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Lollipop Chainsaw

Lollipop Chainsaw

Suda 51 ist zurück und zwar mit einem der verrücktesten Spiele, die man sich so vorstellen kann. Mit dabei sind eine Cheerleaderin, ein sprechender Kopf und eine amerikanische Highschool vollgepackt mit Zombies.

  • Lorenzo Mosna

Suda 51 ist ein echter Verkäufertyp. Wer bereits die Gelegenheit hatte, Präsentationen seiner Arbeit beizuwohnen, der weiß, dass die keinesfalls gewöhnlich ablaufen. Zum einen sind alle Spiele auf ihre Art und Weise sowieso schon mal einzigartig. Sie sind ein bisschen verrückt und enthalten garantiert sexuelle Anspielungen - ja, Grasshopper Manufacture hinterlässt sicherlich einen bleibenden Eindruck in der Welt der Videospiele. Zum anderen wird aber auch Suda 51 selbst jedem im Gedächtnis bleiben. Wegen seines Charismas, dem großartigen Humor und wegen diesem Blick, den nur verrückte Kreative haben können.

Leider war Suda 51 nicht auf der Gamescom anwesend, um Lollipop Chainsaw zu zeigen. Doch weil ein Spiel von ihm ohne die passende Präsentation gar nicht funktionieren würde, hat sich der Game Designer einfach virtuell nach Köln geschaltet und zeigt den Titel in einer Video-Präsentation. Und obwohl die physische Präsenz fehlte, lachten die Journalisten im Raum laut, als er ein paar Patzer einbaute und uns wissen ließ, dass dies kein gewöhnliches Spiel wird. Wie üblich.

In diesem Fall aber ist es nicht das Gameplay, was den Titel so besonders macht. Lollipop Chainsaw ist ein Hack'n'Slay in einer amerikanischen Highschool, denn dort wütet eine Zombie-Apokalypse. Klassischer Hintergrund, klassische Gegner und dazu natürlich auch klassisches Gameplay. Und trotzdem wird schnell klar, dass irgendwas an diesem Spiel trotzdem ganz anders ist. Einerseits fehlt das Testosteron - im Mittelpunkt der Geschichte steht nämlich eine zuckersüße Cheerleaderin mit dem Namen Juliet Starling. Suda 51 zufolge soll die Heldin richtig rocken. Sie schaut mit dem extrem kurzem Röckchen und einem knapp geschnittenen Top aus wie ein Modepüppchen. Aber sie ist bewaffnet, besitzt ihre Puscheln, Lutscher und natürlich eine Kettensäge. Lollipop Chainsaw eben.

Lollipop Chainsaw
Sie schaut mit dem extrem kurzem Röckchen und einem knapp geschnittenen Top aus wie ein Pin-up-Girl, aber sie ist bewaffnet.

Der Ort, an dem die Geschichte spielt, heißt San Romero High School - eine ganz offensichtliche Verbeugung an den Vater aller Zombie-Filme George A. Romero. Für Suda 51 wird er in Lollipop Chainsaw offensichtlich zu einem Heiligen. Grandios. Diese Schule jedenfalls wird von Zombies heimgesucht, die den Schülern und Lehrern die Gehirne wegfressen. Ein paar Überlebende suchen in den Klassenzimmern verzweifelt Schutz und natürlich gibt es unsere Heldin. Oder besser gesagt, unsere Heldin und eine bessere Hälfte. Juliet Starling hat einen sprechenden Kopf zur Hand. Der Enthauptete ist an der Hüfte der jungen Dame befestigt, was dazu führt, dass er gelegentlich ihr Höschen sieht und daraus diverse sexuelle Anspielungen resultieren - ein Markenzeichen von Grasshoper Games.

Die Zombies mögen klassischen aussehen, aber haben wenig mit den üblichen Hirnfressern gemein: Sie sind schnell, klug und sprechen halbwegs vernünftig. Meistens zitieren sie Sätze aus Z-Movies, auf die Juliet dann im gleichen Stil passend antwortet. Nachdem sie Zeugin des Todes eines Zombie-Lehrers wird, beschuldigt sie ihn noch dafür, dass er ihr während des letzten Jahres nur schlechte Noten gegeben hat. Eine ganz typische Reaktion in einem solchen Fall.

Aber Geiseln sind nicht das Hauptziel, denn die Cheerleaderin will einfach nur alles das ausschalten, was nicht menschlich ist. Allerdings sind Zivilisten dabei hilfreich, weil sie uns Geld geben, mit dem wir neue Gegenstände kaufen können - das zumindest versprechen uns die Entwickler. Zudem können Geiseln zu Zombies werden, wenn sie angegriffen werden. Sie zu schützen, hilft also doppelt.

Lollipop Chainsaw
Ein Hack'n'Slay mit Kombos und Abschlussattacken, die zu großartigen Aninmationen führen - und es erinnert ein wenig an No More Heroes.

Das Spiel steuert sich ähnlich wie Devil May Cry - ein Hack'n'Slay mit Kombos und Abschlussattacken eben, die zu großartigen Animationen führen. Unsere Heldin erinnert dabei ein wenig an Travis Touchdown, den Helden von No More Heroes - auch ein Spiel von Suda 51. Dem Spiel verdankt Lollipop Chainsaw sowieso eine Menge. Der optische Stil ähnelt zum Beispiel auch früheren Produktionen von Grasshopper - gut gemachte Cel-Shading-Grafik, die nun um dicke, schwarze Konturen erweitert wurde. Dadurch wirkt das Spiel comichafter, wobei die gesamte Aufmachung von Lollipop Chainsaw dieses Gefühl für amerikanische Comics stützt.

Im zweiten Teil stellt sich unsere Heldin noch in einem Bosskampf dem Punk-Rock-Zombie Zed entgegen. Bevor es direkt in den Kampf geht, wird eine Beschreibung des Gegners eingeblendet, die aber sofort von Juliet kommentiert wird, so als hätte sie Zugriff auf das Spiel. Komplett sinnfrei und lustig. Der Kampf selbst ist dann wieder klassisch. Zed ist ein schneller, harter Feind mit langer Energieleiste. Wenn wir ihn mehrmals angegriffen haben, merken wir, dass es sich offenbar um ein mehrteiliges Gefecht handelt. Wir weichen Verstärkern aus, die von oben herunterfallen, während von der Bühne her der Punk-Rock dröhnt. Jetzt heißt es, die große Box zu zerstören. In der dritten Phase wirft Zed Schallplatten nach uns, die wir zurückschleudern müssen. Von Zeit zu Zeit stoppt der Zombie in der Mitte der Bühne und schreit "Yeah". Diese Buchstaben werden dann groß und wir müssen sie ebenfalls zurück zum Absender schicken, um ihm den Gnadenstoß zu verpassen. Cool gemacht, wie die ganze Präsentation.

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KRITIK. Von Christian Gaca

Ein Hack'n'Slay kombiniert, was nerdige Videospieler lieben: Japan-Style, Kettensägen, Zombies und unerreichbare schöne Mädchen.



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