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Spider-Man: Dimensions

Spider-Man: Dimensions

Der Redakteur [STÖHNT] erleichtert. Er hat mit Spider-Man den letzten Level gemeistert, Mysterio besiegt und die Welt gerettet. Fühlt sich gut an, der Retter zu sein. Wie immer, nur dass es dieses Mal noch schöner ist. Weil ich mit gleich vier verschiedenen Spinnenmännern in den Kampf ziehen durfte. Dadurch ist Spider-Man: Dimensions quasi vier Spiele in einem.

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Das Setting des Action-Adventures ist simpel: Der unglaubliche Spider-Man (die Original-Version), hat in seiner Realität die Tafel der Ordnung und des Chaos kaputt gemacht, in vier Dimensionen verteilt. Sagt jedenfalls Madame Web, eine freundliche Mutantin mit seherischen Fähigkeiten und gleichzeitig begabte Telepathin. Sie bringt die vier Spinnen aus vier Epochen zusammen. Die heißen: der Erstaunliche Spider-Man, der Unmögliche Spider-Man, der Noir Spider-Man und der 2099 Spider-Man.

Hier [STÖHNT] der Redakteur erneut. Wegen der schlechten Textübersetzung, die man ertragen muss, weil es keine deutsche Synchronisation gibt. Dafür gibt es wirklich schlecht übersetzte Untertitel, die streckenweise mit lächerlichen, fett gedruckten Lautmalereien garniert sind. [SCHMERZENSSCHREI], sag ich da nur, und dafür gibt‘s noch ein [ZORNIGES BRÜLLEN] von mir. Wer gut Englisch versteht, der erfreut sich natürlich über die durchaus gelungenen Sprecher und die flachen Spidy-Witze.

Das Konzept der vier Charaktere geht dafür voll auf. Vier Spiele in einem heißt auch, dass es vier verschiedene Stile gibt. Der Erstaunliche und der Ultimative sind deutlich sichtbar im Cel-Shade-Look gehalten, mit feinen aber deutlich sichtbaren Outlines. Das gilt für Charaktere wie für den den gesamten Level. Die Optik ist schick, das Gameplay eindeutig auf leicht verdauliches Herumschwingen und Herumprügeln ausgelegt. Daran ist nichts auszusetzen, zumal Steuerung und Kamera nicht zicken und das Leben als Spinnenmann die meiste Zeit richtig Spaß macht. Mittendrin im Comicheft sozusagen, nur das man mitmachen darf.

Spider-Man: Dimensions
Der Erstaunliche Spider-Man mitten im Kampf gegen Juggernaut. Der dezent eingesetzte Cel-Shading-Look steht dem Spiel.

Der Noir Spider-Man ist die 30-Jahre-Version, kommt ohne Cel-Shading aus und schleicht zumeist im Dunkeln durch die Level. Hier wird Spider-Man: Dimensions zum Stealth-Adventure. Leise schwebt Spider-Man durch die Nacht und pflückt seine Gegner einen nach dem anderen aus der Deckung heraus. Ein Schuss Spinnennetz aus dem Arm, und schon baumelt der Bösewicht an den Straßenlaterne oder klebt gut verpackt an der Wand oder auf dem Boden. Leider hakt das Spiel hier häufiger, weil man im Schatten wenig sieht. Wenn Spider-Man dann eine Wand entlang krabbelt, fehlen schnell jegliche räumliche Referenzen.

Auch der Spider-Man 2099 braucht kein Cel-Shading-Look, badet dafür aber in einem endlosen Meer aus Farben. Entwickler Beenox hat hierfür seine Mitarbeiter offenbar für einige Tage mit kostenlosem LSD versorgt, damit sie eine Version von Transformers: Kampf um Cybertron in sehr, sehr, sehr bunt bauen. Besonders das Level gegen Electro ist im Prinzip ein einziger, kaum verständlicher Farbenrausch...

Gemeinsam ist allen Spider-Man-Versionen ihr Spinnensinn. Mit einem Knopfdruck werden Gegner durch Wände hindurch gesehen und alle wichtigen Levelziele sind sichtbar. Der Spinnensinn ist derart komfortabel, dass man ihn häufig lange Zeit aktiviert lässt. Gegner haben nun eine rote Aura und der Level ist in ein schummeriges Licht getaucht. Dadurch verpasst man leider mehr als einmal die in ihrem Ursprungsdesign hübschen Level.

Spider-Man: Dimensions
Spider-Man Noir - der dunkle Spinnenmann. Hier zählen Schleichen und viele Spinnenweben...

