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Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7

Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7

Der letzte Teil der Filmreihe ist gelaufen, nun schließen TT Games auch die Lego Harry Potter-Spielserie ab: routiniert, aber keinesfalls lieblos.

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Vor allem Xbox-Spieler dürfen sich über Lego Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7 freuen. Während Nintendo Wii und DS fortwährend mit Partyspielen bestückt und sogar Sony mit Move-Titeln Multiplayer-Abende befeuert, verkommt Microsofts Konsole zunehmend zur Hardcore-Plattform: Ab und an gibt's zwar mal ein Renn- oder Wrestlingspiel, an das auch weniger geübte Gamer leicht Hand anlegen können. Doch dem Gros der Titel fehlen zum gemeinsamen Zocken sowohl die Koopmodi als auch eine gewisse Mainstreamknuffigkeit. Zum Glück gibt es die Lego-Titel: Dank ihrer simplen Steuerung finden sich auch Neulinge schnell am Controller zurecht. Und mit etlichen Anspielungen an die beliebten Filmreihen, die die Lego-Games in kindgerechter Spielgrafik kopieren, machen sie auch Gelegeneheitsspielern Spaß.

Mit knuffigem Look und leichter Steuerung punktet auch Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7. Wir begleiten das Zauberschülergespann Harry, Ron und Hermine durch ihre letzten Jahre in Hogwarts. Und müssen dabei mit ansehen, wie Severus Snape Direktor Dumbledore ermordet, Harrys Widersacher Lord Voldemort das Zaubereiministerium unter seine Kontrolle bringt und die düsteren Dementoren sogar bis in die Muggelwelt vordringen. Das wurde in J. K. Rowlings Büchern und auch den Filmadaptionen in reichlich düsteren Bildern inszeniert. Wie bereits bei den Lego Star Wars-Spielen ist es TT Games auch bei Lego Harry Potter - Die Jahre 5-7 gelungen, die dunkle, melancholische Stimmung in eine für alle Zielgruppen akzeptable Spielwelt zu übersetzen.

Dafür sorgt vor allem der Aufbau der Levels. Mit allerlei Lego-Kisten und Zauberkesseln sind sie sehr liebevoll gestaltet. Selbst düstere Wälder oder das Setting der finalen Schlacht gegen Voldemort werden da zur putzigen Lego-Baustelle. Auch die humorvollen Zwischensequenzen "helfen" dabei, das Spiel zu verniedlichen. Das wirkt jedoch nie so überzogen lächerlich, als dass der eingefleischte, ältere Potter-Fan entnervt aufstöhnen müsste.

Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7
Mit allerlei Lego-Kisten und Zauberkesseln sind die Level sehr liebevoll gestaltet, aber das Gameplay wiederholt sich schnell.

Stöhnen muss allerdings, wer das Spiel zu lange alleine spielt - egal ob jung oder alt. Das Gameplay erschöpft sich nämlich viel zu schnell. Zauberschüler aus Spinnennetzen zu schießen, aus dem Schnee auszugraben oder aus Ritterrüstungen zu befreien, mag am Anfang noch witzig sein. Doch bereits im ersten Lehrjahr, das Harry Potter und der Orden des Phoenix zusammenfasst, wird daraus ein alter Hut. Die Rätsel, in denen wir Gegenstände zusammensuchen müssen, um Tränke zu brauen, sind ebenfalls schnell durchschaut. Da hilft es auch nicht viel, dass wir während der drei Teile in unterschiedliche Charaktere hineinspringen können.

Dieses Gimmick hat die letzten Lego-Titel durchaus charmant gemacht, leider unterscheiden sich die Eigenschaften der Figuren im Vergleich zu Lego Indiana Jones in Lego Harry Potter am Ende jedoch viel zu wenig, als dass wir das Hin- und Hergezappe als wirklich nützliches Spielelement akzeptieren können. Ron ist stärker als Hermine, Harry kann Parsel sprechen, manche Zauberer vermögen dunkle Magie einsetzen - schön und gut. Aber jedes Level noch einmal mit einer anderen Figur abzulaufen, um auch die letzte Lego-Münze einzusammeln - das muss nun wirklich nicht sein.

Was im Singleplayer an Spielspaß fehlt, macht der Koop wieder wett. Gemeinsam Kisten mit dem Zauberstab zu zerschießen, um aus deren Lego-Bestandteilen Brücken, Leitern und Schalter zu bauen, macht unheimlich Spaß. Denn plötzlich müssen wir uns absprechen, um Rätsel zu lösen und die Levels zu meistern. Wir müssen auf den anderen Acht geben, damit er nicht von Dementoren ausgesaugt, fleischfressenden Pflanzen aufgemampft oder Gnomen niedergeschlagen wird. Dadurch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, das für einen guten Multiplayer essenziell ist. So wird es auch wieder sinnvoll, dass wir Dutzende von unterschiedlichen Zauberstäben oder Outfits in der Winkelgasse kaufen können. Denn diese gemeinsam auszuprobieren, damit kann man sich ein paar lustige Stunden machen. Hervorragend gelöst ist wie immer, dass der zweite Spieler jederzeit ins Geschehen mit ein- und auch wieder aussteigen kann.

TT Games hatten mit Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7 eigentlich leichtes Spiel: Nach etlichen Lego-Titeln für alle Plattformen hat das Entwicklerstudio seinen Weg gefunden, zielgruppenübergreifend gut zu unterhalten. Mit lustigen Zwischensequenzen auf der einen und werktreuer Orientierung an den Filmvorlagen auf der anderen Seite. Gleichzeitig allerdings ereilte die Lego-Reihe ein Problem: Sie wurde zur Routine. Und dementsprechend unspektakulär ist das Gameplay: Klötzchen sammeln, daraus Brücken bauen, ein paar Gegner ausschalten, Lego-Münzen sammeln - all das kennen wir bereits. Und allmählich langweilt es uns sogar. Es ist die Liebe zum Detail, die Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7 vor der völligen Beliebigkeit rettet.

Lego Harry Potter: Die Jahre 5-7
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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
viele lustige Anspielungen auf die Filmreihe, spaßiger Koop-Modus für Zwischendurch
-
ermüdende, schlauchartige Areale, Spielelemente wiederholen sich zu oft
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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