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Pro Evolution Soccer 2012

"FIFA hat gegenüber PES aufgeholt"

Jon Murphy ist der europäische Team-Leiter für Pro Evolution Soccer. Seit dem er angetreten ist, hat er eines ganz sicher geschafft, nämlich ordentlich Leben in den Laden gebracht. Die Interviews sind meist ungewöhnlich und gehen weit über die üblichen PR-Floskeln hinaus. Nur wenige Leute sprechen so offen und ehrlich über ihr Produkt und Murphy bleibt auch bei kritischen Fragen gelassen. David hat sich mit ihm getroffen und wollte endlich wissen, warum Messi eigentlich nicht mehr auf dem Cover ist...

Pro Evolution Soccer 2012
Jon Murphy ist europäischer Team-Leiter von Pro Evolution Soccer bei Konami.

Jon Murphy, du nutzt Twitter sehr intensiv für den Austausch mit der PES-Community. Wie wichtig war Twitter für Feedback von den Fans?
Für mich ist es eigentlich nicht so wichtig für Feedback, sondern eher um in Kontakt zu bleiben. Als ich bei Konami anfing, habe ich gemerkt, dass es eine große Distanz zwischen den Fans und dem Entwicklerteam gab. Wenn die Fans unglücklich waren, dann hatten sie einfach das Gefühl, mit dem Kopf gegen eine Mauer zu hauen. Es gab einfach niemanden, an den sie sich richten konnten. Twitter war für uns darum in erster Linie wichtig, um wieder mit den Fans in Kontakt zu treten. Es ist natürlich immer gut, wenn wir konkrete Ideen auch umsetzen können. Aber ich denke es ist am wichtigsten, dass wir uns auf diesem Wege eine sehr gute Vorstellung davon machen können, was die Leute gerne hätten.

Wie wichtig sind Lizenzen für ein Fußballspiel?
Sehr wichtig, leider. Unser Bestreben geht natürlich dahin, so viele Lizenzen wie möglich zu bekommen. Aber die Realität ist einfach mal, dass es da draußen Leute mit einem riesigen Haufen Geld gibt, die sie sich ohne Probleme kaufen können. Für uns sind sie einfach sehr schwer zu bekommen. Momentan ist es nun mal leider so, dass Lizenzen unheimlich wichtig sind. Vielleicht wird sich das ja in der Zukunft ändern, wenn man sich ein Spiel vorstellt, das weniger Lizenzen hat, bei dem sich aber die Spieler Lizenzen nach ihren eigenen Vorlieben herunterladen können.

Borussia Dortmund ist als deutscher Meister und Champions League-Teilnehmer momentan sehr beliebt. Wurde mit dem Verein verhandelt?
Da mit Shinji Kagawa ein sehr beliebter japanischer Spieler bei Dortmund spielt, war eine Lizenz natürlich besonders für die japanischen Fans sehr interessant. Leider ist uns das nicht gelungen. Wir haben in Deutschland eine Situation, ähnlich der in Großbritannien. In beiden Ländern ist es uns leider nicht möglich, eine Lizenz für die Liga zu bekommen, weswegen wir nur wenige Teams lizensieren können.

Warum gibt es dann keine "falsche" deutsche Liga in PES, so wie es auch eine unechte Premier League gibt, in die die lizensierten Teams eingebettet sind?
Das hat schlicht und ergreifend rechtliche Gründe. Wir hätten natürlich auch gern eine deutsche Liga, wie es sie schon mal in PES gab, aber naja...

Pro Evolution Soccer 2012
"Für mich ist es eigentlich nicht so wichtig für Feedback, sondern eher um in Kontakt zu bleiben."

In der Vergangenheit hatte ich persönlich das Gefühl, dass die FIFA-Spiele eine ganze Menge von PES gelernt haben, wodurch sie immer besser wurden...
...meinst du denn, dass sie damit aufgehört haben?

Die Antwort würden wir gerne von Jon Murphy hören...
Mir persönlich fallen aktuell drei Dinge ein, die FIFA von uns gelernt hat. Da wären zum Beispiel unsere präzisere Steuerung, die wir im letzten Jahr eingeführt haben, das Hold-up Play aus dem letzten Jahr (Anm. d. Red.: in FIFA 12 als "taktisches Verteidigen" zu finden) und sie haben viel an Kollisionen in den letzten Jahren gearbeitet.

Was ich eigentlich fragen wollte: Was habt ihr im Gegenzug von FIFA gelernt?
Natürlich spielen wir auch FIFA. Das ist ja auch fast selbstverständlich. Ich würde aber nicht sagen, dass wir Features bei FIFA kopieren. Was wir aber in der Vergangenheit gemerkt haben, ist dass die Spielgeschwindigkeit bei FIFA für die Spieler angenehmer war. Das ist eines der Dinge, die wir gelernt haben. Ich finde es persönlich zudem sehr gut, dass wir dank FIFA etwas unter Zugzwang geraten sind. Wir hatten über mehrere Jahre eine sehr komfortable Situation, FIFA hat aufgeholt und jetzt war es wieder an uns, das eigene Spiel zu verbessern.

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Warum ist Messi nicht mehr auf dem Cover?
Öhhh... nun, ja... das Interview ist zu Ende.

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