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The Surge

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Das Frankfurter Studio Deck 13 arbeitet an The Surge - einem Sci-Fi-Action-Adventure, das irgendwie auch ein spiritueller Nachfolger von Lords of the Fallen ist.

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in die Zukunft zu schauen. Für die einen ist sie fantastisch und strahlend. Andere betrachten die Entwicklung eher mit Sorge. Meist aber ist die Realität am Ende doch irgendwie so ganz anders, als wir sie uns ausgemalt haben. In der ZDF-Dokumentation "Richtung 2000" von 1972 wurde etwa spekuliert, dass heute viele Abläufe automatisiert sind und wir daher deutlich weniger arbeiten müssen. Fernsehen ist völlig interaktiv und wir können mit der Fernbedienung Dinge zu uns nach Hause bestellen. Nun, arbeiten müssen wir zwar heute immer noch genauso viel, aber mit dem Internet gibt es zumindest ein ähnlich funktionierendes System.

Wenn wir aktuell über das sprechen, was uns in ein paar Jahrzehnten erwartet, dann tauchen dabei immer öfter auch Roboter und technische Modifikationen für den Menschen auf. Und es gibt es wieder das Versprechen, dass wir aufgrund der Automatisierung weniger arbeiten müssen. Deck 13 sieht die Zukunft aber nicht ganz so rosig. In The Surge gibt es zwar viele Maschinen, doch auch Menschen sind ein Teil davon. Um die schwere Arbeit verrichten zu können, werden sie mit mechanischen Erweiterungen versehen, die sie besser und stärker machen. Das passiert auch an unserem ersten Arbeitstag im neuen Unternehmen. Irgendetwas läuft aber ganz gewaltig schief. Als wir aufwachen, ist der neue Arbeitsplatz zu einem Alptraum geworden und auch die Kollegen sind nicht mehr ganz so freundlich.

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Und entsprechend dem überraschenden Einstieg ist auch das Spiel aufgebaut. Es gibt kein wirkliches Ziel, außer zu überleben.

In diese kaputte Welt starten wir nicht als Held. Wir sind ein ganz normaler Arbeiter. Wir besitzen auch keine Waffen, sondern suchen uns erst nach und nach etwas zusammen, um uns gegen die tödliche Bedrohung durch die Maschinen und irre gewordene Arbeiter zur Wehr zu setzen. Und entsprechend dem überraschenden Einstieg ist auch das Spiel aufgebaut. Es gibt kein wirkliches Ziel, außer zu überleben. Erst nach und nach finden wir heraus, was schief gelaufen ist. Bis dahin müssen wir in dieser gefährlichen Umgebung alles nutzen, um voranzukommen. Eine der wesentlichen Mechaniken das Spiels ist es nämlich, dass wir wertvolle Waffen und Rüstungsteile von Gegnern erlangen müssen.

Obwohl The Surge einen ganz anderen Hintergrund hat und ein waschechtes Sci-Fi-Abenteuer ist, teilt es sich vieles mit Lords of the Fallen, dem letzten Projekt von Deck 13. Die Gefechte sind hart und können schnell tödlich enden, wenn wir Fehler machen. Wir kämpfen meist gegen einzelne Gegner, die sind aber fordernd. Es gilt, Bewegungsmuster zu lernen, im richtigen Moment auszuweichen und jede Lücke zum Angriff zu nutzen. Ein paar einfache Lakaien aus dem Anfang des Spiels, die wahrscheinlich einmal Menschen waren, bewegen sich wie sehr träge Zombies. Holen sie allerdings aus, folgt ein kräftiger Schlag, von dem man sich nicht erwischen lassen sollte. Und es gibt Kampfhunde in Roboterform. Sie sind deutlich agiler und nicht ohne weiteres zu besiegen.

Neu ist, dass wir auch entscheiden müssen, wo wir den Gegner angreifen. Anfangs machen wir das vor allem, um Schwachstellen auszunutzen. Damit lassen sich auch bestimmte Funktionen ausschalten oder die Bewegung einschränken. Später, wenn wir besser geworden sind, zielen wir aber öfter auf die gut geschützten Teile. Das erhöht die Chance, dass wir am Ende das entsprechende Teil für unsere eigene Rüstung nutzen können. Alles das, was uns an einem Gegner gefällt, sollen wir auch in irgendeiner Form für uns nutzen können.

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Es gibt zwar auch diesmal keine komplett offene Welt, aber sie ist zumindest wieder so gestaltet, dass wir bereits besuchte Gebiete erneut durchstreifen können.

