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Thor: Das Videospiel

Thor: Das Videospiel

Thor und sein treuer Hammer Mjölnir in einem Videospiel. Seufz. Ganz schnell will man eigentlich nur noch eines machen dürfen: Dem Helden seine Waffe wiederholt direkt durchs Gesicht ziehen als Strafe dafür, dass Thor: Das Videospiel so unglaublich belanglos ist.

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Ein dümmlich brüllender Held, der in einer fast beispiellos hässlichen Umgebung auf einer Rachemission unterwegs ist - eigentlich ist jetzt alles gesagt, aber ein paar Zeilen muss ich dann wohl doch noch schreiben. Es muss einfach raus aus dem System.

Sega hat mit seinen Lizenzspielen im Marvel-Universum einfach kein glückliches Händchen, zumindest nicht aus meiner Kritikersicht. Vielleicht verdienen sie anständiges Geld damit, davor hätte ich ohne Frage Respekt. Aber vor einem Lizenzspiel, das einen bereits nach zehn Minuten langweilt, habe ich keinen. Ich hab's ehrlich versucht, mal wieder. Dem Spiel die gleiche Chance gegeben, wie jedem anderem Spiel. Manche nutzen sie, so wie Transformers: Kampf um Cybertron im letzten Jahr. Manche nicht, so wie Iron Man 2 und heute das Machwerk rund um die nordische Gottheit.

Am schlimmsten sind die Umgebungen. Wo andere Spiele mit viel Liebe zum Detail versuchen, Pflanzen natürlich darzustellen oder echte Straßenzüge präzise nachzubauen, ist bei Thor: Das Videospiel nur das Nichts. Leere Level in einer epischen Ödnis, gelegentlich durchbrochen von uninspirierten Gegnern und esoterisch bunten Regenbogenstrahlenplattformen. Und für die ist offenbar das gesamte Farbbudget drauf gegangen, denn meist dominiert ein dunkelblaugraubrauner Matsch. Das Design ist derart unappetitlich, dass man sich fragt, wer zur Hölle entschieden hat, dass Asgard wie ein extrahässliches Industriegebiet aussehen muss?

Thor: Das Videospiel
Der Held steht im Dunkeln - und hübsch ist das nicht...

Die Geschichte von Thor: Das Videospiel wurde speziell für das Spiel geschrieben, heißt es. Man fragt sich, warum eigentlich. Sie liefert faktisch nur einen permanenten Vorwand, um den Hammer zu schwingen und die langweiligen Jötun in Asgard und Niflheim zu zerschmettern. Eine sinnlose Story, deren Handlungsfaden sich bereits ganz am Anfang in der Bedeutungslosigkeit verliert. Als ich nach knapp einer Stunde in Niflheim den bösen Ymir persönlich kennen lerne, ist mein Interesse bereits so weit gesunken, dass ich entscheide, ab hier nicht mehr weiterzuspielen. Ich liebe meine Arbeit und werde sogar ordentlich dafür bezahlt, aber Schmerzensgeld kriege ich einfach keins.

Eine wichtige Quelle der Inspiration war offensichtlich die God of War-Reihe. Genutzt hat das nichts. Die Größe, die grafische Brillanz und das perfekt konstruierte Gameplay haben es leider nicht bis hin zum Marvelhelden geschafft. Entwickler Liquid Entertainment hat zu allem Überfluss die ohnehin schon viel zu inflationär genutzte Unreal-Engine verwendet. Deren Look ist einfach durch, wenn man nicht ihm ihm spielen will oder kann. Zu dem uninspirierten Leveldesign gesellt sich eine allgemein trübe Optik. Den Animationen von Thor etwa fehlt jede Leichtigkeit. Und sein Gesicht liefert das perfekte Beispiel für eine Fratze ohne jede Emotion, gekillt mit digitalem Botox.

Die Steuerung ist okay, wenn auch ein bisschen arg überfrachtet. Zwar gibt es nur zwei Tasten, um Schläge und magische Fähigkeiten zu verketten und eine dritte, um sich Gegner zu greifen. Aber Thors Hammer Mjölnir ist auch als Flugobjekt nutzbar und die größeren Endgegner dürfen wir greifen und dann besteigen, um sie zu besiegen. Wer dabei genügend Magiepunkte sammelt, darf unter Einsatz von Blitz und Donner mit einer enormen Attacke die Umgebung verwüsten - leider ist die aber bereits komplett verwüstet. Ein bisschen bleibt auch das Gefühl, mit wahllosem Tastendrücken ähnlich viel oder wenig zu erreichen wie mit kontrolliertem Spielen. Die Kämpfe in den Arenen sind zudem vorhersehbar, einfallslos und die Gegner leider selbst auf den einfachen Schwierigkeitsgraden zäh wie mutierte Kakerlaken.

Jeder Gegner lässt nach seiner Dematerialisierung ein paar Valor-Punkte übrig, die wir sammeln können, um die Fähigkeiten von Thor weiterzuentwickeln. Viel Tiefe bietet das nicht. Ein bisschen mehr Gesundheit hier, aufladbare Hammer-Attacken dort, dazu Nahkampf, Donner, Wind und Blitz in fünf Stufen. Noch langweiliger ist nur die Struktur des Spiels selbst, die einen einfach von einer Gegnerarena in die nächste treibt. In den Gängen zu den Arenen passiert derweil einfach gar nichts. Ihre einzige Funktion ist es, die Nettospielzeit künstlich zu verlängern. Oder jemanden wie mich daran zu erinnern, dass man besseres mit seinem schönen Leben anstellen muss, als diesen Quatsch hier zu Ende zu spielen.

Thor: Das Videospiel
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03 Gamereactor Deutschland
3 / 10
+
es ist ein Marvel-Spiel, kein Multiplayer
-
Tristes Level-"Design", belanglose Story, schwache Animationen, insgesamt nutzloses Spiel
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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