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Lego City Undercover: The Chase Begins

Lego City Undercover: The Chase Begins

Die Spielmechaniken sind identisch zur Wii U-Version, aber auf dem 3DS erfahren wir die Vorgeschichte von Chase McCain - ein Erlebnis mit Höhen und Tiefen.

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Als ich auf dem Nintendo 3DS den ersten Fuß in Lego City setze, bin ich enttäuscht. Die technische Beschränkung des Handhelds lässt die Klötzchstadt im Nebelsumpf versinken. Die fehlende musikalische Untermalung, die kaum vorhandene Sprachausgabe, sie machen den ersten Eindruck so ernüchternd. Lego City Undercover: The Chase Begins erzählt die Vorgeschichte zum Wii U-Spiel Lego City Undercover und endet dort, wo das große Konsolen-Abenteuer beginnt. Chase McCain ist noch ein junger, unerfahrener, aber hochmotivierter Polizist - und am Ende muss er sich Rex Fury stellen.

Wir erkunden die Welt relativ gradlinig. Es werden im Verlauf neue Gebiete freigeschaltet und über Kostüme erlangen wir neue Fähigkeiten, die bis dahin versperrte Wege öffnen. Das Spiel bekommt über diese Elemente den typischen Action-Adventure-Charme, mit dem auch die bereits bekannten Lego-Spiele so erfolgreich funktionieren. Die ansonsten relativ offene Spielwelt mit ihren vielen kleinen Nebenmissionen erinnert an das große Vorbild Grand Theft Auto. Allerdings sind die Möglichkeiten deutlich reduziert und beziehen sich eigentlich immer auf die Fähigkeit eines Kostüms. So rauben wir als Bandit Bankenautomaten aus und knacken Schlösser oder buddeln als Bergarbeiter nach Kristallen und räumen Gesteinsbrocken aus dem Weg. Richtig umfangreiche Nebenmissionen gibt es derweil nicht.

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Die Polizeiarbeit besteht aus vielen verschiedenen Elementen und Handheld-Abenteuer ähnelt dabei sehr seinem großen Bruder auf der Wii U.

Die eingangs erwähnte Enttäuschung basiert vor allem auf der Präsentation. Die Spielmechaniken sind grundsätzlich überzeugend und nur selten gibt es Ärger mit der Steuerung. Sogar die Handhabung von Schusswaffen würde hervorragend gelöst. Durch die verschiedenen Kostüme mit ihren ganz eigenen Fähigkeiten ist ein ziemlich abwechslungsreiches Erlebnis entstanden, das uns mit der Hauptgeschichte etwa zehn Stunden beschäftigt. Bei späteren Aufgaben müssen wir all unsere Fertigkeiten miteinander kombinieren, was für ein befriedigendes Gefühl sorgt. Das gilt wie schon beim Konsolenspiel auch trotz des niedrig angesiedelten Schwierigkeitsgrad. Es ist immer ziemlich eindeutig, was wir tun müssen. Und in Lego City Undercover: The Chase Begins können wir genau genommen gar nicht scheitern. Selbst bei einer Verfolgungsjagd wartet das Fahrzeug vor uns ab einem gewissen Punkt. Das macht das Abenteuer wenig fordernd, aber genauso wenig frustrierend.

Die Abwechslung entsteht auch durch die typischen Elemente einer offenen Welt. Wir können uns Fahrzeuge schnappen und herumfahren, durch die Stadt streunen und an jeder Ecke irgendeine kleine Aufgabe entdecken - etwa das Bauen von Rampen für waghalsige Sprünge mit dem Auto oder freischaltbare Rennen. Wirklich Spaß aber haben wir an dem Spiel erst in den letzten Spielstunden, wenn fast alle Fähigkeiten verfügbar sind. Vorher ärgert man sich viel zu oft darüber, dass ein Weg noch versperrt ist. Im Grunde ist der Titel so angelegt, dass wir ihn zunächst durchspielen müssen, um danach anzufangen, die Stadt genauer zu erkunden. Das ist aber leider eine Milchmädchenrechnung, denn mit dem Abschluss der Handlung geht auch die Hauptmotivation für das Spielen flöten. Wer sich aber in Lego City bis dahin wohlfühlt, kehrt vielleicht wirklich gern wieder für die Minijobs zurück.

Tatsächlich ist Lego City Undercover: The Chase Begins ein Spiel, an das man sich irgendwann gewöhnt. Dass die Muster in allen Abschnitten des Spiels relativ ähnlich sind, macht sie nicht unbedingt dröge, sondern viel mehr verlässlich. So wie es immer ein neues Kostüm mit neuen Fähigkeiten gibt, warten wir auf weitere Bruchstücke der Handlung im kinderfreundlichen Lego-Humor. Und am Ende gibt es immer einen interessant gemacht Bosskampf, der sich von den restlichen Auseinandersetzungen abhebt.

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Die Touch- und Bewegungssteuerung vom 3DS werden genutzt, aber auch wirklich nur dort, wo es sinnvoll ist.

Wir kapieren aber auch, dass nicht plötzlich Hintergrundmusik die entsetzliche Mischung aus Vogelgeschrei und Straßenlärm ersetzt oder etwa Autos und Charaktere nicht erst fünf Meter vor uns aus dem nichts auftauchen. Nein, wir wundern uns nicht einmal, dass wir beim Schießen eines Postkarten-Fotos manchmal nichts vom offensichtlichen Motiv sehen, sondern den Sucher allein anhand einer kleinen Leiste ausrichten. Die Figuren und die Welt sind ansonsten ganz gut getroffen. Der einfache Stil des Klötzchen-Universums dürfte zuträglich gewesen sein.

Sich am Ende doch mit dem Spiel versöhnen zu können, zeigt nur, dass Fusion TT und Nintendo etwas richtig gemacht haben. Trotz all der Schwächen bei der Präsentation und der sehr kindgerechten Art ist das Konzept unterhaltsam. Nicht vergessen werden sollte aber trotzdem, dass es sich bei Lego City Undercover: The Chase Begins nur um eine leicht abgespeckte Variante der Konsolenversion handelt. Wahrscheinlich wäre es klüger gewesen, die Vorgeschichte für den Nintendo 3DS auch vor dem Wii U-Spiel zu veröffentlichen. Dann wäre das nicht so offensichtlich gewesen. Die jüngere Zielgruppe wird sich aber vermutlich daran nicht stören und bekommt ein relativ üppiges und doch ziemlich nettes Abenteuer serviert.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
abwechslungsreich, viel zu entdecken, niedriger Schwierigkeitsgrad macht es wenig frustrierend
-
niedriger Schwierigkeitsgrad macht es zu einfach für erfahrene Spieler, kaum Musik und wenig Sprachausgabe, schlechte Weitsicht, zum Teil wenige Details
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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