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Stoked

Stoked

Ein Snowboardspiel im Spätsommer - interessanter Ansatz von Publisher Midway. Stoked ist aber keine schlechte Einstimmung auf den Winter. Wir haben uns ein bisschen im Schnee gewälzt.

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Komplett eingepudert steht er da, der junge Boarder. Gerade aufgerappelt nach einem harten Slam, der direkt an einem Baumstamm endete, der aus dem Tiefschnee herausragte. Er wird aber umgehend wieder aufs Board gebeamt und nimmt neuen Anlauf. Nur langsam fliegen die Flocken vom Parka herunter, während wir sanft den Tiefschnee durchgleiten. Total eingeseift vom Slam. Da vorne kommt der Kicker.

Ein gigantischer Felsen, hinter dem lange nichts kommt, dann Felsen und ganz unten wieder Schnee zum Landen. Next try, ich muss einen Indy Grab machen, danach einen 360 und dann darf ich selbst aussuchen. Drei Tricks, eine Herausforderung - und ist die geschafft, gibt es Ruhm, Punkte und immer wieder mal neue Tricks und Items. Durch den Ruhm werden dann nach und nach weitere Berge freigeschaltet.

Stoked folgt diesem Muster - durchbrochen von leichten Variationen - auf allen fünf Bergen. Reichlich Herausforderungen warten an jeweils neun verschiedenen Absprungstellen, von denen wir vom Helikopter aus in die Action stürzen. Alle Absprungstellen sind der Beginn einer Abfahrt zu den Herausforderungen, die wie kleine Geschenke auf den jeweils knapp 45 Quadratkilometer großen Bergflächen verteilt sind.

Wir können die Herausforderungen spielen, müssen aber nicht. Manchmal geht es auch gar nicht anders. Da muss der Flow der offenen Snowboardwelt einfach so genommen werden, wie er kommt. Die Herausforderungen links liegen lassen und einfach den Berg runter sausen, auf der Jagd nach dem nächsten Highscore. Es ist wohl genau dieser Moment, der Stoked nett macht: Das Game ist angenehm drucklos.

Das setzt sich selbst dort fort, wo andere Funsportspiele gerne nervig werden: bei der Tricksteuerung. Zwar ist auch Stoked hier lange nicht perfekt, denn besonders die einzelnen Grabs lassen sich via Stick sowie dem linkem und dem rechtem Bumper nicht immer wiederholbar auslösen. Das nervt bisweilen arg, besonders bei jenen Herausforderungen, wo Kombinationen bestimmter Tricks gefordert sind. Und ohne die erfolgreich zu absolvieren, ist Fehlanzeige mit Fortschritt...

Eine super Idee bei der Steuerung ist allerdings die frei wählbare Ausrichtung des eigene Styles. Technikfreaks bauen voll auf den Hucker-Bonus. Der belohnt Spieler, die auf schnelle Spins und hektische Grabs stehen, damit, dass sie die Geschwindigkeit nach und nach weiter erhöhen können, um noch schnellere Drehungen hinzulegen. Styler hingegen arbeiten am Styler-Bonus. Hier werden langsame, kontrollierte Drehungen und längere Grabs belohnt. Das ist ein dermaßen offensichtliches Feature, warum hat es nur noch niemand so gut umgesetzt?

Der Multiplayer ist ebenso nett gemacht. Nahtloses Reindroppen in das Game eines Freundes ist umgesetzt durch frei setzbare Helikopterabsprungpunkte für bis zu acht Spieler, die einen Berg gleichzeitig fahren können. Sechs verschiedene Koop- und Battle-Herausforderungen, darunter die unvermeidliche Ich-mach-einen-Trick-vor-und-du-machst-ihn-nach-Nummer runden das kurzweilige Schneetreiben aus dem Einzelspielermodus online ab.

Optisch ist Stoked kein großes Kino. Der Schnee wirkt zwar einigermaßen realistisch, aber insgesamt versinkt der eigene Spieler eher einmal zu viel irgendwo ungewollt im Tiefschnee, bleibt vor einer Hütte stecken oder klemmt zwischen Baumstämmen fest. Das theoretisch tolle dynamische Wetter sorgt in der Realität für streckenweise stockdüstere Passagen, die wir weder in echt noch virtuell witzig finden. Cool am dynamischen Wetter ist, dass Schneestürme die Berge real verändern, so dass neue Sprünge möglich werden, wo vorher gar keine waren oder ehemals versperrte Passagen befahrbar werden. Das erhöht den Wiederspielwert ungemein.

Es bleibt natürlich die Frage, warum Midway ein Snowboardspiel im Spätsommer rausbringt? Entweder als Vorgeschmack auf die Snowboard-Saison. Oder weil sie einfach nicht rechtzeitig fertig wurden (in den USA ist der Titel bereits seit längerem am Start). Oder weil Stoked noch schnell auf den Markt sollte, da Midway einfach nicht mehr richtig existent ist in Deutschland? Die Antwort enthält ein wohl bisschen von allem. Spaß macht es trotzdem.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Guter Flow, frei wählbarer Style
-
Hängenbleiben am Berg, teils etwas umgenaue Steuerung
overall score
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