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It Takes Two

It Takes Two

Hazelight kehrt zurück mit einem neuen Koop-Abenteuer, für das ihr zwingend einen Mitspieler braucht.

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Es gab so einige Spiele, die speziell für Koop-Freunde entwickelt wurden. Meistens helfen wir einander an erhöhten Vorsprüngen aus oder ein Spieler schießt, während der Andere ein Auto fährt. Game Director Josef Fares und sein Studio Hazelight haben den Gedanken ein wenig weiter gedacht und mit It Takes Two einen neuen Standard für Koop-Spiele erschaffen.

Zu Beginn des Spiels werden uns die Eltern Cody und May vorgestellt, deren Liebe leider langsam verblasst. Die Beiden streiten sich mittlerweile ständig wegen Kleinigkeiten und ihre Tochter wünscht sich nichts sehnlicher, als ein Ende des ewigen Gezankes. Ihr Wunsch geht Erfüllung, denn die beiden Eltern verwandeln sich plötzlich in kleine Puppen.

Sie finden sich in einer fantastischen Version der realen Welt wieder, in der Spielzeuge lebendig werden und Tiere sprechen können. Nur ein Buch mit dem Namen Dr. Hakim scheint zu wissen, was hier vor sich geht und es hält die Geschichte zusammen, die wie eine Art gutgeschriebene Sitcom erzählt wird. Die Eltern müssen sich den Fehlern stellen, die sie in der Vergangenheit verschuldet haben. Gleichzeitig sind sie gezwungen zusammenarbeiten, um wieder nach Hause zu ihrer Tochter zu gelangen.

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Ihr kommt nur voran, wenn ihr mit eurem Partner zusammenarbeitet.

Obwohl wir uns weitestgehend in einem großen Haus aufhalten, wird das Abenteuer der beiden Eltern deutlich durch den Umstand erschwert, dass sie plötzlich auf Daumengröße geschrumpft wurden. Alltägliche Dinge werden dadurch zu einem gigantischen Problem und das ist der gleichzeitig der Grund, warum wir während dieser Reise plötzlich vor einem reißenden Fluss stehen, das Weltall erkunden oder es mit einem terroristischen Eichhörnchen zu tun bekommen.

Ich formuliere das alles so vage wie möglich, um euch die Überraschungen nicht zu verderben. Das Abenteuer mag nur in einer kleinen Villa spielen, aber das bedeutet nicht, dass es It Takes Two bei seinen Umgebungen oder dem Gameplay an Abwechslung fehlt. Letztlich ist es jedoch insbesondere dem Koop-Aspekt zu verdanken, dass dieses Spiel zu einer einzigartigen Erfahrung wird. Genau wie das vorherige Werk von Hazelight wird fast das gesamte Abenteuer im Splitscreen-Modus gespielt - egal ob lokal oder online. Das ist nötig, da ihr jederzeit sehen müsst, was euer Mitspieler gerade tut.

Die Herausforderungen bestehen aus Jump'n'Run-Sequenzen, Rätseln, Actionpassagen, Koordinationsübungen, Bosskämpfen und vielem mehr. Ich war wirklich überrascht von der Kreativität der Aufgaben, die nur durch Zusammenarbeit und Kommunikation gemeistert werden können. Das hier ist kein Einzelspielerspiel und ihr kommt nur voran, wenn ihr mit eurem Partner zusammenarbeitet.

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Wenn ihr das letzte Spiel von Hazelight kennt (A Way Out), dann werdet ihr sicher einige Elemente wiedererkennen.

Spielerisch trefft ihr auf sehr unterschiedliche Aufgaben: Manchmal soll man sich gegenseitig aus einer Kanone abzufeuern (einer zielt, der andere schießt) oder ihr bewegt zusammen ein Auto vorwärts (dabei lenkt einer das Fahrzeug, während der Mitspieler die Beschleunigung übernimmt). So etwas kennt man bereits aus anderen Spielen, aber das meiste Zeug ist wirklich brillant und erinnert an die verrückten Einfälle, die Nintendo manchmal hat. In manchen Leveln bekommen wir zusätzliche Werkzeuge oder Gadgets an die Hand, die für weitere Veränderungen sorgen. It Takes Two kann immer wieder überraschen und stagniert nie.

Es gibt sogar einige Minispiele in denen wir gegeneinander antreten, darunter ein Panzer-Minispiel, Pferderennen und Zielwerfen. Die kleinen Ablenkungen folgen meist einer simplen und intuitiven Prämisse, doch sie bieten genügend Tiefgang, um zu unterhalten. Habt ihr sie einmal freigeschaltet, könnt ihr all diese Aktivitäten auch direkt aus dem Hauptmenü heraus starten.

Die Steuerung zählt für mich zu den größten Kritikpunkten an It Takes Two. Bei so vielen Gameplay-Elementen ist es natürlich schwer, alles perfekt hinzubekommen, aber die Kontrolle ist eigentlich nie so präzise, wie ich mir das gewünscht hätte. Die Entwickler wissen das ebenfalls, denn sie versuchen diesen Mangel mit einem niedrigen Schwierigkeitsgrad auszugleichen. Solange ein Spieler lebt, wird der andere beliebig oft wiederbelebt und auch die Kontrollpunkte sind großzügig verteilt worden, selbst in den Bosskämpfen.

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Cody und May sind sie gezwungen zusammenarbeiten, um wieder nach Hause zu ihrer Tochter zu gelangen.

Diese Auseinandersetzungen gehören häufig zu den Höhepunkten von Spielen, aber in It Takes Two sehe ich sie ehrlich gesagt eher bei den Schwächen. Auf der einen Seite wird das Spiel actionorientierter, was nicht gut mit der unpräzisen Steuerung einhergeht. Auf der anderen Seite ist häufig unklar, wie wir dem Boss denn nun genau Schaden zufügen. Nach der Lösung zu suchen macht Spaß, aber weil es immer Trial & Error voraussetzt, nervt es leider auch.

Trotz dieser Fehler ist It Takes Two ohne Frage ein wirklich gut gemachtes Spiel. Neben dem Koop, der alles übertrifft, was ich in diesem Bereich bisher gespielt habe, ist auch die Sprachausgabe souverän - genau wie die Musik und die wirklich schicke Grafik. Die Geschichte wird keine Preise bekommen, aber das Setting funktioniert und macht uns neugierig, wie die Reise von Mary und Cody enden wird.

Insgesamt hat sich It Takes Two somit eine hohe Wertung verdient. Spielt das Abenteuer mit eurem Partner oder einem guten Freund, denn eure Freundschaft wird zwar etwas auf die Probe gestellt, sie wird auch gestärkt, sobald ihr die Aufgaben gemeinsam meistert. Da ihr das Spiel mit jemand anderem online teilen könnt, solltet ihr hoffentlich keine Schwierigkeiten haben, selbst in diesen unsteten Zeiten einen geeigneten Mitspieler zu finden. Probiert es aus, denn It Takes Two setzt die neue Messlatte für Koop-Spiele höher. Daran müssen sich in nächster Zeit alle anderen Koop-Titel abarbeiten.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Koop-Gameplay bleibt frisch und aufregend, gelungene Sprachausgabe, passende Musik.
-
Steuerung ist nicht präzise genug, Bosskämpfe fordern viel Herumprobieren.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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