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Medal of Honor: Above and Beyond

Medal of Honor: Above and Beyond - Mehrspielermodus angespielt

Wir konnten Anfang Dezember an einem ausgedehnten (virtuellen) Preview-Event teilnehmen, auf dem Game Director Peter Hirshman und sein Team von Respawn Entertainment interessante Einblicke in ihren neuen AAA-Titel gegeben haben, der vorerst exklusiv auf PC-basierten Virtual-Reality-Brillen gespielt werden kann. Neben einer neunzigminütigen Präsentation bot sich die Möglichkeit, zwei Stunden den Multiplayer zu testen und drei Stunden die ersten beiden Missionen der Einzelspielerkampagne zu spielen.

Insgesamt bietet das Spiel fünf Missionen, die in 56 Unterkapitel zerteilt sind. Gerade am Anfang sind diese Kapitelchen zum Teil sehr kurz und bestehen vielleicht nur aus einem einzigen Gespräch oder einem räumlich begrenzten Kampf gegen eine Handvoll Gegner. Dieser Design-Kniff wurde gewählt, um auch Neueinsteigern der virtuellen Realität einen angenehmen Einstieg ins Spiel zu ermöglichen. Wilde Action in VR kann bekanntlich leicht zu Übelkeit führen, wenn man diese Art von Erfahrung nicht gewohnt ist. Ein entsprechend großer Fehler besteht darin, es gleich am Anfang zu übertreiben. Hier haben die Entwickler sehr gut mitgedacht.

Wir haben es uns leicht gemacht und unseren VR-Experten Kalle in den Krieg geschickt, der schon hunderte Stunden in der virtuellen Realität hinter sich gebracht hat. So war gleich ein furioser Einstieg in die Multiplayer-Runden möglich und es zeigte sich am Anfang tatsächlich ein gewisser Vorteil gegenüber den ungeübteren Kollegen - die allerdings innerhalb der zwei Stunden Spielzeit gut ins Geschehen hineinkamen und am Ende genauso geschickt spielten.

Medal of Honor: Above and BeyondMedal of Honor: Above and Beyond

Gespielt wurde auf verschiedenen Schlachtfeldern des zweiten Weltkriegs, die sehr variantenreich ausfallen und vom Weingut bis zum Flugzeughangar reichen. Traditionell starteten wir mit den Standardmodi Team Deathmatch und Capture-The-Point. Diese erscheinen in VR allerdings in ganz anderem Licht, da wir unsere Waffen und Ausrüstung wie in echt mit unseren Händen bedienen. Dabei ist einiges zu beachten: Zum Beispiel müssen wir zum Nachladen erst einmal das leere Magazin auswerfen, bevor wir ein Neues von unserem Gürtel ziehen und in der Waffe platzieren. Zudem müssen wir bei den meisten Bleispritzen anschließend noch den Schlagbolzen zurückziehen. Allein dieser Vorgang führt schon zu einem gewissen Adrenalinrausch.

Zur Immersion trägt außerdem die Tatsache bei, dass wir uns deutlich intuitiver bewegen und uns durch natürliches Kopfdrehen in andere Richtungen umgucken können. Das Beste daran: Wie im echten Leben können wir hinter Vorsprüngen vorbeispähen, indem wir uns zur Seite lehnen oder hinter Hindernissen in die Hocke gehen. Ihr könnt Euch vorstellen, dass wir nach zwei Stunden ganz schön durchgeschwitzt waren! Natürlich kann man auch im Sitzen spielen, doch in Home-Office-Zeiten nehmen wir so ein Extra-Workout sehr gerne mit.

Ein neuer, recht innovativer Multiplayer-Modus heißt "Mad Bomber". Hier ist jeder Spieler nach dem Respawn mit einer Bombe samt Zeitzünder ausgestattet. Diese Bombe sollen wir irgendwo verstecken, so dass sie bei der Detonation möglichst viele Feinde mitnimmt. Die anderen Spieler hören die Bombe ticken und können versuchen, sie zu finden, was deutlich mehr Punkte bringt als bloße Kills. Sind wir bei der Suche zu langsam, gehen wir mit der Bombe hoch, was dem "Absender" ebenfalls mehr Punkte einbringt als ein Kill mit Schusswaffen. In der virtuellen Realität erinnert das an eine Mischung "Räuber & Gendarm" und "Verstecken" - nur eben in einer höchst bombastischen Kulisse des zweiten Weltkriegs. Nervenkitzel ist garantiert!

Auch mit der Singleplayer-Kampagne hatten wir dank abwechslungsreicher Locations und Aufgaben viel Spaß. Die beeindruckende Detailtreue verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass an Medal of Honor: Above and Beyond laut Herstellerangabe insgesamt knapp 1200 Menschen mitgewirkt haben sollen. Diese Arbeitskraft landete jedoch nicht nur im Spiel selbst: Wie schon in Medal of Honor (2010) ließ es sich EA nicht nehmen, eine Reihe von Dokumentationen zu produzieren, die geschichtliche Hintergründe vermitteln sollen. Die simplen Zusammenschnitte von damals sind zu absolut professionell produzierten Dokumentarfilmen geworden, in denen wir echte Kriegsveteranen erleben und sie begleiten, wenn sie im hohen Alter nochmal die Schauplätze ihrer traumatisierenden Erlebnisse besuchen. Das ist höchst beeindruckend anzusehen, insofern ist nicht überraschend, dass einige dieser Multimedia-Kunstwerke auf Filmfesten Preise abgeräumt haben.

Wir freuen uns auf den vollständigen Release des Spieles und möchten noch einmal die PC-Mindestanforderungen mit euch teilen. Aufgrund des immensen Aufwands ist das Spiel extrem hardwarehungrig und benötigt einen aktuellen Rechner mit folgenden Spezifikationen:

CPU: Intel i7 9700K (oder vergleichbarer AMD)
RAM: 16GB DDR4
GPU: Nvidia RTX 2080 oder besser
Speicherplatz: 340+ GB Platz zum Entpacken und Installieren,
170 GB nach der Installation; SSD oder NVMe empfohlen.

Im Gegensatz zu vielen anderen VR-Spielen, die auf einem einigermaßen performanten Laptop laufen, wird hier also deutlich mehr Dampf benötigt. Glücklicherweise habt ihr bei Interesse ja noch ein paar Tage Zeit, um Euer Hardware-Setup zu überdenken!

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