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GR-Awards 2017: Martins Lieblinge

Die deutsche Gamereactor-Crew verteilt 2017 originelle Preise an eigensinnige Spiele. Heute erzählt euch Martin von den Titeln, die er gerne gespielt hätte.

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Bevor wir den Jahreswechsel mit unseren offiziellen Spielen des Jahres feiern, wollen wir vom deutschsprachigen Gamereactor-Team die Chance nutzen und euch von einigen unserer persönlichen Gaming-Highlights aus 2017 vorschwärmen. In den letzten zwölf Monaten kamen viele große Blockbuster und kleine Perlen auf und kaum jemand wird das alles mitgenommen haben. Martin kann davon ein Lied singen, denn Zeit für all das hat er in diesem Jahr leider nicht gefunden.

GR-Awards 2017: Martins Lieblinge

"Neue, alte Liebe"-Award - an all die aufgeschobene Liebschaften von 2017

Ich habe kein Thimbleweed Park gespielt, kein What Remains of Edith Finch, kein Super Mario Odyssey, kein Divinity: Original Sin II, kein Golf Story, kein The Inner World 2, kein Pyre, kein Xenoblade Chronicles 2, kein Cuphead, kein Gorogoa, Kein Horizon: Zero Dawn und auch kein Undertale - und dabei besitze ich die Mehrheit der Spiele sogar! Nur Zeit zum Spielen hatte ich noch nicht.

2017 war für mich ein Jahr mit schönen Überraschungen. Und weil gern mit diesem wunderbaren Gefühl hausieren gegangen wird, muss ich etwas weiter ausholen. Videospiele sind noch immer ein relativ junges Medium und deswegen bleiben sie weiterhin spannend. Trotzdem ist es für alte Hasen ein bisschen wie in einer langen Beziehung: Irgendwann kehrt ein gewisser Trott ein. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mit Super Mario Bros. und Tetris die ersten Schmetterlinge im Bauch hatte. Meine erste große Liebe war dann The Legend of Zelda: A Link to the Past. Diese Erfahrung war magisch.

Ein Spiel ist dann etwas ganz Besonderes, wenn ihm gelingt dich so tief in seinen Bann zu ziehen, dass es echte Emotionen auslöst. Wenn du keine Pixel oder Polygone mehr siehst, sondern nur eine fantastische Welt. Wenn es dich einfach nicht mehr loslässt. Und wenn du auch lange Zeit später noch, bei dem kleinsten Gedanken daran, leicht ins Schwärmen kommst. Dieses Gefühl ist nicht leicht zu reproduzieren. Es gibt kein Patentrezept. Und je älter ich werde, desto seltener habe ich es. Und genau deswegen lobe ich 2017 als ein Jahr mit schönen Überraschungen. Es hat mich daran erinnert, warum ich so gerne zocke.

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Von sympathischen Indie-Hits und großen Versäumnissen - wir alle hätten gern mehr Zeit dafür.

Zeitfresser-Award - The Legend of Zelda: Breath of the Wild von Nintendo

Klassischerweise gehört in diese Kategorie ein Spiel wie Civilzation oder Picross. Ich habe im Bezug auf Strategie- und Puzzlespiele ein nicht offiziell diagnostiziertes Suchtproblem. Und ja, tatsächlich habe ich den trüben Sommer mit Picross 3D: Round 2 auf dem Nintendo 3DS verschwendet - knapp 100 Stunden brauchte ich zum Durchspielen. Ganz vorn aber landete mit 135 Stunden für mich untypisch ein Action-Adventure. The Legend of Zelda: Breath of the Wild hat mich trotz der hohen Erwartungen komplett weggeblasen.

Ich bin bis heute völlig fasziniert davon, wie es den Entwicklern gelungen ist, der offenen Welt so viel Abwechslung und Leben einzuhauchen. Es gibt keine lineare Struktur und dennoch packt dich das Abenteuer und wird zu deinem ganz persönlichen Erlebnis. Und besonders beeindruckend ist, dass die lange Spielzeit nicht auf Kosten der Dichte und konstant guter Unterhaltung geht. Und wie genial dieses Spiel ist, dafür brauchte ich etwas Abstand. Auf den ersten Blick löste The Legend of Zelda: Breath of the Wild nur Schmetterlinge aus. Inzwischen kann ich ganz offen sagen, das hier geht weit über das klassischer Verliebtsein hinaus. Das hält länger.

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Mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild hat Martin wieder Schmetterlinge im Bauch gespürt.

Technik-Award - an Resident Evil 7: Biohazard von Capcom

Neue Technologie braucht manchmal etwas Zeit. Gelegentlich ist auch ein zweiter Anlauf nötig. Virtual Reality konnte sich in den Neunzigern nicht durchsetzen und ob es diesmal gelingt, scheint noch immer nicht ganz klar zu sein. Zum Jahresanfang gab es endlich die perfekte Visitenkarte für die schöne neue Welt. Resident Evil 7: Biohazard war nicht nur der starke Neustart einer Serie mit Selbstfindungsproblemen, sondern auch das erste große Spiel für Playstation VR. Wer bis dahin Zweifel hatte, dass so etwas funktionieren und noch dazu die Erfahrung bereichern kann, wurde eines Besseren belehrt.

Auch ich gehörte zu den Zweiflern. Ich war skeptisch, was die Qualität von Resident Evil angeht und Playstation VR erschien mir mehr wie ein Gadget. Doch ich lernte mich wieder richtig zu gruseln und bekam obendrauf ein völlig neues Spielgefühl. Resident Evil 7: Biohazard ist ein Neuanfang der aktuelle Trends berücksichtigt und gleichzeitig bringt es auf den Punkt wofür die Reihe steht. Es verbindet dabei Horror, Spannung, Rätsel, Action, Gore und den Kampf ums Überleben. Kurz gesagt ist es genau das, worauf wir gewartet haben: Endlich ein Grund zur Panik!

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Resident Evil 7: Biohazard ist ein spannender Neuanfang, der sich in virtueller Realität fast noch besser anfühlt.

Das waren nur ein paar persönliche Themen unseres guten Freundes Martin, mehr und noch viel spannendere Artikel gibt es bei uns bis zum Ende des Jahres. Was sind eure Gaming-Highlights aus 2017?

GR-Awards 2017: Martins Lieblinge
Vom 27. bis zum 31. Dezember verleihen wir die offiziellen GR-Awards an die Spiele des Jahres 2017.


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