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Film-Kritiken

Raya und der letzte Drache

Das neueste Werk der Disney-Animationsstudios versetzt uns in eine südostasiatisch angehauchte Fantasiewelt.

Obwohl die Animationsabteilungen von Disney nicht ganz mit Pixar mithalten können, waren sie in den letzten zehn Jahren sehr erfolgreich. Die Eiskönigin hat eine ganze Generation begeistert und selbst Zoomania hat beeindruckende Kritiken (und über eine Milliarde US-Dollar) eingefahren. Während den Filmen häufig die emotionale Tiefe und Mehrdeutigkeit der Pixar-Werke fehlt, sollte man sie im Auge behalten und Raya und der letzte Drache, die neuste Produktion des Unternehmens, hat neben bunten Farben viel zu bieten.

Raya und der letzte Drache spielt in der südostasiatisch anmutenden Welt von Kumandra, die wie ein Drache geformt ist. Nach dem großen Krieg gegen das böse Wesen Duun und seine Drachen, zersplittert das Land in verschiedene Nationen. Die Welt wird einzig vom Drachenjuwel des letzten Drachen Sisu zusammengehalten, das Druun verbannen konnte. Doch nachdem eben jenes Juwel zerstört wurde, kehrt der Fiesling wieder zurück. Um alle unter dem Einfluss seiner Macht Stehenden zu befreien, muss die junge Raya die Splitter des Juwels finden, die in den verschiedenen Nationen ihrer Welt verstreut wurden.

Während die junge Frau lernen muss, sich selbst und anderen Menschen zu vertrauen, erleben wir eine klassische Heldenreise. Die Geschichte ist keinesfalls schlecht, aber auch nicht besonders interessant. Die Botschaft ist klar und die Lehren, die wir aus den Ereignissen ziehen sollen, sind ebenso offensichtlich, wie sie effektiv vorgetragen werden. Dabei hilft es, dass die Figuren so lebendig wirken. Sowohl Kelly Marie Tran, als auch Awkwafina geben ihren Charakteren eine gewisse Glaubwürdigkeit und Benedict Wong ist als Krieger Tong wirklich sehr lustig. Alle Synchronsprecher sind in guter Form und gerade die herzergreifenden Momente sind nur deshalb so effektiv, weil die Darsteller ihren Figuren Wärme verleihen.

Raya and the Last DragonRaya and the Last Dragon

Raya und der letzte Drache setzt die Tradition toll animierter Filme da fort, wo Vaiana, Zoomania, Ralph reichts und Baymax - Riesiges Robowabohu aufgehört haben. Das Design der Drachen ist nicht besonders kreativ, denn sie wirken eher wie Charaktere aus My Little Pony auf Stereoiden. Die Reise führt uns durch gefrorene Einöden, von Laternen beleuchtete Märkte und sandige Höhlen, die alle sehr detailliert aussehen und gut umgesetzt wurden. Das hier ist eine Welt, in der ihr gerne mehr Zeit verbringen würdet, weil sie so toll ist.

Doch falls ihr Geschichten nicht mögt, die ihre Regeln in halsbrecherischem Tempo etablieren, dann ist es wohl eher kein Film für euch. Er ist zugänglich, geradezu choreografiert, aber erzählerisch absoluter Standard, der sich sehr stark bei viel größeren Geschichten bedient. Die Zutaten sorgen letztlich dann aber doch für ein prächtiges Resultat und machen Raya zu einem Film für die ganze Familie.

Raya und der letzte Drache kann vielleicht nicht mit Zoomania mithalten, ist aber ein gefälliger Film und das nicht zuletzt wegen der starken Darsteller und der lebendig wirkenden Welt. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Themen tiefgründiger behandelt worden wären. Der Film hätte vielleicht auch ein wenig länger sein können, um seinen großen Momenten mehr Raum zum Atmen zu geben. Trotzdem wärmt dieser Film unsere von COVID-19-geschundenen Seelen und ich habe die eine oder andere Träne vergossen.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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