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Cyberpunk 2077

Ehemalige Angestellte erheben in Bericht Vorwürfe gegen CD Projekt Red

Einige Entwickler von Cyberpunk 2077 dachten lange Zeit, dass das Spiel erst 2022 fertig sein würde.

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In den Monaten und Wochen vor dem Start von Cyberpunk 2077 war bei CD Project Red eine Menge los. Das Management übte offenbar Druck auf die Entwickler aus, um das Projekt abzuschließen, obwohl es offensichtlich nicht fertig werden würde. Crunch-Zustände und angeordnete Überstunden konnten die Katastrophe nicht abwenden, doch das Unternehmen entschied sich dennoch dafür, die eigene Arbeit mit Füßen zu treten und es unfertig zu veröffentlichen.

Mit den Versprechungen des Teams hat das Endergebnis immer noch nicht besonders viel gemein. Der Journalist Jason Schreier hat sich deshalb angeschaut, wie es zu dieser Situation kam. Er sprach mit ehemaligen und einigen aktuellen, anonymen Angestellten über die Stimmung im Studio vor der Veröffentlichung.

Dem Artikel zufolge hatten die Mitarbeiter bis 2019 den Eindruck, dass das Spiel frühestens 2022 in die Regale kommen würde. Das Management soll ständig auf unrealistische Projektfristen gedrängt haben und aus den Gesprächen geht außerdem hervor, dass verschiedene Manager Mitarbeiter systematisch psychisch unter Druck gesetzt haben sollen. Alles deutet darauf hin, dass auf Managementebene von CD Projekt Red in den letzten Jahren viele Fehler geschahen. Ihr solltet den Artikel auf Bloomberg selbst lesen, wenn ihr weitere Details erfahren wollt.

Der Chef des polnischen Entwicklers, Adam Badowski, hat auf diesen Bericht mittlerweile geantwortet und zu den Anschuldigungen Stellung bezogen. Er dementiert einige Eindrücke und Thesen, die der Artikel aufbaut, lässt Themen, wie die unterdurchschnittlichen Arbeitsbedingungen, jedoch unkommentiert. Badowski verweist darauf, dass Schreier nicht mit allen Mitarbeitern gesprochen habe und dass der Entwicklungsverlauf von großen Spielen voraussetzt, dass man frühe Demos erstellt, die mit dem finalen Produkt nur noch wenig gemein haben.

Hinter den Kulissen scheint es keine Rolle zu spielen, wie kaputt das Game, die Entwickler oder die gesamte Branche ist. Cyberpunk 2077 verkauft Millionen von Kopien und es ist beinahe ausgeschlossen, dass es kein kommerzieller Erfolg wird. CD Projekt Red hat seit Markteinführung des Sci-Fi-Rollenspiels jedoch massiv an Aktienwert eingebüßt, weshalb bestimmte Analysten nun der Ansicht sind, dass dieser Rückschlag das polnische Unternehmen anfällig für Akquisitionen durch große Unternehmen, wie Activision, EA oder Microsoft, machen könnte.

VGC hat sich mit einem Bericht des Wirtschaftsunternehmens DFC Intelligence beschäftigt, die genau diese These aufgestellt haben. "Grundlegende Öffentlichkeitsarbeit und Marketing" hätten den schwierigen Start des Großprojekts vermeiden können, schließen die Experten. Ob sich momentan jemand traut, CD Projekt Red zu kaufen, ist eine andere Sache, aber die Chefetage wird ganz sicher mit einem blauen Auge davonkommen.

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