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Driver: San Francisco

Driver: San Francisco

Mit Driver: San Francisco will Ubisoft ein bekanntes Franchise wiederbeleben. Die Story und der Rahmen des Spiels sind eine Illusion, denn das Open-World-Rennspiel wird vom Protagonisten John Tanner nur geträumt. Es spielt sich alles bloß im Kopf des Cops ab, der durch einen schweren Autounfall ins Koma gefallen ist, als er seinen Widersacher Charles Jericho zur Strecke bringen wollte.

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Driver war eine große Nummer im Sommer 2000. Tolles Fahrzeug-Handling, realistisches Schadensmodell. Stoßstangen verbogen sich, Radkappen flogen weg und die Reifen heulten. Reflections Interactive ließ sich vom Film aus dem Jahr 1978 inspirieren. Das erste Spiel war auf das Wesentliche konzentriert, Spieler und Kritikern mochten es gleichermaßen. Danach ging es bergab. Nach drei echten Fortsetzungen lag die Serie ohne Identität im Sterben.

Ein Traum von Tanner bietet natürlich vielfältige Möglichkeiten zu lebensrettenden Maßnahmen. Ein wesentliches Gameplay-Element ist die Fähigkeit von John, sich per Knopfdruck von seinem Körper zu lösen, um in zwei Zoomstufen die Stadt aus der Vogelperspektive zu betrachten. Der Clou ist, dass wir uns mit einem weiteren Knopfdruck in eines der 140 Lizenzfahrzeuge beamen können. Einfach so, direkt hinein in den Fahrersitz, direkt hinein in die Situation. Raum dafür ist reichlich vorhanden, denn das für die Spielbarkeit modifizierte San Francisco ist groß hier, sehr groß. Die über 200 Kilometer Strecke der Stadt sind in Gebiete eingeteilt, die erst nach und nach freigeschaltet werden. Leider fehlt schmerzlich ein Kurzbefehl, um ohne ewiges Gefrickel in Tanners schwarz-gelben Mustang zurück zu springen.

Driver: San Francisco ist ein ungemein leichtgängiges Action-Rennspiel. Die Fahrzeuge egal welcher Leistungsklasse - vom 63er Export-Käfer bis zum Highend-Renner McLaren MP4-12C ist alles dabei - steuern sich zwar fast immer ein bisschen zu wackelig, aber dank des Arcadeansatzes verzeihen sie Fahrfehler großmütig. Die Fahrphysik ist bisweilen eher merkwürdig unrealistisch, aber dafür dürfen wir 70er-mäßig übertrieben driften und sliden. Beim Fahren können wir neben der eigenen Skills auf Hilfsmittel wie Rammen und Nitro zurückgreifen. Beides wird über die gleiche Energieleiste befeuert, so dass man für einige Sekunden boosten darf oder den Wagen für eine Attacke auflädt. Bei Verfolgungen und dem anschließenden Verhaften mittels Wegrammen ist das sehr hilfreich.

Driver: San Francisco
Die Fahrphysik ist bisweilen eher merkwürdig unrealistisch, aber dafür dürfen wir 70er-mäßig übertrieben driften und sliden.

Die Story um John Tanner und seinen Partner Tobias Jones und ihre Jagd auf Charles Jericho ist eher Beiwerk. Um sie voranzutreiben, gibt es spezielle Missionen. Dazu gesellen sich Hunderte Nebenaufgaben in Form von Stadtmissionen, um den Bürgern von San Francisco zu helfen, lustigen Stuntmissionen und einer Vielzahl an kleineren Aktivitäten und endlos viele kleine Mutproben. Leider wiederholen die sich ziemlich bald und es bleibt trotzdem das Gefühl, dass man manchmal etwas den Überblick verliert.

Dazu trägt auch die große Menge an freischaltbaren Dingen bei. Erfolgreiche Stuntmissionen etwa schalten neue Autos zum Kauf frei, die wir in Werkstätten erstehen können, wenn diese denn vorher gekauft wurden. Zum Kauf brauchen wir Willenskraft-Währung, die für erfolgreich absolvierte Missionen oder durch Aktionen wie knappes Überholen, Sprünge oder heftige Manöver aufs Konto gebucht wird. In den Werkstätten warten auch Upgrades und Extras wie schnellere Aufladegeschwindigkeit für den Rammen- und Nitro-Energiebalken, eine neue Thrill-Kameraperspektive oder ein Einkommens-Multiplikator.

Die Grafik ist schwankt zwischen ziemlich cool insbesondere bei den Automodellen bis zu mäßig bei den Texturen der Stadt und deren springfreudigen Fußgängern. Die Filmsequenzen dagegen sind toll gemacht, haben eine beeindruckende Optik und sind gut inszeniert. Sie erzählen sie Geschichte spannend, man klickt die Zwischensequenzen jedenfalls eher nicht gleich weg. Leider ist und bleibt die deutsche Synchronisation ziemlich durchwachsen. Insbesondere Hauptdarsteller Tanner ist leider ein verbaler Totalausfall.

Driver: San Francisco ist am Ende kein herausragendes Spiel, kriegt aber eine knappe 8 ins Zeugnis geschrieben. Seit Burnout 3: Takedown hat das Fahren im Gegenverkehr nämlich nicht mehr so viel Spaß gebracht. Außerdem schafft es das Spiel, einen langsam aber ziemlich sicher in seinen Bann zu ziehen. Nur die sich wiederholenden Missionen nerven, sind deswegen aber einzeln betrachtet nicht schlecht. Und im Multiplayer kann man sich von dem ganzen Storyzeug erholen, wenn auch der eher ein kleines Vergnügen für Zwischendurch ist.

Driver: San Francisco
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Schöner Action-Racer, viele Missionen, coole Autos
-
Missionen wiederholen sich, teils komische Fahrphysik
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

Leserkritiken

  • GeorgeAK
    INTRO Als John Tanner von der San Francisco Polizei jagt man durch die ganze Stadt seinen Ernstfeind: Jericho, der während seinem... 8/10

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