Deutsch
Gamereactor
Kritiken
Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning

Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning

Nach mehr als acht Jahren ist es nun an der Zeit, in die Königreiche von Amalur zurückzukehren.

You're watching

Preview 10s
Next 10s
Werben

You're watching

Preview 10s
Next 10s
Werben

Kingdoms of Amalur: Reckoning aus dem Jahre 2012 ist zweifellos eines meiner Lieblingsspiele aller Zeiten. Die Geschichte, das Kämpfen und das allgemeine Erscheinungsbild haben in meiner Erinnerung etwas geschaffen, das mehr als nur ein Spiel war. Der mittlerweile aufgelöste Entwickler 38 Studios hat in meinem Empfinden damals eine Erfahrung geschaffen, die atemberaubenden Spielen wie Suikoden II auf der PS1, Goldeneye auf dem N64 und Halo auf der ursprünglichen Xbox in nichts nachsteht. Als ich diese Games zum ersten Mal spielte, wusste ich sofort, dass ich mich auf etwas ganz Besonderes einließ. Kingdoms of Amalur: Reckoning war 2012 ganz genauso.

Dass ich Goldeneye erwähne, hat seinen Grund: Für seine Zeit war Rares Shooter ein umwerfendes Spiel, das mich stundenlang glücklich machen und toll unterhalten konnte. Doch sollte der Titel in der heutigen Zeit erneut veröffentlicht werden, dann würde das Remake zwar zweifellos viel Nostalgie in mir auslösen, die Mechaniken, das Gefühl der Steuerung und die allgemeine Stimmung wären jedoch furchtbar veraltet und nicht länger zeitgemäß. Leider beschreibt das auch mein gegenwärtiges Gefühl für Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning.

Die Entstehungsgeschichte hinter Kingdoms of Amalur: Reckoning ist eine eigene Lektüre. Es war das Leidenschaftsprojekt eines Baseballstars, der die Hilfe des Bestsellerautors R.A. Salvatore aufsuchte. Der Comiczeichner Todd Macfarlane (der Schöpfer von Venom) hat die künstlerische Arbeit verantwortet und Ken Rolston, der zuvor am The-Elder-Scrolls-Franchise arbeitete, war ebenfalls daran beteiligt. Zusammen schuf dieses Dreamteam eines der am meisten unterschätzten Rollenspiele der letzten Generation, das im Laufe der Zeit langsam ein Geheimtipp wurde.

Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning
Kingdoms of Amalur: Re-ReckoningKingdoms of Amalur: Re-Reckoning
Was das Original so großartig machte, war der Kampf, die Geschichte und wie beiden Dinge ineinandergriffen.

Ich frage mich oft, wie eine Fortsetzung ausgesehen hätte, aber wir werden es nie erfahren, denn das Entwicklungsstudio ist mittlerweile bankrott und aufgelöst. Glücklicherweise gelang es THQ Nordic vor ein paar Jahren, das Franchise zu kaufen und deshalb stehen wir nun vor dieser Wiederbelebung. Die Dinge, die das Spiel einst zu etwas Besonderem gemacht haben, fühlen sich jetzt jedoch veraltet an und seine einst positiven Eigenschaften verblassen gegenüber den Beispielen, die modernere Remakes abgeben. Kurz gesagt, es ist nicht die triumphale Rückkehr, die dieses unterschätzte Abenteuer zweifellos verdient hat.

Man folgt der Geschichte einer Figur, die sich vom Schicksal loslösen könnte. Wir stehen am Brunnen der Seelen wieder auf und haben keine Erinnerung an unser früheres Leben. Die Geschichte beginnt in Faeland, einem der Königreiche von Amalur, das wir vor dem Hintergrund eines anhaltenden Konflikts gegen Bestien verteidigen, während man gleichzeitig die Wahrheit über die eigene Vergangenheit aufdeckt. Es ist eine großartige Geschichte, die in einem fantastischen Reich spielt, und was im Laufe der 40-stündigen Erfahrung alles geschieht, dem werden meine Beschreibungsversuche gar nicht gerecht.

