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Far Cry 4

Far Cry 4

Neuer Bösewicht, neuer Schauplatz und neuer Held. Trotzdem fühlt sich der jüngste Spross der Reihe sehr vertraut an. Wir waren in der offenen Welt von Far Cry 4 unterwegs.

Wenn wir uns Far Cry 3 in Erinnerung rufen, denken wir vor allem an den ungewöhnlichen Bösewicht und den farbenfrohen Schauplatz. Von dem Rezept verspricht sich Ubisoft offenbar mehr, denn ein Blick auf den Nachfolger zeigt, dass dieser ganz ähnlich gestrickt ist. Als Antagonist wurde König Pagan Min geschaffen, der als exzentrischer Diktator über Kyrat herrscht. Der Staat befindet sich im Himalaya und als Vorbild diente Nepal. Ubisoft betont, dass alles nur fiktiv ist, weswegen die Nepalesen im Spiel auch Hindi sprechen können, obwohl diese eine eigene Sprache haben.

Das Hochland von Kyrat ist recht bunt und auch beim Hauptcharakter Ajay Ghale gibt es Parallelen. Ebenso unfreiwillig wie Jason Brody werden wir im neuen Spiel zum Helden. Eigentlich will Ajay nur den letzten Wunsch seiner Mutter erfüllen und ihre Asche in der geliebten Heimat verstreuen. Doch als er ankommt, herrscht dort ein blutiger Bürgerkrieg. Die Widerstandsbewegung Goldener Pfad kämpft gegen das unterdrückende Regime und seine Eltern, das erfährt er hier, gehörten einst zu dessen Mitbegründern. Damit ist die Sache quasi klar: Wir sollen nun das Werk zu Ende führen und Pagan Min stürzen, damit die Mutter ihre letzte Ruhe finden kann.

Far Cry 4Far Cry 4
Tatsächlich wartet an jeder Ecke eine kleine Mission oder irgendeine andere Zerstreuung.

Etwa zwei Stunden durfte ich mich in Far Cry 4 austoben. Viele neue Details zu Handlung gab es in dieser Zeit nicht, denn der Fokus lag vor allem auf der offenen Welt und ihren vielen Möglichkeiten. Tatsächlich wartet an jeder Ecke eine kleine Mission oder irgendeine andere Zerstreuung. Wenn Einwohner etwa von Schergen des Diktators abgeführt werden, können wir sie retten und dafür Karma-Punkte kassieren. An anderer Stelle befreien wir Außenposten oder schalten Radiostationen mit Propaganda ab und erschließen dadurch das umliegende Gebiet. Dabei können wir in Regel selbst entscheiden, ob wir lieber lautlos vorgehen oder uns den Weg einfach frei schießen. Für beide Varianten gibt es verschiedene Spielmechaniken, die das unterstützen.

Wer unentdeckt bleiben will, kann zuvor die Gegend auskundschaften und mit der Kamera Gegner markieren. Wir können Steine werfen, um Soldaten abzulenken und sie natürlich mit dem Messer schnell und leise ausschalten und ihre Leichen verschwinden lassen. Theoretisch sind sogar die wilden Tiere nützlich, die wir anlocken können, um sie die Drecksarbeit erledigen zu lassen. Auf der anderen Seite gibt es Granaten und einen Haufen Knarren, die sich auch im Laufe des Spiels verbessern und aufrüsten lassen. Und auch bei den Fähigkeiten müssen wir anfangs genau überlegen, in welche Richtung wir uns entwickeln wollen.

Ich habe meist versucht, im Verborgenen einen nach dem anderen auszuschalten, aber meine Stealth-Fähigkeiten sind etwas eingerostet und so ging es häufig fließend in eine Schießerei über. Mir spielt auch das automatische Zielen in die Hände, womit man sich recht leicht der Gegner entledigen konnte. Far Cry 4 fühlte sich hier ein bisschen wie Popcorn-Kino an und obwohl mir das persönlich ziemlich gut gefallen hat, bin ich mir nicht sicher, ob das jedem schmeckt. Außerdem handelte es sich noch immer um die ersten Stunden mit dem Shooter. Wenn der Schwierigkeitsgrad später steigt, funktioniert meine eher planloses Vorgehen sicher nicht mehr so einfach.

Far Cry 4
Wir können auch wilde Tiere nutzen, um Bösewichte auszuschalten.

Ebenfalls Teil der Erfahrung ist ein Koop-Modus, in dem wir zu zweit durch Kyrat streifen. Selbst wenn wir das auch allein hinbekommen können, ist es gerade bei den Fahrzeugen praktisch, wenn sich eine Person auf das Fahren und die andere auf Gegner konzentriert. Noch dazu gibt es viele nette Varianten, sich fortzubewegen: Neben Jeeps und Quads sind da auch noch Jetskis, Luftkissenboote, Elefanten und Gyrokopter, das sind kleine Hubschrauber. Wenn wir in die Luft gehen, ist die Größe und Weitläufigkeit der offenen Welt ziemlich beeindruckend. Im Koop können wir allerdings nicht die Kampagne fortsetzen, sondern nur alles erledigen, was abseitig davon passiert. Deswegen fällt es einem anfangs auch etwas schwer, sich hier zu vergnügen. Ohne Plan und konkretes Ziel hält sich der Spaß etwas in Grenzen.

Doch als wir dann eine kleine Mission gefunden haben, ist Far Cry 4 genauso unterhaltsam wie die guten Koop-Games, die wir schon kennen. Alles funktioniert prima und es gibt viele absurde Situationen. Einmal repariert mein Buddy noch den angekratzten Hubschrauber, nur damit ich ihn kurz danach gegen ein Turm setze und alles explodiert. Wir mussten beide ziemlich lachen. Außerdem ist unser Partner niemand geringeres als Hurk, ein amerikanischer und großspuriger Witzbold mit einem speziellen Fetisch für Elefanten. Wer die Monkey-Business-Erweiterung für Far Cry 3 gespielt, wird ihn bereits kennen. Wieder so eine Parallele zwischen beiden Spielen.

Ein kleines bisschen Skepsis bleibt am Ende. Denn was ich gesehen habe, war noch mit Fehlern durchzogen - sowohl die Solo-Kampagne als auch der Koop-Modus. Allerdings stammt die Version dafür aus dem September und bis zur Veröffentlichung im November bleibt hoffentlich genug Zeit, um vor allem die Synchronisation in den Griff zu bekommen. Etwas erschreckend fand ich persönlich den Umgang mit wilden Tieren. Um unsere Ausrüstung zu verbessern, müssen wir nämlich Tiere jagen und sie häuten. Elefanten stehen nicht auf der Abschussliste, aber der ebenfalls gefährdete Tiger. Nennt mich einen Gutmenschen, aber mir ist diese Funktion etwas zu beiläufig integriert. Zudem gibt es leider keinen anderen Weg, an bessere Ausrüstung zu kommen.

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