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Star Fox Zero

Star Fox Zero

Während das Spiel definitiv eine extrem frustrierende Steuerung hat, ist auf der anderen Seite das hohe Tempo immer wieder spektakulär und spannend.

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Wenn man über ein großes, klassisches Spiel schreibt, das einmal eines der wichtigsten Produkte eines wichtigen Unternehmens war, ist es immer ratsam, mit Vorsicht vorzugehen. Oft ist das ein Gefühl der Ehrfurcht, wenn ein Spiel Teil der Geschichte der Videospiele ist. Die darf aber nicht verwechselt werden mit einem Gefühl der Nostalgie, oder gar ersetzt werden durch die Angst vor den Fans, wenn man einen echten Mythos anmeckern muss.

Star Fox Zero also, das neue Kapitel von Nintendos beliebter Serie. Lange ist es her. Der Arcade-Flugsimulator will alle Vorteile der Wii U nutzen auf beiden verfügbaren Bildschirmen. Nun, selbst mit all den Erwartungen und Hoffnungen in Bezug auf eine starke Marke wie Star Fox, bleibe ich nach vielen Stunden mit dem Game immer noch verwirrt darüber zurück, was ich nun mag und wirklich hasse an Star Fox Zero. Ehrfurcht kämpft gegen echte Probleme, die sich im Spiel finden. Es lässt sich nicht verbergen: Star Fox Zero ist nicht die große Rückkehr für die Serie.

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Wir treffen unterwegs abwechslungsreiche Gegner, genießen das hohe Tempo und versuchen, unser Ziel zu erreichen.

Star Fox hatte sich schon immer auf hektische und sehr fein justierte Action konzentriert, ein Aspekt, der auch in Star Fox Zero sichtbar ist. Da Nintendo sich mit Platinum Games zusammengetan hat, ist die Ausrichtung des Spiels klar: Old School, exquisit ausgestaltet. Den ikonischen Arwing dürfen wir durch eine ganze Reihe von gut gestalteten Levels fliegen (zwölf im Story-Modus, plus acht Extralevel). Wir treffen unterwegs abwechslungsreiche Gegner, genießen das hohe Tempo und versuchen, unser Ziel zu erreichen.

Jedes Level besteht aus drei Phasen und schließt mit einem Bosskampf, den wir gewinnen müssen, um die Mission zu vollenden und zum nächsten Planeten zu reisen. Wer in der Mitte einer der drei Phase stirbt, muss die Mission von vorne beginnen. Das passiert häufiger, als einem lieb ist, gerade am Anfang. Denn Star Fox Zero ist ein Opfer der komplexen Dual-Screen-Steuerung auf dem Wii U-Gamepad. In der Tat bietet das Gamepad eine Egoperspektivensicht aus dem Cockpit. Es ist ein Erlebnis, dass alle Vorteile des integrierten Bewegungssensors des Geräts nutzt. Wir können mit dem Gamepad auf Feinde ziele, während der TV-Bildschirm eine Third-Person-Sicht auf das Level und den Arwing bietet, womit wir das volle Spielfeld sehen. In der Praxis schaut man fast ausschließlich auf das Gamepad (es sei denn, man spielt den lokalen Koop mit einem anderen Spieler) - und das ist das größte Problem in Star Fox Zero.

Obwohl diese Art der Steuerung in Spielen wie Splatoon ausgezeichnet funktioniert hat, verschlimmert es in Star Fox Zero alles. Denn über das Gamepad wird nicht nur gezielt, sondern auch das Kontrollsystem des Arwing gesteuert. Dadurch ist die Steuerung vor allem am Anfang des Spiels unhandlich und lange frustrierend. Obwohl man das Ziel-System und die Bewegungssteuerung direkt im Menü deaktivieren kann (in diesem Fall nutzt man dann einfach den ZL-Button), braucht es in jedem Fall locker mehrere Stunden Training, bevor man erfolgreich fliegen und in die Handlung eintauchen kann. Das zerstört für viele Spieler den Einstieg ins Spiel, zumal die Verwendung der Egoperspektive des Gamepads vorgeschlagen wird. Aber die ist wirklich schwer und komplex, selbst für Profis. Obwohl das Spiel mit einem Tutorial startet, reicht das nicht aus, um die Grundlagen der Steuerung gut zu erklären.

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Jedes Level besteht aus drei Phasen und schließt mit einem Bosskampf, den wir gewinnen müssen, um die Mission zu vollenden und zum nächsten Planeten zu reisen.

