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PEGI gibt Videospiele mit Casino-Inhalten ab sofort ab 18 Jahren frei

Wenn ein Spiel Mechaniken aufweist, die an Glücksspiel erinnern, trifft diese Regelung zu. Lootboxen zählen jedoch nicht und auch sonst gibt es Entscheidungsspielraum.

Mikrotransaktionen und die aggressive Bewerbung von Glücksspiel in Videospielen für Minderjährige haben in den letzten Jahren zu hitzigen Debatten zwischen Unternehmen, Spielern und Politikern geführt. Die europäische Agentur für die Klassifizierung von Medieninhalten PEGI (Pan European Game Information) hat nun beschlossen, sich an dieser Angelegenheit zu beteiligen und, soweit es ihre Mechanismen zulassen, entsprechende Inhaltswarnungen auszusprechen.

PEGI und die norwegische Medienbehörde werden ab sofort alle Spiele, die Inhalte "lehren oder fördern, die in Casinos gespielt werden können", automatisch mit einer Altersgrenze ab 18 Jahren ausstatten (Produkte, die in den nächsten sechs Monaten erscheinen haben eine Gnadenfrist, um notwendige Änderungen durchzuführen). Die Medien, die dieser Beschreibung entsprechen, sind bisher mit einer Altersfreigabe ab zwölf Jahren davongekommen, doch das ist länger möglich.

Welche Spiele zählen zu Casino-Games und welche nicht?

Diese Beschreibung lässt viele Fragen offen, deshalb haben wir die Zuständigen des europaweiten Gremiums kontaktiert und um Klärung gebeten (das Antwortschreiben findet ihr unten). Die Antwort unterstreicht, dass es einen gewissen Entscheidungsspielraum gibt: Spiele wie Mario Party, bei denen Würfelergebnisse über Sieg und Niederlage mitentscheiden, würden unserer Definition nach beispielsweise unter die Beschreibung von Glücksspielen fallen, während die PEGI das völlig anders sieht.

Beute- und Beutekisten sind nicht enthalten

Diese gesamte Kontroverse hat sich immer auf mehrere Beine gestützt: Wetten, Auktionshäuser und Casino-Simulationen sind eine Sache, Mikrozahlungen und zufällig ausgeworfene Beute eine andere. Der PEGI ist im Grunde egal, ob man sich mit echtem oder mit Spielgeld einen Vorteil erkaufen kann - Lootboxen sind bislang schließlich nur in wenigen Ländern verboten. Glücklicherweise haben mittlerweile viele Entwickler selbst eingesehen, wie schändlich diese Praktiken sind und entsprechende Änderungen in den Spielen vorgenommen. Trotzdem gibt es immer noch Entwickler, die den Spielern lieber das Geld aus den Taschen ziehen.

PEGI gibt Videospiele mit Casino-Inhalten ab sofort ab 18 Jahren frei
Besteht die Grenze also nur darin, dass Kinder nicht Poker, Roulette und Black Jack spielen dürfen, abweichende Variationen davon aber schon?

Die Antwort der PEGI:

"Die Definition, die wir für Spiele anwenden, in denen [Elemente von] Glücksspielen vorhanden sind, ändert sich nicht, nur das Ergebnis wurde aktualisiert: Wenn zuvor PEGI 12 ausgeschrieben war, gilt ab jetzt PEGI 18. Das angewendete Kriterium gilt weiterhin für Spiele, die Glücksspiel lehren oder verherrlichen, die man in Casinos und Wettbüros mit echtem Geld spielen kann. Wenn das Spiel nicht darstellt, wie das tatsächliche Glücksspiel abläuft, sollte das Kriterium nicht gelten.

In Bezug auf die Beispiele, die Sie uns gegeben haben: Spiele in der Mario-Party-Serie haben beim Verkaufsstart nicht das Glücksspielkriterium erhalten (deshalb gilt entweder die PEGI-Freigabe ab 3 Jahren oder eine PEGI-Freigabe ab 7 Jahren), während Dragon Quest diesen Deskriptor (und dementsprechend eine PEGI-Altersfreigabe von 12 Jahren) erhalten hat.

Mario Party 10 ist ein gutes Beispiel, da die verwendeten Bilder viele Menschen aufgrund der visuellen Assoziation an Glücksspiele denken lassen. Es ist jedoch in keiner Weise Glücksspiel. Das Spiel verwendet Spielautomatenbilder, um zufällig auszuwählen, welcher Charakter von Bowsers Kanonen getroffen wird (nur ein Beispiel). Die Slotmaschinen dienen lediglich der zufälligen Auswahl, es gibt keine Wetten oder Wetteinsätze, keinen Gewinn oder Verlust aufgrund eines zufälligen Elements (mit Geschick kann man der Kugel aus der Kanone immer noch entkommen).

Dragon Quest hingegen zeigt eine genaue Simulation eines Casinos auf. Es zeigt, wie man Spielautomaten und Roulette spielt, Einsätze macht, Wetten abschließt und Gewinne oder Verluste einsteckt - genau wie es in echten Casinos gespielt werden kann. Infolgedessen könnte ein solches Spiel in Zukunft eine PEGI-Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Wir verstehen, dass dies ein Missverhältnis sein kann, wenn wir die allgemeine Idee hinter dem Spiel betrachten. Gleichzeitig kann jedoch argumentiert werden, dass eine Casino-Simulation in solchen Spielen angesichts der heute erhöhten Sensibilität für Glücksspiele (im Vergleich zu beispielsweise vor zehn bis 15 Jahren) das Missverhältnis darstellt. Ein Publisher kann frei wählen, ob er das einsieht (und die höhere Bewertung akzeptiert) oder [die Glücksspielelemente] aus einem Spiel auslassen möchte. Zu diesem Zeitpunkt kann ein solches Spiel je nach zugehörigem Inhalt die Altersfreigaben PEGI 3, 7 oder 12 erhalten. Unsere Definition ist in ihrem Umfang begrenzt, aber es ist eine objektive Definition, die darauf basiert, was Glücksspiel im wirklichen Leben bedeutet."



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