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Modnation Racers

Modnation Racers

Das ging doch mal richtig schnell. Auf der E3 im letzten Jahr kündigte Sony Modnation Racers für die PS3 an. Der Funracer erscheint bereits im Mai, und das sogar nicht mehr allein. Im Februar gab Sony bekannt, dass ein kleiner Bruder unterwegs ist: Modnation Racers für Playstation Portable. Und darum geht's heute.

Modnation Racers greift gleich von zwei Fronten an. Einerseits geht ab Mai ein Funracer an der Start, bei dem sich jeder seinen Charakter und sein Fahrzeug individualisieren kann. Auf der anderen Seite gibt es noch einen Streckeneditor, der es erlaubt, auch eigene Strecken zu kreieren. Das ganze Werkzeug dafür ist einfach zu bedienen und lässt trotzdem kaum Wünsche offen.

Vorgestellt werden muss sich das ganze ein bisschen wie Little Big Planet als Rennspiel. Aber weil natürlich so eine Rennstrecke im Vergleich zu einem Jump'n Run weniger komplex ist, wurde deren Erstellung vereinfacht. Trotzdem lassen sich hübsche Pisten produzieren, das zeigen schon die ersten befahrbaren Strecken im Storymodus.

Modnation Racers
Editoren für Mods, Karts und Rennstrecken sind auch in der PSP-Version fast vollumfänglich enthalten.

In der Vorabversion wird aber auch sichtbar, dass Sony trotzdem etwas sparen musste. Strecken können zwar noch immer "gefahren" werden, aber in die Höhe geht es nur noch für einen kleinen Huckel. Tunnel und ähnliches wurden gestrichen. Und auch beim Platzieren von Objekten muss auf der PSP wirklich jeder Baum einzeln auf das Feld gebracht werden. Aber keine Angst, völlig beschnitten ist es nicht. Die riesigen Berglandschaften können auch auf der PSP in die Höhe wachsen.

Die Umsetzung von Modnation Racers für die PSP zeigt aber zumindest eine Sache: Sony gehen offenbar die Ideen aus, wie dem Handheld aus seinem Software-Tief geholfen werden kann. Geräte verkauft man wohl, aber die Spiele kommen nicht so recht in Schwung. Kreative Kraft hat Sony zumindest lange nicht mehr investiert, sondern lediglich die gut laufenden Serien von der Heimkonsole auch für unterwegs zugänglich gemacht.

Inzwischen ist dieser Prozess so gut verfeinert, dass PSP-Besitzer ohne Wartezeit auf das eigentlich für die PS3 konzipierte Produkt zurückgreifen können. Wie üblich ist alles Wesentliche auch in der tragbaren Version enthalten. Unterschiede gibt es vor allem in Hinblick auf die Technik, dass wird sofort sichtbar. Das hübsche, glatt geföhnte Design von der PS3 kommt auf der PSP eher unsauber und grob daher.

Für Modnation Racers ist das eigentlich ein Problem. Denn zwei ganz wesentliche Dinge zeichnen den Titel aus: Die Grafik und der Stil sowie eben die Baukasten-Features. Als Funracer ist der Titel schon für die Playstation 3 nicht sonderlich herausragend und weit vom Referenzprodukt Mario Kart Wii entfernt. Irgendwie gelingt es Sony nur selten, das einzufangen, was Nintendo scheinbar mit Leichtigkeit gelingt.

Auf der PSP kommt zudem eine unmögliche Steuerung dazu. In der Vorabversion von Modnation Racers wurde das Rammen von Spielern beispielsweise so empfohlen, dass im Turbo eine Taste gedrückt werden muss. Konkret: Gas geben mit der rechten Schultertaste, Turbo mit gedrückter Kreis-Taste lenken mit dem Analogstick und dann bitte noch auf dem Steuerkreuz nach oben für das Rammen. Das kann nicht wirklich ihr Ernst gewesen sein.

Modnation Racers
Optisch ist das Spiel in der Unterwegs-Version natürlich deutlich abgespeckt gegenüber der Fassung für die Playstation 3.

Eine gelungene Idee ist hingegen das Turbo-Feature. Sowohl beim Driften als auch durch Drehungen bei Sprüngen kann die Turbo-Leiste gefüllt werden. Die gesammelten Turbopunkte kann man nun in einen Geschwindkeitsboost, einen Schild gegen feindliche Waffen oder aber in Angriffe wie Rammen und Stampfen investiert werden. Wer clever damit umgeht, hat auf den letzten Metern vor dem Ziel vielleicht den entscheidenden Vorteil.

Bei der Waffenauswahl dominiert dagegen Altbewährtes. Diverse Raketen, Bomben und eine Art elektrisches Feld, das Gegner im Umfeld lahm legt, all das passt irgendwie nicht so recht zum Funracer. Es macht Modnation Racers austauschbar genau dort, wo die Konkurrenz mit witzigen Ideen Einzigartigkeit erzeugt. Der größte Lichtblitz ist und bleibt wahrscheinlich wirklich der Streckeneditor.

In Sachen Optik schraubt man im Studio bei Sony Cambridge vermutlich noch und auch bei der Steuerung ist sicher nicht das letzte Wort gesprochen. Doch selbst wenn hier ordentlich nachgebessert wird, bleiben die Aussichten für das PSP-Spiel durchwachsen. Viele Alternativen gibt es nicht, dass ist richtig. Aber umso schöner wäre es gewesen, wenn Modnation Racers endlich der Titel zur bedenkenlosen Empfehlung geworden wäre.

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