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Kritiken
Pro Evolution Soccer 2010

Pro Evolution Soccer 2010

WM-Qualifikation geschafft, den besten Freund mit auf dem Sofa und das neue PES in der Playstation 3. Das Leben kann so schön sein. Eine kritische Liebeserklärung.

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Samstag Abend, kurz vor 19 Uhr. Die Deutsche Nationalmannschaft hat vor wenigen Minuten durch ein 1:0 über Russland ihren Weg zur EM 2010 geebnet. Draußen verbreiten vereinzelte Feuerwerkskörper die frohe Kunde. Neben mir auf dem Sofa sitzt mein bester Kumpel. In der PS3 dreht das neue Pro Evolution Soccer 2010 seine ersten Runden. Es gibt wohl kaum einen passenderen Moment, um das Spiel auszuchecken, was für das kommende Jahr die Messlatte des virtuellen Fußballs sein möchte.

Nach einem höchst dramatischen Intro, in dem die Hymne der Champions League gekonnt eingearbeitet ist, landen wir im Hauptmenü. Schlicht, schick und übersichtlich zeigt PES 2010 die verschiedenen Modi auf. Im Champions-Leaque-Modus werden die Spiele wie im Fernsehen in der Optik der Königsklasse präsentiert. Leider fallen bei hochklassigen Mannschaften wie Chelsea oder Arsenal die fehlenden Lizenzen negativ auf, sodass diese Teams nur als FC London und North London am Start sind. Deutsche Mannschaften fehlen in Pro Evolution Soccer 2010 gänzlich. Im Modus "Werde zur Legende" wartet, wie schon 2009, eine Ochsentour als Nachwuchskicker durch schier endlose Partien in der B-Mannschaft bis zum heiß ersehnten Einsatz in der Ersten Liga. Durch gute Leistungen werden Top-Teams auf uns aufmerksam und so gelingt der Aufstieg. Auch ein Meisterschafts- und Ligapokal-Modus stehen zur Verfügung, doch der Einfachheit halber dient ein Freundschaftsspiel als Einstieg. "El Classico" soll es sein: FC Barcelona gegen Real Madrid.

Schon beim Stadioneinlauf zeigen sich bei der Optik die ersten Verbesserungen. Von den Bartstoppeln bis zu den Falten; die Spieler sind extrem detailliert und sehen ihren Vorbildern fast schon erschreckend ähnlich. Auch das Stadion wird mit schönen Kamerafahrten und Lichteffekten beeindruckend in Szene gesetzt, auch wenn es sich in diesem Fall um das zufällig ausgewählte, fiktive Konami-Stadion handelt. Der Sound ist gut, die Stadionatmosphäre ist überzeugend. Nur bei einigen Kommentaren vom werten Hansi Küpper ist es nicht zu überhören, dass diese nachträglich aufzeichnet wurden.

Spielerisch zeigen sich erste Veränderungen zum Vorgänger bereits beim ersten Ballbesitz. Das gesamte Handling wirkt deutlich komplizierter. Pässe verlangen vom Spieler ein deutlich höheres Maß an Präzision und stupides Lossprinten wird nicht selten mit sofortigem Ballverlust bestraft. Besonders im Mittelfeld sollte voreiliges Drücken der R1-Taste möglichst unterlassen werden, da der weit vorgelegte Ball für die Verteidiger sehr leichte Beute ist. Auch beim Annehmen des Balles geht er häufig verloren. Kommt uns beispielsweise das Leder schnell entgegen, verspringt der Ball gerne und schon ist der Angriff hinüber. Auch wenn das Ausmaß solcher Fehler durch die individuellen Fähigkeiten eines Spieler bestimmt wird (ein Messi ist technisch versierter als ein Puyol), so stellt sich doch das Gefühl ein, es hier nur mit ungeschickten Kickern zu tun haben. Im Großen und Ganzen wirkt das Spiel im Vergleich zur Vorjahresversion zäher. Das drückt den Spielspaß.

Trotz zahlloser Ballverluste und eines technischen Trauerspiels wird die erste Partie deutlich mit 7:0 gewonnen. Überraschenderweise ist der gewählte Schwierigkeitsgrad nicht gerade anspruchsvoll, obwohl mit "Fortgeschritten" erst die drittschwersten Stufe angewählt war.

