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Kritiken
Fast & Furious Crossroads

Fast & Furious Crossroads

Das neue Rennspiel von Slightly Mad Studios basiert auf einem Film-Franchise, doch ihr könnt das getrost abschreiben.

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Fast & Furious CrossroadsFast & Furious Crossroads
Die Geschichte dieses Spiels ist ebenso dünn, dumm und mies geschrieben, wie einige der Filme, auf denen es basiert.

Bandai Namco hat am Freitag Fast & Furious Crossroads veröffentlicht, uns aber weder vorab noch zum Launch eine Testversion zukommen lassen. Also habe ich 70 Euro für das Spiel gezahlt und sofort verstanden, warum mich kein Code erreicht hat. Neben dem Geld habe ich während des Spielens nämlich mehrere Millionen von Gehirnzellen verloren, doch dafür darf ich euch heute das bisher schlechteste Spiel dieses Jahres vorstellen.

Filmlizenzspiele, die auf großartigen Actionfilmen basieren, sind sehr selten wirklich gut. Die Mehrzahl dieser Projekte ist absolut schrecklich, obwohl es natürlich ein paar denkwürdige Ausnahmen gibt (The Chronicles of Riddick: Escape From Butcher Bay, Golden Eye 007, X-Men Origins: Wolverine und das Open-World-Spiel Mad Max). Das neue Rennspiel von Slightly Mad Studios gehört jedoch nicht einmal annähernd in die Nähe von solchen Titeln, ganz im Gegenteil. Es befindet sich eher auf einer Linie mit all den miesen, einfallslosen, schlampigen, sinnlosen, hässlichen und abwechslungsarmen, schlechten Filmlizenzspielen, die zu Recht im Mülleimer landen.

Antagonist Emil (Peter Stormare) ist ein böser alter Mann, der seine Haare mit Butter kämmt. Seine Lippen bewegen sich nicht normal, vielleicht ist das die Ursache dafür, dass sein bösartiges, internationales Verbrechersyndikat die Polizeikräfte auf der ganzen Welt erschreckt. Die einzigen, die Emils fiese Bande von angeheuerten Schlägern wirklich hart treffen und sogar stürzen können, sind ein ehemaliger Mechaniker in einem viel zu engen, weißen Tanktop und dessen Badass-Komplizen.

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Fast & Furious CrossroadsFast & Furious Crossroads
Die Missionen bestehen eigentlich nur daraus, so schnell wie möglich geradeaus zu fahren und dabei Explosionen zu bewundern.

In Fast & Furious Crossroads übernimmt der Spieler die Rolle von Vienna Cole und Cam Stone. Im Verlauf der Kampagne werden wir zwischen diesen spielbaren Protagonisten wechseln, die sich mit Dom Toretto und seiner treuen Gruppe von Autofahrern gegen den sehr, sehr bösen Emil auflehnen. Die Geschichte ist lächerlich dünn, dumm und mies geschrieben, genau wie einige der Filme, auf denen dieses Spiel basiert. Die Newcomer Vienna und Cam haben so wenig Charakter erhalten, dass die Zwischensequenzen mit ihnen schnell wehtun. Es fühlt sich wie eine Bestrafung an, zwischen den Missionen gezwungen zu sein, sich diesen Mist anzuschauen.

In Bezug auf das Gameplay dreht sich Crossroads um hyperlineare Action mit Autos. Entweder müssen wir ein oder mehrere feindliche Autos durch kontinuierliche Crashs im Stile von Chase HQ und Burnout zerstören oder es passiert etwas absolut Irrsinniges. Dann müssen wir einen spektakulären Sprung vollziehen, einen riesigen Safe hinter uns herziehen oder auf ein Flugzeug schießen, das bald abheben will. Die Action-Versatzstücke sind theoretisch gut für das Filmuniversum von Fast & Furious geeignet, immerhin dreht sich da ja auch alles um spektakuläre, unglaubliche Manöver mit dem Auto. Leider kann keiner dieser Aspekte im Spiel wirklich überzeugen, da sowohl das Gameplay, die Fahrzeugphysik, das Strecken-Design, die künstliche Intelligenz, ja sogar die Grafik und erst recht die Kollisionserkennung kumulativ schrecklich versagen.

Es wird sehr schnell klar, dass Slightly Mad Studios dieses Spiel mit wenig Aufmerksamkeit in kurzer Zeit produziert hat, um mit der Lizenz schnelles Geld zu verdienen (immerhin habt ihr meine 70 Euro). Die Autos fühlen sich wie große, schwere, nicht reagierende, über den Boden schlitternde Steine an. Die Missionen sind lächerlich dumm und es geht eigentlich nur darum, so schnell wie möglich geradeaus zu fahren und zu beobachten, wie die Autos vor uns explodieren, sobald sie berührt werden. In einigen Missionen des Spiels sollen wir uns vor der Polizei verstecken oder uns hinter ein feindliches Auto schleichen, doch in Wirklichkeit machen wir nichts anderes, als die Gaspedale durchzudrücken. Es gibt keine künstliche Intelligenz, die die eigenen Fähigkeiten auf die Probe stellt, nur miese Physik und bedeutungslose Linearität, die von unsichtbaren Wänden zusätzlich eingeengt wird.

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Fast & Furious CrossroadsFast & Furious Crossroads
Die Synchronsprecher verleihen diesem Spiel einen beinahe schon verschwenderisch luxuriösen Trash-Faktor.

In diesem Jahr ist mir noch kein großes Spiel unter die Augen gekommen, das grafisch so hässlich war. Fast & Furious Crossroads sieht für mich wie ein vier Jahre altes, schlechtes Handyspiel aus, das ich auf einem großen Fernseher spielen kann. Außerdem bin ich auf viele furchtbare Spielfehler gestoßen, abseits von spontanen Abstürzen in der laufenden Mission. Manchmal habe ich mich in Positionen manövriert, aus denen ich das Auto gar nicht mehr herausfahren konnte (nur neuladen hilft)...

Das einzig Positive an diesem albernen Schrottspiel ist die Tatsache, dass Vin Diesel & Co der Geschichte ihre Stimme verliehen haben. Ich sollte die Synchronsprecher auf jeden Fall loben, da sich dieses Projekt dadurch beinahe schon luxuriös und verschwenderisch anfühlt. Auch wenn das Drehbuch, das sie laut ablesen, absolut mies ist (allerdings sind die Zwischensequenzen, wie bereits gesagt, noch viel schlimmer).

Als Studio, das uns in den letzten Jahren großartige Spiele, wie Project Cars und Project Cars 2 beschert hat, fühlt es sich wirklich tragisch an, dass Slightly Mad so unverständlich tief gesunken ist. In meiner Welt gibt es keinen Zweifel daran, dass Fast & Furious Crossroads das bisher schlechteste Spiel des Jahres ist. Fasst diesen Mist nicht an, nicht einmal mit einem Stock.

03 Gamereactor Deutschland
3 / 10
+
Vin Diesels erotische Stimme, ein paar gute Songs stecken im Soundtrack.
-
schreckliche Physik, furchtbare Grafiken, große Menge schlimmer Spielfehler, lineares Level-Design.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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