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Sexismus-Vorwürfe: MitarbeiterInnen verurteilen Gegendarstellung von Activision Blizzard aufs Schärfste

Ein Teil des Teams glaubt nicht länger daran, dass die Chefetage das Wohl der Angestellten im Sinne hat.

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Update, 27. Juli 2021, 17:22 Uhr:
CNN zufolge haben sich seit Anfang der Woche viele weitere Angestellte diesem offenen Brief angeschlossen. Ursprünglich waren es etwa 800 Menschen, mittlerweile seien es über 2000, heißt es in der Eilmeldung. Das ist ein Viertel der Belegschaft.

Originalmeldung:
Activision Blizzard wurde vergangene Woche vom kalifornischen Staat verklagt und nun wenden sich die eigenen Angestellten gegen das Unternehmen. Das Department of Fair Employment and Housing (DFEH) hat die Arbeitsbedingungen bei Activision Blizzard zwei Jahre lang ausführlich beobachtet und sie sind nach Abschluss ihrer Untersuchungen zu dem Entschluss gekommen, dass das Management eine Arbeitsumgebung geschaffen und aufrechterhalten habe, die vor allem Frauen systematisch schadet und benachteiligt.

Das Unternehmen hat seitdem mehrere Aussagen herausgegeben, die die Darstellung des Gerichts als "teilweise inkorrekt, veraltet und aus dem Kontext gerissen" beschreiben. Verschiedene Manager - Ehemalige wie Aktuelle - haben sich ebenfalls zur Angelegenheit geäußert, doch längst nicht alle zeigen sich einsichtig oder bemühen sich zumindest um den richtigen Ton.

Auf den sozialen Medien äußern sich die Angestellten währenddessen seit Tagen erleichtert darüber, dass die Situation im Studio endlich Aufmerksamkeit erhält. Nun wurde sogar ein offener Brief an das Management von Activision Blizzard verfasst, in dem weitere Vorwürfe gegen die Führungsetage erhoben werden. Über 800 Leute, das ist fast ein Zehntel aller Festangestellten, die für den Konzern arbeiten, haben dieses Schreiben unterzeichnet, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Verteidigungsversuche der Studioleiter werden darin als "abscheulich und beleidigend" beschrieben und sie entsprechen nicht den Werten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

"Wir glauben, dass diese Aussagen unserem anhaltenden Streben nach Gleichberechtigung innerhalb und außerhalb unserer Branche geschadet haben. Die Kategorisierung der Behauptungen als „verzerrt und in vielen Fällen falsch" schafft eine Unternehmensatmosphäre, die die Opfer ungläubig macht. Es lässt auch Zweifel an der Fähigkeit unserer Organisationen aufkommen, Täter für ihre Handlungen zur Verantwortung zu ziehen und ein sicheres Umfeld zu schaffen, in dem sich Opfer in Zukunft melden können. Diese Aussagen machen deutlich, dass unsere Führung unsere Werte nicht an die erste Stelle stellt. Sofortige Korrekturen sind von der höchsten Ebene unserer Organisation erforderlich."

"Unsere Unternehmensleiter haben behauptet, dass Maßnahmen zu unserem Schutz ergriffen werden, aber angesichts rechtlicher Schritte - und der beunruhigenden offiziellen Reaktionen, die darauf folgten - vertrauen wir nicht mehr darauf, dass unsere Führungskräfte die Sicherheit der Mitarbeiter über ihre eigenen Interessen stellen werden. Zu behaupten, dies sei eine 'wirklich verdienstlose und unverantwortliche Klage', während so viele aktuelle und ehemalige Mitarbeiter über ihre eigenen Erfahrungen mit Belästigung und Missbrauch sprechen, ist einfach inakzeptabel."

Die Mitarbeiter fordern ihren Arbeitgeber dazu auf, entsprechende Aussagen sofort zurückzuziehen und diejenigen, die entsprechende Absichten herausgegeben haben, umgehend zu ersetzen. Wenn ein Unternehmen nicht einmal von den eigenen Angestellten Rückendeckung bekommt, dann sieht die Sache wirklich schlecht aus. Selbst bei langanhaltenden Fans hat seit der letzten Woche ein ungläubiges Erwachen eingesetzt, doch der Tenor zeigt, dass nicht nur Activision Blizzard ein treibender Faktor ist, der Frauen und ethnische Minderheiten benachteiligt. Das Problem sitzt tiefer.

Sexismus-Vorwürfe: MitarbeiterInnen verurteilen Gegendarstellung von Activision Blizzard aufs Schärfste

Quelle: Bloomberg, Kotaku.



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