Dem Freund auf der Couch reichte bereits dieses eine Match abwarten. Eine Mehrspielerpartie muss her. Deutschland gegen Holland. Und auch hier herrscht, trotz anfänglichen Genörgels auf dem Sofa über das neue Handling, absolute deutsche Dominanz. Als wir uns in der darauf folgenden Partie im Schwierigkeitsgrad "Top-Spieler" versuchen, gehen wir regelrecht unter. Mehr wird dazu nicht gesagt... wir einigen uns auf den Level "Profi", der fordert ohne uns zu überfordern. Beim folgenden Schützenfest fallen besonders die Torhüter negativ auf, die sich in vielen Situationen schlichtweg dumm verhalten. Ein Problem, das leider auch in den höheren Schwierigkeitsgraden bestehen bleibt.

Am Tor in der 90. Minute in der ersten Partie trägt der Torhüter allerdings keine Schuld. Nach einem gekonnten Solo steht Miroslav Klose allein vor dem Keeper, täuscht an und schiebt lässig am irritierten Schlussmann vorbei. Sein anschließender Jubel lässt zwei verzückt grinsende Jungs auf dem Sofa zurück. Wie das Original schlägt er einen Salto und führt danach seinen charakteristischen Gruß aus. Ein individueller Jubel, wie er bei PES 2010 häufiger zu finden ist. Dieser letzte Treffer jedenfalls begeistert uns so sehr, dass es Zeit für eine Wiederholung wird. In der wunderschön zu betrachtenden Wiederholung, die beim Zoomen mit Un- und Tiefenschärfen spielt, tritt abermals der große Detailreichtum der Spielermodelle hervor. Die Trikots legen sich bei jedem Schritt in Falten und auf den Beinen ist jeder Muskel klar definiert.

Allerdings zeigen sich in der Zeitlupe auch kleine Macken. Der eigentlich angetäuschte Schuss von Miro Klose erstickt in einer abgehackten Bewegung und nichtsdestotrotz geht der Torhüter zu Boden, als wäre da tatsächlich eine Finte gewesen. Solche kleinen Aussetzer wirken sich rein spielerisch nicht aus, zumal sie sich nur sehr selten zeigen. Trotzdem rauben sie den schönen Bildern einen Teil ihrer Magie.

Es ist nun kurz nach Mitternacht - und nach inzwischen rund einem Dutzend gemeinsamer Partien verabschiedet sich der Mitspieler von der Couch. Der ideale Zeitpunkt, den um einige Managerfunktionen erweiterten Meisterschafts-Modus anzutesten. Solche halbgaren Lite-Manager wirken ja zumeist deplatziert und unnötig. Die schlichte und simple Umsetzung bei PES 2010 lässt allerdings keinen Grund zur Kritik. Die Finanzen sind im Blick, die Jugendmannschaft auch, so können wir bequem neue Spieler scouten. Das war es im Grunde auch schon. Insbesondere das Scouting sticht angenehm hervor, da wir, um neue potenzielle Spieler zu suchen, einfach unseren fest angestellten Scout beauftragen dürfen. Der übernimmt gleich die gesamten Verhandlungen und mit wenigen Knopfdrücken ist ein Zugang verpflichtet.

Im Laufe der ersten Saisonspiele werden die Taktikeinstellungen unter die Lupe genommen. Die sind sehr einfach aufgebaut: Soll ein Spieler etwa mehr über die Flügel kommen, drehen wir einfach den Regler bei "Angriffsart" herunter. Sollen die Spieler die Gegner schon früh attackieren, wird "Pressing" einfach hochgeregelt. So ähnlich funktioniert das auch beim Abwehrverhalten, bei Positionswechseln oder bei der Unterstützung durch die Mitspieler. Trotz der Einfachheit: Auf dem Feld sind die Auswirkungen nicht zu übersehen. Eine automatische Mannschaftsaufstellung gibt es auch. Auf Wunsch nach Tagesform oder Fähigkeiten.

Es ist spät geworden, wieder einmal. Trotz der anfänglichen Kritik und dem Gram über die "ungeschickten Kicker" schalte ich die Konsole mit einem gutem Gefühl aus und freue mich bereits darauf, am nächsten Morgen weiter zu spielen. Das Spiel mag vielleicht einen Tick zäher sein als der Vorgänger, die nervigen Ballverluste klingen jedoch mit wachsender Erfahrung deutlich ab. Offenbar möchte Pro Evolution Soccer 2010 den Spieler langfristig deutlich mehr fordern. Weniger Dribblings, schnelle, möglichst direkte Pässe. Wer das beherzigt, hat an PES 2010 lange und viel Freude. Und über die kleinen Macken lässt sich ohnehin leicht hinwegsehen.

Pro Evolution Soccer 2010
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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
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Tolle Grafik, realistisches Spielgefühl, einfache und wirksame Taktikoptionen
-
Dumme Torhüter, kleine Macken bei Animationen und Sound, etwas zäh
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ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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