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Ironfall: Invasion

Ironfall: Invasion

Der französisch-kanadische Entwickler VD Dev hat schon dem Game Boy Advance hübsche 3D-Welten beschert. Auf dem 3DS setzt er neue Maßstäbe.

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Das Genre der Shooter steckt zumindest in meiner Wahrnehmung ein bisschen in der Klemme. Sie sind sich inzwischen alle zu ähnlich, sind stumpfsinnig oder einfach nur generell eintönig. Das zu kritisieren erscheint mir objektiv ziemlich schwierig, außerdem denke ich sowieso, dass man das Problem an anderer Stelle suchen sollte. Erscheint ein neuer Vertreter auf dem Markt, muss sich dieser unweigerlich gegen die Platzhirsche, wie Call of Duty oder Battlefield, behaupten. Vielen Entwicklern gelingt das nur, indem sie die Essenz ihres Shooters mit Elementen aus anderen Genres vermischen.

So entstehen Ausnahmeerscheinungen wie Borderlands, das kürzlich erschienene Evolve und meinetwegen auch Destiny. Aber ein reinrassiger Shooter, der hat es einfach schwerer. Diese Spiele erreichen häufig nicht die Qualität eines Call of Duty. Kurioserweise richtet sich der allgemeine Tenor der Spieler dann doch gegen die beiden oben genannten Spiele, obwohl sie faktisch auf hohem Niveau konzipiert werden. Ich finde das paradox und glaube, dass Spieler von Egoshootern eigentlich wissen sollten, worauf sie sich einlassen. Für diese Spieler hat nun ausgerechnet Nintendo ein Spiel entwickeln lassen, das sich aus mehreren Gründen nicht vor Größen wie Battlefield und Co. verstecken muss.

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Ironfall: InvasionIronfall: Invasion
Es handelt sich im Grunde um einen typischen Third-Person-Shooter - aber auf dem 3DS und ziemlich hübsch.

Ironfall: Invasion ist auf den ersten Blick einer dieser typischen Third Person-Shooter, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Feindlich gesinnte Roboter-Aliens erobern gerade unseren Planeten, dieser Streitmacht stellt sich ein Held quasi im Alleingang entgegen und zum Dank kommentiert ständig jemand all unsere Aktionen mit postpubertären Rufen. Neben bleihaltiger Luft, kessem Machogehabe und explosionsgeladener Unterhaltung lassen sich fast alle gängigen Action-Klischees in irgendeiner Weise auch in Ironfall: Invasion finden. Das Besondere an diesem Titel ist vielmehr die Plattform, auf der er gespielt wird. Das ist nämlich Nintendos 3DS-Handheld.

Die Kampagne thematisiert die Zuspitzung eines Krieges mit den außerirdischen Dyxides. Die Geschichte dreht sich vorrangig um den sehr stereotypen Soldaten Jim, der sich selbst meist Woper nennt. Die Alien-Invasion ist bereits im vollen Gange und die Menschheit steht kurz vor der totalen Ausrottung. Jedenfalls soll diese Stimmung am Anfang der Kampagne entstehen, so wie ich das mitbekommen habe. Rein spielerisch merken wir das natürlich nicht. Als Ein-Mann-Armee schießen wir uns problemlos durch die Reihen der heranrückenden Feinde. Die Außerirdischen sind allesamt Roboter, die aus alten Star Wars-Filmen stammen könnten und die meisten davon sind leichte Beute. Doch neben den Kanonenfutter-Androiden gibt es viele weitere Gegner-Gattungen, die spezielle Herangehensweisen erfordern. Da wäre zum Beispiel der Bohrwurm zu erwähnen, den wir lieber aus sicherer Entfernung bekämpfen.

Je nach Können dauern die Missionen meist eine gute Stunde. Sogar auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad kann ein Ableben des Helden unvorsichtige Spieler abbremsen. Und dafür muss niemand zwingend unfähig oder gar komplett kopflos agieren. Meist stellt die Masse der Gegner und die Beschaffenheit der Karte ein Problem dar, an das wir uns erst gewöhnen müssen. Aber keine Angst, der letzte Speicherpunkt ist nie weit entfernt und Ladezeiten wurden generell kurz gehalten.

Ironfall: Invasion
Immer wenn der Macho mit plumper Kraft nicht weiterkommt, spielen wir Finch, die Pilotin und Weggefährtin.

