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Tales from the Borderlands

Tales from the Borderlands (Episode 1)

Es ist die erste Episode, der von Telltale brillant verlängerten Borderlands-Reihe. Ein Adventure mit Witz und Irrsinn.

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Die erste Episode eines Telltale-Spiels zu beurteilen, es ist jedes Mal wieder schwer. Immerhin bewertet man ein Spiel, von dem man erst ein Fünftel kennt und das hauptsächlich von seiner Geschichte lebt. Diese Kritik kann also nicht abschließend komplett sein, aber nach der kleinen Vorwarnung können wir uns intensiv dem ersten Kapitel von Tales from the Borderlands widmen.

Wir steuern im Adventure zwei Figuren. Zum einen Rhys, den Hyperion-Lakaien, der vor einem Scherbenhaufen steht, als seine angestrebte Beförderung platzt. Er will Rache an dem Penner, der dafür verantwortlich ist (das wäre dann Vasquez) und arbeitet an einem Plan, ihm den Kammerschlüssel zu stehlen. Die zweite Hauptfigur ist Fiona, eine Betrügerin, die als Teil eines Familientrios von der Oberfläche Pandoras aus operiert. Wir wollen nicht verraten wie, aber irgendwie kreuzen sich die Wege der beiden Protagonisten und das große Abenteuer beginnt.

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Tales from the BorderlandsTales from the Borderlands
Will man sich gegenseitig und auf Augenhöhe helfen oder sich lieber ständig in den Haaren liegen?

Zu Beginn finden sich Rhys und Fiona in Gefangenschaft eines mysteriösen, maskierten Unbekannten wieder, der die Wahrheit über ihr Abenteuer aus ihnen herauspressen will. Beide erzählen von dem Abenteuer jeweils aus ihrer eigenen Perspektive - mit einigen amüsanten Ausschmückungen. Das Schöne an dieser Erzählstruktur ist die große Freiheit bei der Auswahl der Dialogoptionen, während man für einige Halb-Wahrheiten von seinem früheren Partner angezählt wird.

Die Telltale-Spiele glänzen besonders bei den Charakteren und Tales from the Borderlands ist da keine Ausnahme. Man hat wirklich das Gefühl, die Macht zu besitzen, die zwei Hauptfiguren zu formen. Will man sich gegenseitig und auf Augenhöhe helfen oder sich lieber ständig in den Haaren liegen? Wie immer hat das alles keinen dramatischen Einfluss auf den Ausgang des Abenteuers, aber der Ton und die Attitüde von bestimmten Figuren verändert sich auf jeden Fall. Bei den zukünftigen Szenen erkennt man schnell, dass Rhys und Fiona das Abenteuer sicher nicht als beste Freunde beenden werden. Einige Gründe dafür werden bereits im ersten Kapitel deutlich - aber es gibt verschiedene Stufen der Feindseligkeit.

Rhys und Fiona sind aber nur zwei von den vielen interessanten Figuren, die auf Pandora geboren wurden oder bei Hyperion angestellt sind. Da gibt es Shade, der aussieht wie eine comichafte, noch beklopptere Version von Johnny Depp in Fear and Loathing in Las Vegas. Oder Vaughn, den gelbbäuchigen Kollege von Rhys oder Fionas Schwester Sasha und natürlich Handsome Jack.

Tales from the Borderlands
Die Tatsache, dass Beute und Geld parallel existieren, bietet eine Menge interessanter Optionen und Variationen.

In den letzten Jahren hat man sich an den bekannten Mix aus Rätseln, Konversationsoptionen und Quicktime-Events der Telltale-Spiele gewöhnt. Tales from the Borderlands hat bei diesen Elementen eine schöne Balance gefunden, die wirklich dem Tempo des Spiels hilft - selbst wenn dies auf Kosten von Erforschung und Erkundung geht. Es gibt einige langsamere Bereiche, in denen Rhys' kybernetisches Auge dazu benutzt wird, um mehr über Dinge in der Umgebung herauszufinden oder Beute aufzuspüren.

In einer Szene geht Fiona in den Slums an einem sterbenden Mann vorbei und hat die Wahl, seine Taschen zu plündern (und mit dem Geld einen Türsteher zu bestechen) oder dem Mann sein Geld zu lassen und eine andere Option für die Wache zu wählen. Das Geld kann aber auch gestohlen und nicht für die Wache eingesetzt werden, sondern für Ausrüstungsgegenstände, die man später wählen darf. Die Tatsache, dass Beute und Geld parallel existieren, bietet eine Menge interessanter Optionen und Variationen. Und vielleicht kann mit dem gesparten Geld irgendwas Verrücktes in Episode 5 freigeschaltet werden - wer weiß?

Während Telltale mit den schweren, etwas ernsteren Dramen gewachsen ist, wurde Tales from the Borderlands eine willkommene Rückkehr zu den Comedy-Wurzeln. Die unzähligen, teils billigen Wortwitze - ob visuell, physisch oder mit Referenzen und kleinen Hinweisen - zeigen deutlich, wie gut diese Art des Geschichtenerzählens und die Dialoge von Telltale mit der Welt von Gearbox Software zusammenpassen.

Das hier ist sicher die beste erste Episode, die Telltale Games bisher abgeliefert hat. Das Gameplay macht viel Spaß, selbst wenn es nur einige offene Areale zu entdecken gibt und dem Fluss der Erzählung kann man nur applaudieren. Wir können es nicht abwarten, das zweite Kapitel zu spielen, um herauszufinden, wie es weitergeht. Aber vorher wird die erste Episode ein zweites Mal gestartet und mit anderen Entscheidungen gespielt.

Tales from the Borderlands
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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
großartiger Plot, herrlicher Humor, brillante Erzählung, starke Charaktere, Loot
-
keine Next-Gen-Optik
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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