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Famicom Detective Club: The Missing Heir And The Girl Who Stands Behind

Famicom Detective Club: Eine Visual Novel von gestern heute neu auf der Nintendo Switch entdecken

Der Mann hinter Metroid ist mit seiner allerersten Videospielgeschichte zurück, die jetzt mit wunderschönen Grafiken versehen ist.

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1988 veröffentlichte Nintendo auf dem Family Computer Disk System die zwei zusammenhängenden Detektivgeschichten „Famicom Tantei Club". Es war die allererste Arbeit des Szenario-Writers und Drehbuchautoren Yoshio Sakamoto, der später als Designer am originalen Metroid arbeitete, bevor er im Unternehmen aufstieg und bis heute die Metroid-Serie betreut. Mit dieser Vorgeschichte ist das Doppelspiel bereits ein historisches Dokument für sich, doch diese Veröffentlichung ist noch aus einem weiteren Grund interessant. Im Westen erscheint das Spiel erstmals offiziell 33 Jahre nach dem japanischen Verkaufsstart.

Auf Nintendo Switch wird die Dilogie am 14. Mai in Form des überarbeiteten, unteilbaren Pakets Famicom Detective Club: The Missing Heir und Famicom Detective Club: The Girl Who Stands Behind veröffentlicht. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die ursprünglichen Visual Novels, die jetzt mit einer englischen Lokalisierung, japanischen Stimmen, neuer Musik und natürlich mit neu gezeichneten HD-Grafiken versehen wurden.

The Girl Who Stands Behind zog bereits ein SNES-Remake nach sich und deshalb habe ich in den letzten Wochen angefangen, The Missing Heir zu spielen und einen ersten Eindruck davon zu erhalten, worauf sich Krimi-Fans einstellen sollten. Was beim Spielen von Famicom Detective Club zuerst ins Auge sticht, sind logischerweise die neuen Grafiken. Nintendo vollzieht einen bemerkenswerten Sprung aus der 8-Bit-Ära, doch die visuelle Aufmerksamkeit genießt feine Details, die über den Standard anderer Visual Novels für aktuelle Konsolen herausgehen. Die Zeichnungen sehen aus, als kämen sie aus einem Anime und die sanften Bewegungen der Charaktere bringen Leben und Natürlichkeit in die Szenen.

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Meine zweite Beobachtung betrifft das archaische Spielsystem. Die Entwickler von Mages scheinen nicht daran interessiert zu sein, die Mechaniken des Originals in irgendeiner Weise zu optimieren, was den Einstieg noch schwieriger gestaltet. Man verzeichnet Fortschritte, indem man Erkundungs- und Dialogoptionen in verschiedenen Menüs auswählt und auf diese Weise neue Informationen erhält. Diese Navigationsstruktur ist nicht die intuitivste der Welt, denn im Jahr 2021 haben wir viele bessere Alternativen gesehen. Deshalb habe ich mich dabei ertappt, die verschiedenen Möglichkeiten immer und immer abzuspielen, in der Hoffnung, neue Erkenntnisse zu erzielen. Lernt aus meinen Fehlern, denn ihr müsst natürlich mitdenken und ab und zu auch diejenigen Optionen auswählen, die nicht hervorgehoben werden.

Ich habe anfangs befürchtet, dass ich das Spiel nicht jederzeit speichern könnte, obwohl eine entsprechende Option in den meisten modernen Spielen die Norm ist. Ihr müsst der Autosave-Funktion und eurem verbleibenden Akkustand nicht blind vertrauen, denn hinter dem Begriff "Untersuchung beenden", unterbrecht ihr eure Ermittlung und gelangt ins Hauptmenü zurück, von wo aus ihr später ungehindert weiterspielen könnt. Falls ihr mehrere solcher Spiele parallel und mit Unterbrechungen spielt, werden sich Features wie "Plot Review" und "Backlog" als nützlich erweisen, um euch nach einer längeren Pause auf den neuesten Stand zu bringen.

Bisher überzeugt mich diese Handlung mit ihren vielen Klischees noch nicht, aber man sollte sich in Erinnerung rufen, dass Mr. Sakamoto in den späten Achtzigern damit beauftragt wurde, dieses Detektivspiel zu entwickeln. Was wir heute als überstrapazierte Elemente von narrativen Abenteuern erkennen, ist damals noch neu, vielleicht sogar revolutionär gewesen. Deshalb werdet ihr alle Grundnahrungsmittel, die wir heute aus Büchern, Serien und den meisten japanischen Rollenspielen kennen, auch hier entdecken: der Protagonist, der sich an nichts erinnert, die reiche Familie mit einem Erbe, das geteilt werden muss, und ein potenzieller Mordfall, der gelöst werden muss.

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Kiku Ayashiro, Familienoberhaupt und Vorsitzende eines großen Unternehmens, stirbt unter verdächtigen Umständen. Ihr werdet viel Zeit damit verbringen, die Beziehung und Motive der Verwandten herauszubekommen, während ihr alle möglichen Richtungen dieses Komplotts aufarbeitet und untersucht. Mich persönlich interessiert bei dieser Arbeit vor allem, mit welcher Qualität das Drehbuch aufgelöst wird. Die Gameplay-Schleife besteht aus dem Sammeln von Hinweisen (der Notizblock vervollständigt die Profile verschiedener Charaktere automatisch), dem Befragen potenziell beteiligter Personen und dem Wiederherstellen von Teilen unseres verlorenen Gedächtnisses. Falls ihr Angst haben solltet, wichtige Hinweise in einer überladenen Szene zu übersehen, steht euch eine etwas träge Scanfunktion zur Verfügung.

Um das ländliche Setting, in dem Famicom Detective Club spielt, zu ergänzen, wurden Stimmen in der Originalsprache aufgenommen, was für diejenigen, die sich für diese Kultur interessieren, eine nette Geste ist. Die Tatsache, dass die Texte nur auf Englisch verfügbar sind und es keine zusätzlichen europäischen Sprachoptionen gibt, wird es vielen Fans möglicherweise erschweren, diese Geschichten zu genießen. Das sieht Nintendo eigentlich nicht ähnlich, folgt aber der Strategie, die wir kürzlich bereits im Falle von Fire Emblem: Shadow Dragon and the Blade of Light gesehen haben. Diese Nischenspiele, die beim ersten Anlauf keine westliche Lokalisierung erhalten haben, bleiben aufgrund der Sprachbarriere also auch heute vielen Menschen versperrt.

Aber bevor ich weiter über Übersetzungen jammere, werde ich lieber überprüfen, wie sich die Geschichten von Famicom Detective Club weiterentwickeln. Bislang ist es ein raues und ungeschicktes Spiel, da es fast so scheint, als ob das NES-Original noch heute unter dem schönen visuellen Upgrade läuft. Selbst wenn es weitgehend lokalisiert worden wäre, würde es schwierig sein, Fans von Hotel Dusk, Professor Layton, Phoenix Wright, Another Code und dergleichen im gemütlichen Bett vor dem Schlafen abzuhalten. Aber vielleicht erwartet uns ja noch eine aufregende Überraschung.

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