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Resident Evil: Revelations

Resident Evil: Revelations HD

Capcom serviert die HD-Version des 3DS-Resident Evil - und macht den alten Fans damit ein echtes Geschenk.

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Mehr als ein Jahr ist es schon her, dass Resident Evil: Revelations seine Premiere auf dem Nintendo 3DS feierte. Von den Fans wurde das Spiel damals begeistert aufgenommen - und nun kommen auch die Besitzer von stationären Konsolen in den Genuss.

Heldin der Geschichte ist Jill Valentine, die als BSAA-Agentin auf der Suche nach ihrem verschwundenen Kollegen Chris Redfield ist. Ihre Recherche führt sie auf das gruselige Geisterschiff Queen Zenobia, das führerlos im Mittelmeer treibt. Zum Glück ist Jill auf dieser Mission nicht alleine. Wie seit Resident Evil 5 üblich, hat sie einen Partner an ihrer Seite. Der bärige, italienischstämmige Parker Luciani kann allerdings nicht von einem zweiten Spieler gesteuert werden.

Denn Resident Evil: Revelations ist im Kern ein pures Solo-Abenteuer. Trotzdem fühlt es sich besser an, die ersten Schritte in dem düsteren, heruntergekommenen Schiff nicht alleine machen zu müssen. Stimmungstechnisch zieht das Spiel nämlich ab der ersten Minute alle Register. Die engen Korridore, die zunächst nur von Jills Taschenlampe erleuchtet werden, sorgen für ordentliches Gruselflair.

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Resident Evil: RevelationsResident Evil: Revelations
Das Durchforsten des Schiffs wird durch Geheimnisse und die dichte Atmosphäre zur reinsten Freude.

Diese knisternde Spannung war in den frühen Serienteilen stets ein Kernelement, das in den letzten Jahren zusehends in den Hintergrund getreten ist. Doch nicht nur in dieser Hinsicht wagt Revelations einen Schritt zurück zu den Ursprüngen, auch viele Gameplay- und Gestaltungselemente wirken sehr vertraut. So ist das Schiff ein weit verzweigtes Labyrinth, das nicht linear erkundet werden muss. Gestoppt wird der Forscherdrang nur durch mit Symbolen verzierte Türen, zu denen erst die passenden Schlüssel gefunden werden müssen. Die eingebaute Karte kommt daher weitaus öfter zum Einsatz als bei anderen modernen Actionspielen. Wer optimal gerüstet in den Kampf ziehen will, muss sich darüber hinaus eigentlich sogar Notizen machen. Denn wie es sich für ein echtes Survival-Horror-Spiel gehört, ist die Munition knapp und Waffen-Upgrades mehr wert als pures Gold.

Das Durchforsten des Schiffs wird durch diese Geheimnisse und die dichte Atmosphäre zur reinsten Freude, die eigentlich nur durch das uninspirierte Gegnerdesign getrübt wird. Die schleimigen, käseweißen Monster sind ziemlich variantenarm und auch nicht sehr gruselig. Da wäre man mit den bewährten Zombies sicherlich besser gefahren.

Insgesamt kann sich die vom 3DS auf HD interpolierte Grafik durchaus sehen lassen. Die Charaktermodelle sind top, hin und wieder sticht aber die eine oder andere grob aufgelöste Textur ins Auge. Warum da nicht nachgearbeitet wurde, ist unverständlich, denn es hätte mit wenig Aufwand eine durchgängig gute Optik erreicht werden können.

Resident Evil: Revelations
Es gibt harte Designentscheidungen wie die Möglichkeit, sich total zu verlaufen oder ohne Munition vor dem Endgegner zu stehen. Woanders ist das ein No-Go, hier ist es ein Feature.

Auch systembedingt gibt es einige Unterschiede zum 3DS. Der fehlende Touchscreen macht einige Minispiele weniger interessant, ein Street Pass Feature zum Freischalten neuer Waffen und Upgrades gibt es natürlich nicht. Auch, dass man auf den großen Konsolen nicht in 3D spielen kann, verwundert etwas. Bei der eher anspruchslosen Grafik hätte es eigentlich drin sein müssen, eine stereoskopische Darstellung auszugeben. Ein weiteres Indiz dafür, dass 3D-Gaming auf dem absteigenden Ast ist.

