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Serien-Kritiken

Dota: Dragon's Blood - Staffel 1

Kann sich die Anime-Anpassung von Valves Strategiespiel mit den anderen Videospielumsetzungen auf Netflix messen?

Serien und Filme basierend auf Videospielen sind auf dem Vormarsch und damit meine ich nicht nur die Aufmerksamkeit, die das Thema erhält, sondern auch die Qualität und der allgemeine Respekt für das Quellmaterial. Meisterdetektiv Pikachu, Sonic the Hedgehog, ja sogar Rampage hat eine filmische Anpassung erhalten. Netflix ist möglicherweise das Unternehmen, das sich am meisten für diesen Bereich interessiert und deshalb auch Geld in die Hand nimmt.

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Das liegt zum Teil daran, dass Videospiele mittlerweile einen stetig breiter werdenden Teil der Mainstream-Kultur einnehmen und entsprechende Anknüpfpunkte bereits geschaffen sind. Netflix engagiert sich in diesem Bereich jedoch auch deshalb so sehr, weil sie damit bereits Erfolge erzielt haben - vor allem durch ihre Castlevania-Serie. Das wird letztlich auch Valve dazu gebracht zu haben, ihre große IP Dota in das Programm des Anbieters aufzunehmen.

Dota: Dragon's Blood ist eine brutale, erwachsene Version des beliebten MOBAs, das in Zusammenarbeit mit Valve und dem Animationsstudio hinter Die Legende von Korra entwickelt wurde. Leider begeht die Serie einige Fehler, denn obwohl das Material ohne Frage hübsch ist, mit aufregenden Umgebungen überzeugen kann und tatsächliches Interesse daran zeigt, die erstaunliche Tiefe des Dota-Universums zu vermitteln, ist das Endergebnis leider weder spannend noch originell.

Wie so viele Fantasy-Serien zuvor wird auch Dota: Dragon's Blood aus der Sicht mehrerer Charaktere erzählt, die um die Welt reisen und immer näher zusammenrücken. Es ist eine getrennte Erzählung, die ihre losen Enden während der zügigen Laufzeit von acht Folgen à 20 Minuten nur lose zusammenhält. Diese Herangehensweise beim Storytelling ist gar nicht unbedingt das Problem, denn was mich noch viel mehr stört als die umständliche Erzählweise ist die ungleichmäßige Geschwindigkeit und der Mangel an angemessener Ausarbeitung.

DOTA: Dragon's Blood

Davion, ein Drachenritter, ist verflucht und verwandelt sich gelegentlich selbst in einen Drachen. Davon will er sich befreien, aber er muss auch einen geheimen Krieg beenden. Es gibt nebenbei auch Elfen, die aus irgendeinem Grund überall nach magischen Blumen suchen, und eine Göttin, die angebetet werden möchte. Alle diese Handlungsbögen sind, wie oben angegeben, getrennt voneinander und rücken langsam zusammen, während wir uns durch die Episoden bewegen.

Das alles wirkt so banal, dass zumindest ich recht schnell eine gewisse Apathie gegenüber der Welt entwickelt habe. Das Universum der Marke sollte doch aber das Hauptverkaufsargument von Dota: Dragon's Blood sein und neue Spieler idealerweise dazu bringen, sich tiefergehender mit der Materie (also dem Spiel) zu beschäftigen. Doch was in den Spielen detailliert beschrieben wird, erscheint in diesem Format plötzlich oberflächlich und einfältig.

Wäre statt der getrennten Erzählpfade eine fokussiertere, gebündelte Geschichte mit genügend Raum zum Atmen auf die Bildschirme gezaubert worden, hätte ich möglicherweise erkennen können, wie bezaubernd die Welt von Dota tatsächlich ist. Leider hat mich die Serie nicht zu einem Fan gebracht. Allerdings hat das Studio großartige Arbeit geleistet, um einige beeindruckende Perspektiven und Motive zu schaffen. In den Animationen strahlen schnelle, gewalttätige Manöver, die direkt aus Castlevania oder Blood of Zeus stammen könnten. Es sieht großartig aus und strotzt vor Farbe und kraftvoller Entschlossenheit.

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Tatsächlich sieht die Show durchweg großartig aus, mit brillanter Verwendung von Farbe und Kontrast. Der Animationsstil scheint insgesamt gut zu der Vorlage zu passen, doch nach acht Folgen weiß ich ehrlich gesagt noch immer nicht, warum die Elfen nun nach den magischen Blumen suchen. Ein übertriebenes Beispiel, klar, aber die Originalität der Dota-Welt wird damit ganz sicher nicht hervorheben. Deshalb ist Dota: Dragon Blood am Ende nur eine weitere, alltägliche Fantasy-Geschichte.

Diese Staffel heißt „Book One", es liegt also auf der Hand, dass die beiden Unternehmen noch einige Pläne für die Zukunft haben. Hoffentlich wird das, was Studio Mir, Valve und Netflix da vorbereitet haben, etwas langsamer erzählt, um den narrativen Fokus neu zu zentrieren. Ich würde mir wünschen, dass sich die Verantwortlichen vor der nächsten Staffel die Zeit nehmen würden, um eine Welt aufzubauen, die interessant genug ist, um in dieser Form präsentiert zu werden ist. Denn das würde dem Ausgangsmaterial zweifellos guttun.

06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
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