Ein weiterer Bereich, in dem sich das Spiel in der Vergangenheit hervortun konnte, war das Kampfsystem, das viel Vielseitigkeit bietet. Ziel jeder Schlacht ist es, unser „Schicksal" zu erhöhen, um allmächtige Kombinationsangriffe auszulösen. Zudem ist das System der waffen- und magiebasierten Angriffe ansprechender und dynamischer als alles, was Skyrim zu bieten hat - auch dank einer guten Auswahl an Waffen und reaktiven Feinden, die man überaus zufriedenstellend eliminiert. Das gilt natürlich auch heute noch zu einem gewissen Teil, denn es hat sich insgesamt nur wenig getan.

Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning
Kingdoms of Amalur: Re-ReckoningKingdoms of Amalur: Re-Reckoning
So richtig viel hat sich in dieser Neuveröffentlichung nicht getan, doch nächstes Jahr kommt noch ein frisches DLC.

Genau das ist nämlich der Grund, warum Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning sein Alter so deutlich zeigt - der Mangel an Verbesserungen. Das Spielen bereitet mir immer noch viel Spaß, doch der Titel verströmt das Gefühl, in seiner eigenen Zeit hängengeblieben zu sein. Zuerst einmal gilt das für die Präsentation: Die Texturen und Animationen scheinen nicht wirklich gegenüber dem Original verbessert worden zu sein. Damals sah das Game wirklich wunderbar aus, die Neuveröffentlichung ist aber nicht gerade hübsch. Die Benutzeroberfläche ist klobig und hätte überarbeitet werden können, auch ein paar Quality-of-Life-Verbesserungen hätten Re-Reckoning gut gestanden. Der Soundtrack hingegen ist noch immer ziemlich gut, aber Musik altert auch nicht so schnell.

Die beiden ursprünglichen Erweiterungen wurden der Neuveröffentlichung hinzugefügt und nächstes Jahr soll es sogar noch einen neuen DLC geben. Mich frustriert, dass das nicht direkt im Paket beiliegt und separat verkauft wird - auf dieses Spiel hätten wir nämlich noch ohne Probleme einige Monate warten können. Darüber hinaus haben sich Spiele als Medium und vor allem unsere individuellen Erwartungen seit 2012 weiterentwickelt: Den Quests von Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning scheint heutzutage die Lebendigkeit zu fehlen, die ihnen früher einmal (gefühlt) innewohnte. Vor all den Jahren fühlten sich solche Streifzüge noch wie echte Abenteuer an, jetzt müssen wir hauptsächlich von einem Ort zum anderen laufen und Dinge abschlachten...

Alles in allem liegt diesem Remaster ein noch immer gutes Fantasy-Rollenspiel zugrunde. Wenn ihr noch nie die Gelegenheit hattet, es zu spielen, und ihr anständige Action-Rollenspiele mögt, dann könnt ihr euch Kingdoms of Amalur: Re-Reckoning ruhig anschauen. Der Titel erzählt eine gute Geschichte, bietet viele Anpassungsoptionen und eine interessante Welt, die mit schönen, aber veralteten Grafiken auf neuen Systemen erneut veröffentlicht wurde. Die Gefechte fühlen sich toll an, obwohl bekannte Kameraprobleme unsere Aktionen manchmal zurückhalten. Insgesamt gibt es hier viel Spaß zu einem akzeptablen Preis von 40 Euro. Fans des Originals sollten sich Gameplay anschauen und sich dann vor allem fragen, ob es derzeit wirklich kein anderes Abenteuer gibt, das auf dem Pile of Shame versauert. Denn obwohl mich Kingdoms of Amalur: Reckoning damals sehr inspirierte, konnte mich meine Nostalgie nicht über das etwas veraltete Erscheinungsbild hinwegtrösten.

You're watching

Preview 10s
Next 10s
Werben
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
großartiges Kampfsystem, in der guten Geschichte könnt ihr euch verlieren, eine starke Fantasy-Umgebung.
-
veraltete Präsentation, Verbesserungen der Lebensqualität wären sinnvoll. Es ist nicht die Rückkehr, die Amalur verdient hat.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

Ähnliche Texte



Lädt nächsten Inhalt


Cookie

Gamereactor verwendet Cookies, um sicherzustellen, dir das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten. Wenn du fortfährst, gehen wir davon aus, dass du mit unserer Cookie-Richtlinie einverstanden bist.