Der Handheld-Herkunft des Spiels ist auch die Levelstruktur geschuldet. Das Abenteuer ist nämlich in 12 Episoden eingeteilt, die wiederum bis zu drei Untersegmente enthalten. Diese dauern von fünf bis zu 45 Minuten, was eine Gesamtspielzeit von sieben bis neun Stunden ergibt. Jede Episode wird durch eine Zusammenfassung der Geschehnisse eingeleitet. Dadurch erinnert das Spiel an eine TV-Serie, inklusive der typischen Cliffhanger am Ende einer Folge. Denn Jill ist nicht die einzige Protagonistin. In Nebensträngen der Handlung und in erklärenden Flashbacks übernehmen wir auch die Kontrolle über Parker Luciani, Chris Redfield und den flippigen BSAA-Agenten Keith Lumley.

Auch wenn diese Rollenwechsel ein Plus an Abwechslung versprechen, müssen manchmal bereits bekannte Gebiete noch einmal durchlaufen werden. Trotzdem ergibt die portionierte Herangehensweise auch auf den großen Konsolen Sinn, da sie für immer neue Motivationsschübe sorgt. Und der wie immer etwas trashigen und unnötig verworrenen Story kann man auch dann noch folgen, wenn man das Spiel mal ein paar Tage beiseite gelegt hat.

Resident Evil: Revelations
In Nebensträngen der Handlung und in erklärenden Flashbacks übernehmen wir auch die Kontrolle über Parker Luciani, Chris Redfield und den flippigen BSAA-Agenten Keith Lumley.

Echte Vorteile gegenüber der 3DS-Version gibt es aber auch. Die wichtigste Neuerung ist, dass der Genesis-Scanner jederzeit per Schultertaste aktiviert werden kann. Mit diesem praktischen Gerät spürt man versteckte Items auf und kann außerdem Gegner scannen, um Medizin zu gewinnen. Der Schnellzugriff hilft dem Spieltempo, denn auf dem Handheld musste der Scanner immer als Waffe ausgewählt werden.

Die Langzeitmotivation gewinnt durch die Option, nach dem Durchspielen noch einmal mit allen gesammelten und aufgelevelten Waffen von vorne zu beginnen. Der "Raid Mode", in dem man unter Zeitdruck auf Monsterjagd geht, wurde auch um einige Features erweitert. Zusätzliche freischaltbare Figuren und Waffen locken, zumal dieser Modus online im Koop gezockt werden kann. Und zu guter Letzt wird Resident Evil: Revelations in der HD-Version zum Nice-Price angeboten, also etwa 20 Euro günstiger als Vollpreistitel.

Diese Preisreduktion wirkt wie ein Zugeständnis daran, dass man hier ein "altes" Spiel kauft. Wobei man "alt" in diesem Fall mit "Old School" gleichsetzen sollte - und das ist für viele der geplagten Serienfans ein echtes Plus. Es gibt einfach viele schöne Déjà-vu-Erlebnisse. Die Innenausstatter der Queen Zenobia fanden es beispielsweise ganz normal, dass so ein Schiff ja aussehen könnte wie ein altes Herrenhaus. Oder ein Umbrella-Labor. Dazu passen realitätsfremde Rätsel, trashige Dialogsätze, das bisweilen schräge Charakterdesign und die optionale Classic-Steuerung. Und harte Designentscheidungen wie die Möglichkeit, sich total zu verlaufen oder ohne Munition vor dem Endgegner zu stehen. Woanders ist das ein No-Go, hier ist es ein Feature. Und das macht Revelations zum besseren Resident Evil 6. Jedenfalls für die Leute, die Teil 1 und 2 geliebt haben. An genau die richtet sich auch unsere Wertung.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
tolle Atmosphäre, echtes Resident Evil-Feeling, viel Abwechslung
-
simple Rätsel, einige hässliche Texturen, relativ kurze Spielzeit
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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