Um zu vermeiden, das man übermäßig frustriert wird und das Gamepad zornig in den TV-Bildschirm ballert, empfehlen wir dringend, einige Zeit im Trainingsmodus zu verbringen vor dem Start der Kampagne. Dieser Modus ermöglicht es einem in der Tat am besten, die verschiedenen Funktionen der drei verschiedenen Fahrzeugen zu erlernen. Ernsthaft jetzt, man MUSS das so machen. Alternativ kann man auch IMMER mit einem Freund spielen, da Star Fox Zero eine schöne, lokale Koop-Erfahrung für zwei Spieler bietet. In diesem Fall steuert ein Spieler das Fahrzeug, während der andere die Feinde abschießt. Eine effektive Lösung und es erlaubt zudem mit Freunden auf der Couch zu spielen - ein immer seltenerer Modus in zeitgenössischen Games.

Wenn man schließlich die Steuerung verinnerlicht haben sollte, ist man bereit für den Kampf. Und hier ist das Spiel dann tatsächlich am besten. In der Tat ist einer der faszinierendsten Aspekte in Star Fox Zero die Herausforderung, die perfekt zum Arcade-Style passt: Obwohl die verschiedenen Missionen leicht absolviert werden können, sind es die 70 Medaillen für besondere Leistungen, die einem alles abverlangen - zusätzlich zu einer Reihe von Geheimnissen in den Levels. All das erfordert größte Fähigkeiten und Geschicklichkeit des Spielers. Diese Komponente spielt sicherlich eine wichtige Rolle in Bezug auf die Langlebigkeit. Auch wenn das Spiel selbst in wenigen Stunden „erledigt" ist, kann es lange Zeit dauern, die schwierigsten Herausforderungen zu meistern.

Wir fliegen dabei nicht nur im Arwing, sondern pilotieren auch einen Walker und den Gyrowing, eine Art Drohne, die sich mit einer geringeren Geschwindigkeit als der Arwing bewegt, aber dennoch die Möglichkeit bietet, durch die Gegend zu fliegen. Darüber hinaus ist der Gyrowing mit einem kleinen Roboter ausgestattet, der Terminals hacken kann und damit Zugang zu engeren Passagen bekommt. Und schließlich ist das der Road Master, eine Art Kettenfahrzeug, das mit hoher Geschwindigkeiten über die Oberfläche der Planeten bewegt wird. Letzteres kann jedoch nicht in den Kampagnen-Missionen verwendet werden, sondern nur in den Bonusmissionen. Die Zugabe dieser drei neuen Fahrzeugen ist eine interessante Idee, die mehr Flexibilität liefert.

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Obwohl die verschiedenen Missionen leicht absolviert werden können, sind es die 70 Medaillen für besondere Leistungen, die einem alles abverlangen - zusätzlich zu einer Reihe von Geheimnissen in den Levels.

Schließlich sollte man sich die Amiibo-Unterstützung nicht entgehen lassen. Obwohl es keine exklusive Kollektion speziell für dieses Spiel gibt, werden die bereits vorhandenen Figuren Fox und Falco unterstützt. Mit Fox bekommt der Arwing seinen alten Stil zurück, ein "Muss" für die nostalgischen Fans, die auch die Waffen und Soundeffekte aus dem SNES-Spiel bekommen. Mit Falco wird das Flugzeug in eine sehr starke, rot-schwarze Kriegsmaschine verwandelt. Das Teil kann in der Tat nur verwenden, wer sie Spielsteuerung wirklich sehr gut beherrscht.

Ich bin am Ende sehr zerrissen wegen Star Fox Zero. Während das Spiel definitiv eine extrem frustrierende Steuerung hat, für deren Erlernen man sehr viel Zeit benötigt, ist auf der anderen Seite das hohe Tempo immer wieder spektakulär und spannend. Während der Inhalt eher ziemlich dürftig ist mit 20 Missionen, servieren einem die 70 Medaillen und der Wunsch, alles zu erreichen, eine große Langlebigkeit. Ich glaube, dass Nintendo - gerade mit der Unterstützung von Platinum Games - eine viel bessere Star Fox-Erfahrung hätte abliefern können. Aber am Ende ist Star Fox Null wird eine gutes Spiel für alle Liebhaber der Serie, die eine lange Zeit auf Fox, Falco, Peppy und Slippy gewartet haben.

Star Fox Zero
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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
guter Schwierigkeitsgrad, schöner Spielrhythmus, viel Fanservice, feiner Couch-Koop, ausgezeichnete Langlebigkeit
-
frustrierend zu erlernende Steuerung schreckt Einsteiger völlig ab, zu wenige Missionen
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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