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Magic 2015 - Duels of the Planeswalkers

Magic 2015 - Duels of the Planeswalkers

Die WM ist vorbei und die Sammelkarten-Freunde können die Panini-Hefte im Schrank deponieren. Wer weiter sammeln will, darf im neuen Magic: The Gathering tätig werden.

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Die Duels of the Planeswalker-Reihe war bisher die Einsteigerversion ins Magic-Universum. Die vorgegebenen und kaum veränderbaren Karten-Decks haben Neulingen zwar den Einstieg in die komplizierte Materie erleichtert, aber nach drei Jahren mit immer neu erscheinenden Versionen dürften viele längst zu Veteranen geworden sein und die rufen schon seit dem ersten Teil nach komplett selbst erstellbaren Decks.

Ihre Rufe wurden von Entwickler Wizards of the Coast erhört, vielleicht auch, weil Blizzards Hearthstone: Heroes of Warcraft aus der Casual-Ecke Druck macht. Die Rechnung könnte sogar aufgehen - das schlichtere Hearthstone übernimmt die Rolle der Einsteiger-Droge und der strategische Tiefgang von Magic 2015 - Duels of the Planeswalkers wird der neue Fix, wenn die Kicks von Hearthstone irgendwann nachlassen.

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Magic 2015 - Duels of the PlaneswalkersMagic 2015 - Duels of the Planeswalkers
Die Hardcore-Magic-Freunde haben endlich ihr Meta-Game, welche Deck-Variante die größte Chance gegen ein beliebiges Deck haben wird.

Aus den frei wählbaren fünf Magie-Farben und den knapp tausend Karten (Premium-Karten nicht mitgerechnet) können thematische Decks nach Belieben zusammengestellt werden. Natürlich gibt es gewisse Limitierungen. Maximal vier identische Karten darf ein Deck enthalten und die Menge wird mit steigender Seltenheit immer weiter reduziert. Aber die Hardcore-Magic-Freunde haben endlich ihr Meta-Game, welche Deck-Variante die größte Chance gegen ein beliebiges Deck haben wird.

Werden die klassischen White Weenies mit ihren schnell zu beschwörenden Massen von kleinen Kreaturen das Rennen machen? Die erfolgreichsten Deck-Kreationen dürften schnell kopiert werden, das war auch bei den Vorgängern schon ähnlich. Mit dem neuen Tool für den Deck-Bau lässt sich aber auch schnell die passende Antwort finden, wenn man irgendwann Online ständig auf ähnliche Kombinationen treffen sollte.

Davor steht aber das Sammeln der Karten auf dem Programm. Mit einem frei wählbaren Starter-Deck geht es auf die Jagd durch die verschiedenen Planes. Jeder Sieg gegen die Planeswalker oder besondere Themen-Decks bescheren Booster-Pakete mit einem Dutzend Karten aller Couleur. Die Zeiten, in denen man mit jedem Sieg nur eine neue Karte in der eigenen Deckfarbe freischaltet, sind erfreulicherweise vorbei. Wenn man dann am Ende den diesjährigen Antagonisten Garruk besiegt hat, warten in jedem Plane noch so genannte Nodes mit noch schwierigeren Gegnern darauf, erforscht zu werden.

Magic 2015 - Duels of the Planeswalkers
Es braucht mindestens siebzig Siege, um alle Karten freizuschalten - oder man kauft sie einfach für Echtgeld.

Es braucht mindestens siebzig Siege, um alle Karten freizuschalten. Oder man schaltet einfach alle Karten mit echtem Geld auf einmal frei. Das sieht bei den Premium-Karten anders aus. Das sind besondere Karten, die nicht im Karten-Pool der Grundversion zu finden sind und mit einzelnen, nur käuflichen Booster-Packs erworben werden. Es mag sein das man sich dadurch tatsächlich einen kleinen Vorteil verschaffen kann, aber die Limitierungen und Vorgaben beim Deckbau verhüten hier das Schlimmste und so großartig sind die Premiumkarten dann auch wieder nicht.

Ganz Verrückte dürfen ihre Lieblingskarten für echtes Geld in Glitzerkarten verwandeln. Ohne jeden Effekt auf das eigentliche Spiel - bis auf eventuelle Lachkrämpfe beim Online-Gegner. Man kann eine Menge realer Kohle in Magic 2015 versenken - wenn man mag. Schließlich ist ja auch noch mit den üblichen DLCs zu rechnen, aber die Grundversion bietet eigentlich alles was man braucht.

Magic 2015 - Duels of the PlaneswalkersMagic 2015 - Duels of the Planeswalkers
Der fehlende 2HG Modus ist allerdings eine echte Schande und verhindert zusammen mit den Freezes die Höchstwertung.

Die Mischung aus Schach und Poker und die unglaublichen vielen Möglichkeiten machen Magic 2015 zu einem großartigem Strategie-Titel - trotzdem gibt es auch einiges zu bemängeln. Das Spiel friert insbesondere beim Online-Spiel immer wieder mal ein. Nach einem abgeschlossenen Plane reagiert der Fortsetzen-Knopf nicht. In den Zwischensequenzen bleiben die Figuren stumm, obwohl sich ihre Lippen bewegen. Und der Editor für das Deck hätte gerne etwas intuitiver gestaltet werden können, die eigenen Decks lassen sich nach aber einer schwierigen Eingewöhungsphase dann doch erstaunlich gut erstellen.

Der größte Fauxpas von Wizard of the Coast ist es aber der fehlende 2HG-Modus. Das Fehlen des zweiköpfigen Riesen hat schon bei Magic 2014 einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Kern von Magic mögen zwar die Duelle von zwei Planeswalkern sein, aber der Kampf von Teams aus jeweils zwei Spielern war extrem beliebt. So bleibt nur der unsinnige Free-for-All-Modus für drei bis vier Spieler, der das fantastische Strategiespiel mit seinen unkontrollierbaren Ereignissen in eine Partie Uno verwandelt.

Trotzdem ist Magic 2015 - Duels of the Planeswalkers der stärkste Teil der Serie. Die selbst erstellbaren Decks sorgen für viel Abwechslung, die Decks der Gegner in der Kampagne sind interessant und die Künstliche Intelligenz agiert in Anbetracht der unglaublichen Komplexität erstaunlich klug. Und man darf sogar gegen seine eigenen Kartendecks antreten. Der fehlende 2HG Modus ist allerdings eine echte Schande und verhindert zusammen mit den Freezes die Höchstwertung.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
fordernder und komplexer Strategie-Titel, endlich eigene Decks erstellen, nahezu unendlicher Spielspaß
-
kein 2HG-Modus, gelegentliche Freezes, wenig intuitiver Deck-Editor, Premiumkarten
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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