Als Lebensanzeige fungiert ein Pulswert, der auf dem zweiten Bildschirm des 3DS angezeigt wird. Schnellt der Puls in die Höhe, färbt sich der Bildschirm rot und wir sollten das Dauerfeuer der Aliens verlassen und Jim eine Verschnaufpause verschaffen. Ein Deckungssystem, wie man es aus Third Person-Spielen kennt, fehlt bei Ironfall: Invasion natürlich auch nicht. Ähnlichkeiten zu Vorbildern wie Gears of War liegen auf der Hand, doch dafür muss sich das Spiel keinesfalls schämen. In diesem konkreten Fall passt das gesamte Konzept einfach vorne und hinten und wir Spieler merken das.

Die Actionpassagen werden immer mal wieder durch kleine Rätsel-Einlagen durchbrochen. Zugegeben, diese Minispiele stellen niemandem vor eine echte Herausforderung, doch es sorgt für etwas Abwechslung. Weitere Zerstreuung verschafft uns Finch, die Pilotin und Weggefährtin des Rambo. Immer wenn der Macho an einer Stelle festsitzt und mit plumper Kraft nicht weiterkommt, spielen wir sie. Doch leider trägt die flotte Heldin im Gegensatz zum Muskelprotz lediglich eine Maschinenpistole bei sich, was bei zahlenmäßiger Überlegenheit der Gegner etwas frustrierend sein kann. Auch deshalb, weil sie de facto nur über sehr begrenzte Munitionskapazitäten verfügt. Vor allen in den Gesprächen zwischen den beiden Charakteren beweisen die Entwickler sehr eindrucksvoll, wie man erfolgreich ein Gehirn von Muskeln trennt.

Was mir während des Spiels vor allem ins Auge gestochen ist, ist die hübsche Umgebung. Die Detailstufe, Texturen aber auch die flüssigen Animationen ergeben eine wirklich schön mit anzusehende Gesamtpräsentation. Und nebenbei erwähnt, Ironfall: Invasion läuft selbst bei hohem Gegneraufkommen und farbenprächtiger Umwelt absolut reibungslos. Lediglich der Einsatz des 3D-Effektes kann den kleinen Handheld an einigen Punkten in die Knie zwingen, aber das ist so selten, dass wir leicht darüber hinwegsehen können. Auch auf musikalischer Ebene muss sich dieses Spiel nicht verstecken. Natürlich hören wir in erster Linie metallisches Klicken und Mündungsfeuer, aber nebenbei laufen manchmal eben auch coole Songs.

Ironfall: Invasion
Der Shooter sieht fabelhaft aus läuft selbst bei hohem Gegneraufkommen und farbenprächtiger Umwelt absolut reibungslos.

Das größte Problem des Spiels ist leider wieder einmal die Konzeption der Hardware. Eigentlich sollte Ironfall: Invasion ganz sicher nicht auf den alten 3DS-Systemen gespielt werden, oder zumindest nicht ohne Circle Pad Pro. Anderenfalls ist das Steuerungsschema einfach zu überladen, worunter der Spielgenuss deutlich leidet. Die Kampagne ist leider auch so eine Sache für sich. Einerseits fehlen der Geschichte innovative Aspekte, um sich von der Konkurrenz auf anderen Plattformen abzuheben. Noch dazu schwappen uns so unfassbar viele Klischees entgegen, dass wir Gefahr laufen, davon erschlagen zu werden. Das gesamte Singleplayer-Erlebnis empfand ich als sehr stumpfsinnig, doch dank der hervorragenden Technik spielte es sich zumindest sehr zufriedenstellend.

Ironfall: Invasion läuft viel flüssiger, als die meisten mobilen Shooter auf Smartphones und vor allem im Multiplayer überzeugt es. Dort dürfen sich bis zu sechs Spieler mit- oder gegeneinander in unterschiedlichen Kategorien messen. Es gibt einen Überlebensmodus, das klassische Deathmatch und Team-Varianten davon. Wahnsinnig viele Auswahlmöglichkeiten bietet der Titel zwar nicht, doch für jede Situation lässt sich eine entsprechende Knarre finden. Wer für schnelle Actiongelage zu begeistern ist oder sich selbst davon überzeugen will, wie sich ein Shooter auf dem 3DS spielt, der sollte sich die kostenlose Demo von Ironfall: Invasion herunterladen und dem Spiel eine Chance geben.

Ironfall: Invasion
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
sehr gute technische Verarbeitung, tolle Präsentation, endlich ein ordentlicher Shooter auf dem 3DS, Mehrspielermodus überzeugt
-
Steuerung auf alten 3DS-Modellen problematisch, sehr lahmer und einseitiger Singleplayer
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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