Die Steuerung dafür ist denkbar einfach. Visieren wir einen Gegner an und ist die Kamera damit quasi fest eingestellt, können wir mit dem rechten Analog-Stick das gewünschte Teil von der Körpermitte her auswählen. Quasi als Bestätigung bewegt sich die Kamera noch ganz leicht in die entsprechende Richtung mit. Verteilt sich der von uns angerichtete Schaden nun beispielsweise zu 80 Prozent auf das linke Bein und zehn Prozent gehen jeweils auf Kopf und den rechten Arm, dann entspricht dies am Ende auch den Wahrscheinlichkeiten, mit denen wir bei der Abschlussattacke den Teil des Körpers abschlagen. An der Werkbank lässt sich dann aus den gesammelten Ressourcen eine für unseren Körper angepasste Version bauen und anfügen. Auch Waffen lassen sich auf diese Weise basteln.

Solche Implantate sind aber nicht nur äußerliche Modifikationen, sondern können auch wie eine Art von Software funktionieren. Ein Teil zeigt uns beispielsweise die Lebensenergie von Gegnern an und macht es damit vor allem vorsichtigen Spielern leichter. Allerdings ist die Zahl solcher Elemente begrenzt und wir müssen selbst entscheiden, welche Verbesserungen wir sinnvoll finden. Jan Klose, CEO und Creative Director von Deck 13, vergleicht das System mit Fähigkeiten wie Magie in Rollenspielen. Wir bauen uns den Charakter so, wie wir ihn haben wollen. Damit unterscheidet sich The Surge auch von Lords of the Fallen. Hier mussten wir zu Beginn zwischen vier Klassen wählen. Diesmal ist die Ausgangsbasis für alle gleich.

Es ist die konsequente Weiterentwicklung des bekannten Konzepts. Das gilt ebenso für das Leveldesign. Es gibt zwar auch diesmal keine komplett offene Welt, aber sie ist zumindest wieder so gestaltet, dass wir bereits besuchte Gebiete erneut durchstreifen können. In The Surge allerdings soll stärker gefördert werden. Einerseits warten noch Ressourcen und interessante Modifikationen auf uns. Zum anderen verspricht das Team viele Geheimnisse und verborgene Orte. Es soll Spaß machen, sich in dieser Welt frei zu bewegen und die gezeigten Szenen aus der Demo sowie Entwürfe für Schauplätze versprechen tatsächlich eine recht interessante Atmosphäre.

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Der Schwierigkeitsgrad soll in The Surge übrigens gleich bleiben. Deck 13 will lediglich daran arbeiten, uns die Herausforderung schmackhafter zu machen. Wer nicht lange nach der perfekten Rüstung suchen will, kann natürlich auch so versuchen, durch das Spiel zu kommen. Und sehr gute Spieler werden vielleicht die eine oder andere Abkürzung nehmen können. Die Erfahrung selbst ist aber schon fordernd genug. Und damit wir uns der auch wirklich aktiv stellen gibt es noch einen weiteren, interessanten Kniff. Eine blaue Leiste zeigt uns das Exo-Energy-Level an und füllt sich nur, während wir kämpfen. Nutzen können wir diese Energie beispielsweise, um uns dank bestimmter Implantate zu heilen. Wer also nur noch wenig Energie hat, wird angehalten, sich noch einmal ins Gefecht zu wagen, statt die Flucht zu ergreifen.

Einige mag es vielleicht geärgert haben, dass Deck 13 keine Chance für einen Nachfolger zu Lords of the Fallen bekommen hat. Allerdings führte die Entscheidung von CI Games immerhin dazu, dass wir uns nun im kommenden Jahr auf The Surge freuen können. Und das schaut sehr vielversprechend aus. Sollte es dem Frankfurter Entwickler tatsächlich gelingen, das Kampfsystem facettenreicher zu gestalten und mit einer besseren Balance zu versehen, dann sind die wichtigsten Hausaufgaben gemacht. Darüber hinaus soll uns eine Geschichte erwarten, die wir durch unsere Entscheidungen auch noch beeinflussen können. Bei solch einem Ersatz fällt es mir wirklich schwer, traurig über den Verlust zu sein.

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Eine blaue Leiste zeigt uns das Exo-Energy-Level an und füllt sich nur, während wir kämpfen. Nutzen können wir diese Energie beispielsweise, um uns dank bestimmter Implantate zu heilen.
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KRITIK. Von Kieran Harris

Wenn ihr auf der Suche nach einem fordernden Action-RPG seid, mit dem ihr die Soulsborne-Dürre übersteht, lass alles stehen und liegen - The Surge hilft euch aus.



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