhalte und Spielzeit auf dem Weg.

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Das Matchmaking frustriert auf mehreren Ebenen: Die Suchzeiten dauern lange und werfen Neulinge mit Profis zusammen.

Am Ende ist Dissidia Final Fantasy NT nicht das beste Game der Reihe geworden, was auch die schicke PS4-Präsentation nicht verbergen kann. Es scheint vieles zu fehlen und es sollten von Anfang an mehr Charaktere zur Auswahl stehen. Dynamische Umgebungen hätten dem Spiel sicher ebenfalls gut getan - vielleicht etwas Regen oder ein Erdbeben. So wären die Kämpfe noch einzigartiger und interessanter geworden. Auch wenn das Spiel seine Fehler hat - ich hatte meinen Spaß damit - besonders im Gauntlet-Modus. Ich habe auch eine Zeit lang den Mukltiplayer gespielt, der sicher der spannendste Teil des Spiels ist. Dissidia Final Fantasy NT kann in vielen Bereichen abliefern, aber enttäuscht in manchen Abschnitten eben auch. Es scheint mehr an Neulinge gerichtet zu sein, aber Fans, die gerne ihre Lieblingscharaktere spielen wollen, dürften auch ihren Spaß haben.

06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Beliebte Charaktere; variantenreiche Arenen; viel Nostalgie für Fans; herausfordernde Erfahrung; viele Spielmodi.
-
Eine richtige Geschichte fehlt; zusätzliche Charaktere wären gut gewesen; Matchmaking ist langsam und unbalanciert.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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