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Kritiken
FIFA 10

FIFA 10

Der weltbeste Sport ist zurück - in der digitalen EA-Version. Das Fußballfest des Jahres spielt sich sehr flexibel und äußerst dynamisch. Aber reicht das, um uns auch in diesem Jahr zu einem Kauf zu motivieren?

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Der Ball liegt zum Freistoß bereit, knapp vor dem Strafraum. Stefan Schwarz nimmt Anlauf. Wir befinden uns im Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft 1994 zwischen Schweden und Rumänien. Schwarz läuft am Ball vorbei. Ein Ablenkungsmanöver. Zeitgleich hat sich Tomas Brolin zwischen den fünf Rumänen der Freistoßmauer versteckt. Håkan Mild taucht auf und drückt den Ball nach vorne. Eine perfekte Breitseite erreicht Brolin, der - auf dem Höhepunkt seiner Karriere - einen Sprint hinter der Mauer entlang hingelegt hat. Und: Bang. Einen gestreckten Spann später rasselt das Tornetz spöttisch hinter dem rumänischen Torwart. Ein klassischer Moment.

Der Schlüssel zu dieser Szene war natürlich der Überraschungseffekt. Eine raffinierte Variante, gut eingeübt. Dies ist etwas, was man in FIFA 10 das erste Mal übernehmen kann. In der neuen Trainingsarena können wir Spieler hin und her platzieren, um die perfekte Freistoßvariante zu trainieren. So lässt sich die eingangs erzählte Szene nachstellen, ebenso wie etwas völlig eigenes. Strategie- meets Fußballspiel, besonders dann, wenn die Übungen gegen überrumpelte Kumpels auf dem Sofa oder auch online umgesetzt werden. Hoffentlich mit einem triumphierenden Grinsen und ein paar Sekunden später mit hochgerissenen Armen.

In diesem Jahr ist zudem das körperliche Spiel flexibler. Die Spieler verhakeln sich beim Zweikampf mit den Armen, sie benutzen die Schultern bei ihren Angriffen und schützen den Ball mit dem Körper. Sie ziehen, kämpfen, schuften. Wenn Größe und Schnelligkeit eines Spielers dominieren, müssen wir fast nie die Tackling-Knöpfe drücken, um den Ball zu stibitzen. Das fühlt sich viel dynamischer an als früher. Ist weniger vorhersehbar. Einen Schritt näher an der Wirklichkeit.

Auch die Ballkontrolle in der 2010er-Version subtiler. Wen beide Schussknöpfe gedrückt und gehalten werden, behandelt der Spieler den Ball mit mehr Gefühl und Präzision. So lassen sich hübsche Cuts und abrupte Cruyff-Manöver machen und begrenzte Flächen auf eine Art und Weise ausnutzen, wie es bisher einfach nicht ging. Endlich werden mit straffer Ballkontrolle Dinge wie Zlatans fantastisches Solotor replizierbar, das der Schwede zu der Zeit eintütete, als er noch das Ajax-Trikot trug. Alle, die Fußball lieben, wissen, von welchem Tor wir sprechen.

FIFA 10 reagiert deutlich schneller, obwohl wir immer noch ein wenig von der Trägheit der Spieler erahnen, mit der die FIFA-Serie lange zu kämpfen hatte. Hier gibt es übrigens definitiv noch mehr Spielraum für Verbesserungen.

Dahingegen tragen die Feinjustierungen, die am Passspiel, der künstlichen Intelligenz, den Animationen und den Schüssen vorgenommen wurden, zu einem spürbar verbesserten Fluss und Tempo bei. Die KI analysiert und benutzt Flächen smarter. Sie krümmt die Sprints, um ein Abseits zu verhindern und verteidigt den Strafraum, indem sie Flächen logischer deckt. Außerdem sieht das Ganze absolut fantastisch aus. In der Standardperspektive ist es wirklich schwer, FIFA 10 von einem richtigen Match im Fernsehen zu unterscheiden. Die Animationsarbeit ist schlicht beeindruckend: Alles von den Dribblings bis hin zum Schiedsrichter, der den sich nähernden Bällen ausweicht, sieht absolut naturgetreu aus. Aus der Nähe betrachtet sehen viele der Spitzenspieler ihren Vorlagen extrem ähnlich.