Die Level selbst sind eine Aneinanderreihung von gefälligen Prügeleien, unterbrochen von Schwingeinlagen und kurzen Bosskämpfen, bevor es am Ende gegen den großen Bösewicht geht. Die Liste der Gegner ist beeindruckend: Kraven, Hammerhead, Hobgoblin, Electro, Sandman, Vulture, Scorpion, Deadpool, Juggernaut, Goblin, Doctor Octopus, Carnage und natürlich Mysterio. Und auch Silver Sable hat einen kleinen Gastauftritt. Das Gameplay ist schlicht und nicht besonders aufregend. Es gibt einige nette Ideen wie jene Sequenz, in der wir uns selbst beim Kämpfen durch das Zielfernrohr von Kraven zuschauen dürfen, während der uns versucht, abzuballern. Komischer dagegen die Entscheidung, in Bosskämpfen zeitweilig in eine Ego-Prügelperspektive zu wechseln, um den Mutanten das Gesicht neu zu formen in einer Art, die ans Boxen bei Wii Sports erinnert.

Um den Spieler bei Laune zu halten, laufen 180 kleine Herausforderungen im Hintergrund, damit sich die Spinnenmänner hochleveln. Im Schicksalsnetz können die alle nachgelesen werden. Erfolgreich absolvierte Aufgaben liefern Spinnenessenz für die Charakter- und Kampf-Upgrades. Diese kleinen Missionen im Off sind herausfordernder, als man sich zunächst eingestehen will. Es geht meist lediglich darum, in möglichst kurzer Zeit eine bestimmte Aufgabe erfolgreich zu meistern, etwa eine Passage ungesehen zu durchklettern oder einen Haufen Mutanten schnell genug zu besiegen. Simpel, aber man bleibt gerade bei den Upgrades sonderbar gefesselt bei der Sache.

Spider-Man: Dimensions
In der Ego-Prügelperspektive geht es den Bossen zwischenzeitlich an den Kragen, eine komische Entscheidung.

Probleme hat das Game leider auch so einige. Dass die Zwischensequenzen in einem anderem, im Vergleich viel zu realistischen Stil produziert sind, mag man noch verzeihen. Üble Grafikfehler wie im Vulture-Level, wo Spider-Man zwischenzeitlich komplett in einem soliden Haus verschwindet und der Level neu gestartet werden muss, sind dagegen einfach das Resultat mieser Fehlersuche. Dass sich Spider-Man beim Schwingen überall festhalten kann, auch 200 Kilometer hoch oben an einem Satelliten, ist noch so ein "Fehler". Aber wenigstens sorgt der dafür, dass das Spiel immer Spaß macht und nie seinen Flow verliert.

Einer der besten Momente von Spider-Man: Dimensions ist der Deadpool-Level. Ultimate Spider-Man ist zu Gast in einer TV-Show ums eigene Leben. Dort darf man nach einigen eher linearen Erfahrungen endlich mal so richtig freischwingend hoch über der Offshore-Bohrinsel fliegen. Zwar folgen die Aufgaben weiter ihrem linearen Prinzip, aber hier macht es wirklich richtig Spaß. Was dann wieder schade ist, dass man drei lange Runden immer wieder und wieder einfach nur TV-Kameras kaputt machen muss. Variation sieht anders aus. Aber in der Angelegenheit haben sie sowieso an der einen wie anderen Stelle gespart. Die Gegnertypen sind für alle vier Spinnen über das gesamte Spiel identisch und haben nur ein anderes "Kostüm" an.

Auch Spider-Man macht eigentlich immer ähnliche Moves, angelehnt an seine jeweiligen Spezialfähigkeiten. Über das Upgrade-System kommt im Laufe der knapp achtstündigen Story einiges dazu. Aber das die 14 Level spielerisch sehr abwechslungsreich wären, kann man nicht sagen. Prügeln, fliegen, schleichen. Das war‘s. Ach nee, immer wieder muss Spider-Man zum Beenden des Levels irgendwelchen Arbeiter oder Forschern helfen, damit sie ihm helfen. Hier sind den Designern bereits nach zehn Minuten nachdenken offenbar die Ideen ausgegangen.

Fans von Spider-Man sind mit dem Titel sicherlich gut bedient. Das Wiedersehen mit vier Varianten und 14 Bösewichten ist ein schöner Spaß, allerdings ohne viel Anspruch und Spieltiefe. Sehr schade ist, dass ein Koop-Modus und eine Multiplayer völlig fehlen, obwohl man gerade letzteren gut hätte einbauen können, ähnlich wie das bei Transformers: Kampf um Cybertron gelöst ist. Und genauso gut wie das ist Spider-Man: Dimensions am Ende nicht.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Dezenter Cel-Shading-Look, vier Games durch vier Mal Spider-Man!
-
Eher zu kurz, kein Koop- und Multiplayer, streckenweise zu studpides Herumprügeln
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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