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Lawbreakers

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Wir haben Boss Key Productions in den USA besucht, um einen intensiven Blick auf Lawbreakers zu werfen, das neue Werk von Cliff Bleszinski.

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Ich bin immer wieder erstaunt, wie effektiv ein gesunder Wettbewerb sein kann. Die Konsumenten waren offensichtlich scharf auf bunte Arena-Shooter - und jetzt bekommen wir Battleborn, Overwatch und, ja und Lawbreakers. Wettbewerb ist großartig für uns Konsumenten, denn er zwingt die Entwickler, hochwertige Produkte abzuliefern. Und jedes Spiel braucht ein Alleinstellungsmerkmal, um aufzufallen. Cliff Bleszinski ist ein Veteran der Spieleindustrie und weiß, wie man Erfolg hat. Lawbreakers ist dafür absolut ein weiterer Beweis.

Es ist ein hektischer, schneller und völlig andersartiger Arena-Shooter, der die Konkurrenz nervös machen sollte.

 Lawbreakers wird nicht länger Free-to-Play sein und einen etwas erwachseneren Grafikstil verpasst bekommen. Bei Boss Key Productions dominierte das Gefühl, es sei nicht richtig, Preisschilder auf Charaktere und Arenen zu kleben. Bleszinski sagte, es werden nun nur noch Extra-Skins für Geld käuflich sein, die im Spiel keinerlei Vorteile bieten. Die Änderungen beim Grafikstil beschreibt er damit, dass er es gerne "weniger Pixar und mehr Tarantino" haben wollte. Er will Blut spritzen sehen.



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Bleszinski glaubt, dass Erfolg auf diesem Gebiet von einem wichtigen Element abhängt: den "goldenen Momenten".

Dafür gibt es natürlich noch einen anderen Grund: eSport. Es ist kein Geheimnis, dass Boss Key Productions mit Lawbreakers in die eSport-Szene eindringen will. Oder wie es Bleszinski sagt: "Zeig mir einen Entwickler, der einen Arena Shooter macht, der nicht auf eSport-Turnieren gespielt werden soll." Die Frage ist also nicht, ob sie ein eSport-Game machen, sondern wie sie es machen. Bleszinski glaubt, dass Erfolg auf diesem Gebiet von einem wichtigen Element abhängt: den "goldenen Momenten". Jenen Augenblicken von purem Chaos und Unvorhersehbarkeit, die das Publikum von den Sitzen reißen. Solche Momente können nicht programmiert oder geplant werden, man kann den Spielern nur verschiedene Mechaniken zur Verfügung stellen und hoffen, dass sie von alleine auftauchen.

Aber wie will Boss Key solche Momente erzeugen? Fangen wir mit dem Plot von Lawbreakers an: der Mond wurde bei einem gescheiterten Experiment gesprengt, was Erdbeben und Zerstörung auf der Erde zur Folge hat. Glücklicherweise findet der Rest nicht in einer weiteren, braunen, postapokalyptischen Welt statt, in der uns alles töten will. Ganz im Gegenteil. Lawbreakers beschäftig sich mit der Zeit, nachdem die Gesellschaft wieder aufgebaut wurde. Man darf rumrennen und Leute in bunten, japanisch-anmutenden Häusern mit Wasserfällen erledigen. Aber die Erde ist nicht wie früher. Bruchstücke des Mondes haben den Planeten getroffen und kleine Areale ohne Gravitation erzeugt.



In der zuerst angespielten Arena befindet sich in der Mitte eine Batterie, die beide Teams für sich erobern wollen - eine Art Capture the Flag, bei dem man die Batterie erst zu 100 Prozent aufladen muss, um überhaupt zu punkten. Die Batterie befindet sich in einem der Gebiete mit niedriger Schwerkraft und lässt selbst den größten Titan über allem schweben. Ein furchteinflößender Anblick, aber auch sehr unterhaltsam, wenn so ein mächtiger Krieger über deinen Kopf hinweg schwebt. Und das ist genau, was Bleszinski mit "goldenen Momenten" gemeint hat.

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Danach schwebte er leblos davon, während langsam das Blut aus einem Loch in seinem Kopf tropfte. Quentin Tarantino wäre stolz.

