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Kritiken
Singularity 5

Singularity 5

Eine Welt zu bauen, die nur aus weißem und schwarzen Klavierlack sowie Gold besteht, hat wohl noch kein Entwickler gewagt. Ist das Spiel dahinter ebenso edel wie die Optik?

Indie-Studios wagen gerne mal stilistische Experimente. Und das Erstlingswerk der Franzosen von Monochrome geht in eine besonders extreme Richtung. Passend zum Namen des neuen Studios, dass aus nur einer Handvoll Leuten besteht, dominiert ein glänzendes Weiß, das mit etwas Schwarz kontrastiert wird - die einzigen Farbtupfer bestehen aus offenbar purem Gold. Das passt super zur Optik, die irgendwo zwischen der kalten Ästhetik von Sonys Aibo-Robotern und viktorianischem Steampunk liegt. Ich bin sicher, dass Kunsthistoriker dem Stil von Singularity 5 einen ganz eigenen Namen geben könnten.

Gut, dass dieses Spiel in Virtual Reality erlebt wird, denn so wirken die majestätischen Bauten des Paris einer fernen Zukunft besonders eindrucksvoll. Viel Zeit, die Aussicht zu genießen, bleibt jedoch nicht, denn eine Künstliche Intelligenz namens Moore, die diese Welt steuert, ist durchgedreht und kann nur mit Waffengewalt gestoppt werden. Diese Aufgabe wird natürlich uns als Spieler zuteil.

In einem prächtig feudalen Büro, das ein wenig an die Dishonored-Reihe erinnert, können wir vom Start weg jeden der verfügbaren fünf Level auswählen und in einem von drei Schwierigkeitsgraden loslegen. Singularity 5 ist ein Wave-Shooter, bei dem sich der Wiederspielwert aus der Punktehatz ergibt, und so wird der finale Score halbiert, wenn man auf „leicht" spielt. Trotzdem ist es eine gute Idee, erst einmal niedrig anzusetzen, denn das Spiel ist echt schwer - was laut Aussage der Entwickler auch so gewollt ist.

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Dabei ist das Gameplay so linear, wie es nur sein kann. Wir stehen einfach so auf dem Präsentierteller, während von vorne die unterschiedlichen Gegnertypen aus weiß lackierten Plastikrobotern auf uns zurollen, laufen oder fliegen. Dabei können wir jederzeit zwischen Pistolen und Granatwerfern umschalten, die beliebig auf die beiden Hände verteilt werden können. Auch Handgranaten können geworfen werden, später kommt als Waffe noch eine Maschinenpistole dazu. Die Feinde treffen wir am besten an golden schimmernden Punkten oder Ringen, bevor sie versuchen, uns mit komischen schwarzen Splittern die Sicht zu vermauern. Zum Glück kann man diese Barrieren einfach mit den Waffen wegschlagen, wie auch sämtliche anfliegenden Projektile, die manchmal allerdings sehr schnell sind.

Einige besonders dicke Gegner nehmen uns auch mit Laserstrahlen ins Visier, wir müssen ihnen durch Ducken oder beiseite gehen ausweichen. Sonstige Deckung gibt es im Spiel nicht, auch das Hoverbike, auf dem wir manchmal automatisch durch die Level gefahren werden, bietet keinen Schutz. So beschränkt sich die Taktik mehr oder weniger darauf festzulegen, in welcher Reihenfolge wir die Gegner eliminieren und welche Waffe wir dafür benutzen. In einigen Situationen bauen sich so viele Gegner vor uns auf, dass wir in einem regelrechten Kugelhagel landen, was sich dann ein Stück weit unfair und chaotisch anfühlt. Hier muss man definitiv einen kühlen Kopf bewahren, um auch nur die leichteste Schwierigkeitsstufe zu überstehen.

Viel mehr kann man zu dem Spiel auch gar nicht sagen. Es fällt definitiv in die Kategorie „Style over Substance" - die Optik ist originell und wirkt sehr wertig, eine tolle Leistung für so ein kleines Team. Das Gameplay funktioniert sehr ordentlich, gerade das Zielen funktioniert super. Die Maschinenpistole kann man sogar richtig ans Auge anlegen und durch ein sehr präzises Visier zielen - nur ist leider meistens gar keine Zeit dafür, so dass wir eher aus der Hüfte alles wegballern. Und dieser Baller-Rausch ist sicherlich Geschmackssache, genau wie der extreme Designstil vielleicht nicht jedem gefällt. Doch zum Glück kostet Singularity 5 aktuell nur knappe acht Euro, so dass man als VR-Freund auf jeden Fall zugreifen kann, und sei es nur, um sich mal die visuelle Opulenz des zukünftigen Roboter-Paris anzuschauen.

Singularity 5
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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
extrem stilsicheres Design von Bild und Ton, sauber funktionierende Spielmechanik
-
Gameplay beschränkt sich auf Dauergeballer, einige Abstürze während unserer Testspiele
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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