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Steep

Steep

Der Wunsch nach Adrenalin und Schnee ist nachvollziehbar, Ubisoft will ihn mit Steep realisieren. Wir haben testweise den Absprung in den Alpen gewagt.

In den späten Neunzigern waren Snowboard-Games eine Konstante und ehrlich gesagt ziemlich nervig. Von Cool Boarders aus dem Jahr 1996 bis zur SSX-Serie und Amped 2001 - alles was man machen konnte, wurde zu Tode ausgereizt. Es wurde einfach langweilig, "cool" zu sein.

Jetzt tut einfach so als wäre das alles nicht passiert, denn das hilft. Stellt euch vor, das alles, was ihr über Skifahren, Snowboarden oder Paragliden wisst, entweder Erfahrungen aus erster Hand sind oder das ihr es aus Videos kennt, in denen Irre sich die Berge hinunterstürzen und dann bekommt ihr die Nachricht, dass Ubisoft versucht, die Seele und das Gefühl der extremen Wintersportarten einzufangen - und ihr neues Spiel Steep nennen. Jetzt seit ihr vielleicht interessiert oder solltet es zumindest sein.

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Nach ein paar Stunden am Rande meines persönlichen Limits auf dem Berg, wo ich an organisierten Events teilgenommen habe oder auch nur meine Tasche gepackt und die Möglichkeiten ausgereizt habe (und für Lacher: Auch das Unmögliche) zeigt sich schnell, dass Steep das Potenzial hat, eine nette Flucht aus dem Alltag zu bieten. Das Potenzial ist dabei so groß wie die Ambitionen der Teilnehmer des Events, schnell Heimweh zu bekommen und zurück in die Spiele ihrer Wahl hüpfen: Overwatch, Battlefield, Destiny, WoW - was immer es auch sein mag.

Die Kontrolle und die Steuerung von Steep fühlt sich für mich großartig an. Ob man Snowboard oder Ski fährt, am Paraglider hängt oder im Wingsuit den Berg entlang rast - das Gefühl von Bewegung ist überzeugend. Selbst laufen macht eine Zeitlang Spaß, einfach durch den Schnee stapfen und die Aussicht genießen und ab und an anhalten, um mit dem Fernglas Abwurfzonen zu untersuchen. Der Wechsel zwischen den Disziplinen geht leicht und schnell über ein Menü-Rad und man kann alles an jedem Ort probieren. Man ist nicht auf spezifische Aktivitäten auf der Karte gebunden, kann sein eigenes Ding durchziehen und bekommt trotzdem Erfahrungspunkte für sein Onlineprofil.

Es gibt sechs Möglichkeiten, Steep zu spielen. In Freestyler geht es um abgefahrene Tricks in Ski-Parks. Bone Collector notiert die G-Kräfte in Events, bei denen man auch die Zuschauer unterhalten muss. Pro Rider sind Rennen um den ersten Platz mit zusätzlichen Trickwertungen. Extreme Rider fordert die Spieler in dichten Wälder, während Freerider und Explorer zu gemütlichen Erkundungstouren einladen.

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Steep bekommt es gut hin, uns auf dem Berg abzusetzen und dort eine gute Zeit haben zu lassen. Beim Snowboarding und Skifahren wird das Momentum in Sprünge verwandelt - mit einfachem Knopfdruck wird abgesprungen und danach lassen sich auf Kopfdruck Drehungen, Flips und Grabs ausgeführt. Paragliding spielt mit der Kunst, thermische Aufwinde zu nutzen, die einen oft dicht an die Felsen locken und einiges an Nerven kosten, auch wenn Paragliding noch vergleichsweise gemütlich ist, im Vergleich zum Wingsuit. Der hat mir die meiste Freude gemacht. Hier sind schnelle Reflexe gefragt, wenn man dicht über den Boden donnert, um Extrapunkte einzufahren.

Jeder Sport und die dazugehörigen Events sind beeindruckend - sowohl die grafische Umsetzung als auch die Vielseitigkeit der Steuerung. Alles was man da draußen macht, versorgt uns mit Erfahrungspunkten und damit mit neuem Zeug für die Spielfigur. Mit dem starken sozialen Element macht Ubisoft das Spiel relevant für ein Publikum im Jahr 2016, dass gerne online zockt und Belohnungen einfach für das Dabeisein bekommt, ohne notwendigerweise besondere Fähigkeiten haben zu müssen, um an das lustige Zeug zu kommen. Am Ende des Tages geht es darum, Erfahrungen zu teilen.

Wer alles ausreizen möchte, darf das in Steep natürlich auch. Gelegenheitsspieler können sich aber auch mit Freunden in Gebieten treffen, die sie selbst noch nicht freigeschaltet haben - bis zu vier Spieler sind pro Server erlaubt. Es ist noch zu früh zu sagen, wie lange Steep die Aufmerksamkeit aufrechterhalten kann. Meine einzige echte Beschwerde wäre, dass die Punktevergabe ein wenig unübersichtlich ist mit vielen unerkennbaren Variablen - es geht eben nicht nur um den einen, fetten 1080. Wer der König des Bergs sein will, braucht wohl auch ein wenig Glück. Aber wenn die Beta im November startet, wissen wir mehr.

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