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The Dark Knight Rises

The Dark Knight Rises

Arkham City auf dem Handy entdecken? Da beschleichen einen doch gleich böse Vorahnungen. Doch es gibt Entwarnung, denn die Umsetzung des Kinohits The Dark Knight Rises ist tatsächlich einigermaßen umwerfend.

  • Lee West

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Eigentlich ist Gameloft dafür bekannt, bereits vorhandene Konsolentitel für den mobilen Gebrauch anzupassen. Nun aber haben sie einen eigenen Titel veröffentlicht, der mit seinen hohen Ambitionen große Erwartungen schürt. The Dark Knight Rises ist die Adaption des gleichnamigen letzten Teils von Christopher Nolans Filmtrilogie über den dunklen Ritter aus Gotham City. Gerade verglichen mit erfolgreichen Titeln wir Batman: Arkham Asylum und Batman: Arkham City haben sich die Entwickler von Gameloft also eine ganze Menge vorgenommen.

Doch die anfängliche Skepsis ist wie weggeblasen, als wir loslegen. Die Lichtstrahler der Stadt erhellen immer wieder den Nachthimmel und drehen ihre einsamen Kreise, während sich die Autos und Straßenlaternen in den immer größer werdenden Pfützen spiegeln. Der Regen prasselt unaufhörlich auf Batmans Schultern, als er von einem Dach aus Gotham City überblickt. Durchbrochen wird die Stille plötzlich von einer Stimme auf dem Funkgerät. Es ist Alfred, dessen Synchronisation so täuschend echt wie im Original wirkt, dass wir erst mit einem Blick auf die Credits wissen, dass es sich nicht um Michael Caine handelt. Auch Batmans raue und dröhnende Stimme wirkt überzeugend.

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The Dark Knight RisesThe Dark Knight Rises
Die Grafik ist einfach richtig gut für einen Unterwegstitel. Immer wieder staunen wir über abwechslungsreiche Umgebungen.

Mit dem Kampfsystem orientiert sich Gameloft zwar an Rocksteady, doch es fehlt am Ende die Vielseitigkeit, durch die sich die Gefechte auf den Konsolen auszeichnen. Durch die begrenzte Leistung des Handy-Displays war es aber vermutlich schlicht nicht möglich, die Stadt in der Komplexität der Konsolenversionen zu entwickeln. Mit zu viel Auswahlmöglichkeiten würden wird wohl auch bald den Bildschirm unter den Fingern nicht mehr wieder finden.

Verbrecher werden hier mit etwas einfacheren Methoden zur Strecke gebracht. Mit einem Knopfdruck schleudern wir einen anvisierten Gegner in die Luft, woraufhin Batman damit beginnt, auf ihn einzuschlagen und zu treten, bis schließlich eine K.o.-Sequenz erscheint. In brenzligen Situationen erscheint auch ab und zu die Möglichkeit, per Knopfdruck Angriffe zu blocken. Ein einfaches, aber sehr effektives Konzept.

Nach einigen Stunden stellen wir aber fest, dass es wohl doch etwas zu einfach ist. Abwechslung gibt es kaum und so treffen wir beim Durchstreifen der Stadt immer wieder auf eine Gruppe von Gegnern, drücke ein paar Knöpfe, sehen uns die Sequenz an und wiederholen das Ganze, bis alle Übeltäter am Boden liegen.

Bevor The Dark Knight Rises aber als langweilig abgetan wird, werfen wir an dieser Stelle mildernde Umstände ein. Denn wie schon erwähnt ist die englische Synchronisation super, ebenso wie die Musik, die ebenfalls nicht vom Film stammt. Noch dazu ist die Grafik schlicht beeindruckend, gerade wenn man beachtet, dass wir den Titel auf Geräten mit geringer Leistung spielen. Im Vergleich zu der erst kürzlich veröffentlichten Spider Man-Adaption ist diese Spiel fast von einem anderen Stern. Die in den Kämpfen so schmerzlich vermisste Abwechslung finden wir dafür in den unterschiedlichen Umgebungen. Dabei bewegen wir uns sowohl in Gebäuden als auch draußen und erkunden Gotham unter- und oberirdisch. Kleinere Minispiele wie das Knacken von Schlüssellöchern und andere Elemente lockern das Erlebnis nach den stumpfen Kämpfen auf.

Es ist eine rundum schöne Spielerfahrung, wobei wir der Geschichte des Films eins zu eins folgen und sie sowohl aus Batmans als auch Bruce Waynes Sicht erleben. Wer den Kinobesuch noch vor sich hat, sollte also eher auf den Freien Modus zurückgreifen und losgelöst von den Handlungssträngen in der Gegend herumschwingen und klettern.

So stupide die Kämpfe auch sein mögen, durch sie verdienen wir Erfahrungspunkte, die Batman in neue Ausrüstungsgegenstände investiert. Das gilt aber nicht nur für den Story-Modus, sondern auch für das Freie Spiel. Das ist besonders dann toll, wenn ihr den Film erst noch sehen, euch aber auf die anstehenden Prüfungen schon mal bestens vorbereiten wollt.

The Dark Knight Rises
Das Kampfsystem bietet nur wenig Abwechslung. Wir greifen mit automatisierten Mustern einen Gegner nach dem Anderen an, bis alle am Boden liegen.

Mit 24 Missionen im Story-Modus, von denen viele über eine halbe Stunde Spielzeit erfordern sowie drei weiteren Missionen im freien Modus bietet The Dark Knight Rises genug Inhalt und Spaß, um den Preis von knapp sechs Euro locker zu rechtfertigen.

Doch das Kampfsystem fühlt sich stark begrenzt an und die Entscheidung, die Actiontasten zu einer einzigen zu kombinieren, ist eigentlich nicht zu entschuldigen. Noch dazu fehlt die Möglichkeit, die Anordnung der Schaltflächen anzupassen, was die Steuerung der Kamera viel schwieriger macht, als es notwendig wäre. Die ist leider langsam und dumm, was dem Gesamteindruck des Spiels erheblich schadet. Dabei wird das Problem auf dem Iphone oder Samsungs Galaxy Note weniger deutlich als auf dem größeren Ipad.

Am Ende stolpert The Dark Knight Rises aber eher über die Begrenzungen der Hardware, als über die mangelnden Fähigkeiten der Entwickler. Zwar bietet auch das bereits erschienene Batman: Arkham City Lockdown eine schöne mobile Spielerfahrung mit einem unterhaltsamen Kampfsystem, aber The Dark Knight Rises bietet dafür ein Sandbox-Erlebnis, das auf mobilen Geräten seines Gleichen sucht.

Es ist ein unheimlich ambitioniertes Projekt, das leider nicht alle gesteckten Ziele erreicht hat. Aber man fühlt sich in keinem Fall betrogen, wenn man bedenkt, was man für die Hälfte des Kinoticket-Preises hier alles geboten bekommt.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
gute Synchronisation und Musik, wunderschöne und offene Spielwelt
-
langweiliges Kampfsystem, fixierte Knöpfe, dumme Kamera
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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