Ich habe einen meiner Widersacher in die Zone mit niedriger Schwerkraft gekickt und ihm dann ein paar Kopfschüsse verpasst. Danach schwebte er leblos davon, während langsam das Blut aus einem Loch in seinem Kopf tropfte. Quentin Tarantino wäre stolz. Im Kern ist das hier ein klassisches Räuber und Gendarm-Szenario, in dem die Teams Laws and Breakers genannt werden. Es kämpfen allerdings trotzdem die gleichen Charaktere auf beiden Seiten. Man darf zwischen Enforcer, Titan, Vanguard oder Assassin wählen - es unterscheiden sich nur die Persönlichkeiten.

 Momentan sind nur diese vier Charaktere bekannt, aber bis zur Veröffentlichung sollen es noch mehr werden.

Der Enforcer ist der klassische Held mit Knarre mit etwas einfacheren Spielmechaniken, der gut für Anfänger geeignet sein dürfte. Er kämpft mit mittlerer Reichweite und kann auf kurze Distanzen seine Pistole ziehen und ordentlich Schaden austeilen. Mit dem Bloodhound-Launcher (der immer erst wieder aufgeladen werden muss) schickt man den Gegnern Raketen hinterher, die selten ihr Ziel verfehlen. Der Titan ist langsam, kann aber gut durch die Luft schweben, wenn man weiß, wie man ihn benutzen muss. Alle können ihre Waffe auf die Schulter legen und nach hinten schießen, was sehr effektiv sein kann, wenn man auf der Flucht ist, um Gesundheit zu regenerieren. In den Gebieten ohne Schwerkraft hat das für den Titan besondere Bedeutung, denn er kann hier den Rückstoß seiner Waffe einsetzen, um an Geschwindigkeit zu gewinnen. Das gilt natürlich in beide Richtungen. Es braucht ein wenig Übung mit dem Titan zu spielen.

Vanguard und Assassin gehören zu den schnelleren Charakteren mit weniger Gesundheit. Besonders der leichtfüßige Assassin erfordert mit seinen zwei Schwertern schnelle Reflexe. Mit Enterhaken schwingt man wie Spiderman über die Karte oder zieht Gegner zu sich.

 Es geht aber nicht nur darum wie die Charaktere alleine funktionieren, sondern auch wie gut sie als Team arbeiten können. Als Titan konnte ich locker die Batterie aus der gegnerischen Basis stehlen, hatte aber Probleme auf der Flucht. Ein Vanguard eilte mir zu Hilfe und führte einen Starfall aus - eine Art Stampfattacke, die ein Feld ohne Schwerkraft erzeugt, das mir die Flucht ermöglichte. Wieder ein goldener Moment, an dem man das eSport-Potenzial von Lawbreakers aufblitzen sieht.



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Es wurde nie verwirrend, selbst wenn man schwerelos schwebt und von oben, unten, links und rechts beschossen wird.

Als Egoshooter-Fan habe ich in all den Jahren so einige gespielt, aber Lawbreakers ist eine Spielerfahrung, die ich so noch nicht hatte. Man ist trainiert, die Umgebung horizontal abzusuchen, aber in Lawbreakers muss man wie in Titanfall stets auch nach oben schauen. Ein kleines Detail, das aber einen riesigen Unterschied macht und ein Beweis für Boss Key Productions harte Arbeit ist. Denn es wurde nie verwirrend, selbst wenn man schwerelos schwebt und von oben, unten, links und rechts beschossen wird. Manche Spieler mögen das verwirrend und frustrierend finden, aber ich war in der Lage, ohne Probleme in und aus der Zone mit niedriger Schwerkraft zu fliegen.


Als ich gehört habe, dass Lawbreakers einen erwachseneren Look verpasst bekommen soll, hatte ich Angst, dass Blutspritzer das einzige wären, was es am Ende von Overwatch unterscheiden würde. Jetzt weiß ich: Die Angst war unbegründet. Blizzard sind echte Künstler in ihrem Fach, aber es wäre dumm, das Team von Boss Key Productions zu unterschätzen. Die Charaktere von Lawbreakers ergänzen sich gut und die Zonen mit Schwerelosigkeit verändern alles. Die "goldenen Momente", man sieht un erlebt sie ziemlich oft - und darin liegt die Erfolgschance des Spiels - egal ob zu Hause oder in der Welt des eSport.

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