Außerdem hört sich alles sehr gut an. Das fällt uns besonders stark beim Vergleich des fertigen Spiels mit der Vorschauversion auf, in der der Sound noch arg krächzte. Hier wird deutlich, wie wichtig der Sound für das Gesamterlebnis ist. Die altbekannten Kommentatoren machen wie immer einen guten Job in ihrer Kabine und der Stadionsound trägt perfekt zur fantastischen Atmosphäre bei. Vor jedem Match herrscht fast ein wenig feierliche Stimmung, wenn wir das Dröhnen des Publikums hören und die Spieler in zwei geordneten Reihen aufs Spielfeld treten. Genau so, wie es sein soll.

Genau wie schon NHL 10 beinhaltet FIFA 10 einen stark überarbeiteten Managermodus, in dem die Spielergebnisse auf den Stärken und Schwächen des Teams und den Spielern basieren. Spielerwechsel werden davon beeinflusst werden, wie viel Geld und Prestige der Verein hat sowie von der Konkurrenz der anderen KI-gesteuerten Vereine. Die Entwicklungskurven der Spieler hängen von Alter und Umgebung ab. Ebenso wie beim Eishockey ist das irgendwie viel zu viel Papierarbeit, als dass es unser Interesse ernsthaft kriegen könnte.

Ist aber natürlich verständlich, was ein solcher Spielmodus für viele bedeutet. Auch wenn es für alle Bekehrten schön ist, das gesamte Fußballerlebnis in ein und demselben Paket verschnürt zu haben, so kommt das hier natürlich niemals an ein extrem spezialisiertes Spiel wie Fußball Manager heran.

Spielzeit ist Qualitätszeit - und das ist auch bei FIFA 10 so. Im neuen Virtual-Pro-Modus können wir ein Foto von uns machen und auf die Homepage von EA hochladen, es dort redigieren und dann auf dem virtuellen Alter Ego montieren. Das digitale Ebenbild ist online und offline nutzbar, in allen Spielmodi. Erfahrungspunkte sammeln, die die eigenen Fähigkeiten verbessern, Ziele erreichen und so neue Ausrüstung erarbeiten. Das Ganze hat sehr viel von einem Rollenspiel, in dem der Schauplatz nicht Azeroth heißt, sondern Camp Nou oder Old Trafford.

Wir können das Alter Ego natürlich auch im Be-a-Pro-Modus benutzen, in dem nur wir selbst als einziger Spieler spielen. Die weniger intensive Natur von Fußball eignet sich für dieses Konzept jedoch nicht so gut wie es bei NHL 10 der Fall ist. Es fehlt das richtige Engagement im Spiel und die immer noch leicht träge Spielkontrolle macht sich stärker bemerkbar, wenn nur ein Spieler gesteuert wird. Wie auch immer ist dies eine Alternative, und zwar keine schlechte.

Außerdem: Stellen wir uns Online-Ligen mit von den Usern erschaffenen Teams vor, Turniere und Live Season 2.0 - hier spielen wir inklusive ständig aktualisierter Verletzungen, Verwarnungen, roten Karten und Formkurven, die mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Wir garantieren, dass das fast jeden Fans bis zur nächsten Saison beschäftigt. Mindestens.

FIFA 10 ist also vollgestopft mit Inhalten, ein Contentmonster. Wir hätten weitere Neuigkeiten dennoch mit offenen Armen empfangen. Das flexiblere und körperlichere Spiel und die empfindlichere Ballkontrolle reichen dennoch aus, um uns zufrieden zu stellen. Wer nun der Meinung ist, auch gut ohne diese spielbezogenen Neuerungen weiterleben zu können, der kann guten Gewissens die Vorjahresversion weiterzocken. Im letzten Jahr haben wir "diesem anderen Fußballspiel" den Rücken zugekehrt. FIFA 10 ist insgesamt eine solch überzeugende Verbesserung, dass es viel brauchen wird, damit wir nochmals die Lager wechseln.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Flexible Ballphysik, tolles Tempo, viel Inhalt, verdammt hübsche Grafik, richtig guter Sound
-
Ein bisschen zu wenig Neuigkeiten, immer noch ein wenig träge Spielkontrolle
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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