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Top Spin 4

Top Spin 4

Top Spin 4 ist ein klassischer Fall für Fans. Es ist der vierte Teil einer langjährig erfolgreichen Tennis-Simulation. Das heißt vor allen Dingen, dass es bereits drei gute Teile gegeben hat. Und was kann der vierte da nun besser?

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Zuerst einmal macht er nichts schlechter, was ganz ernsthaft schon ein großer Gewinn ist. Denn so mancher Entwickler dreht ohne Grund an der Steuerung herum und versaut dabei das Spielerlebnis. Das ist hier nicht passiert. Die Steuerung ist kurz gesagt super. Jeder Einsteiger spielt nach kurzer Zeit mit, jeder Kenner macht sich mit ein paar Neuerungen im Detail vertraut und dominiert wie gehabt. Die Schultertasten und Trigger steuern die erweiterte Kontrolle, der Rest sind bekannte Knöpfe. Die Details liegen in per kurzen Antippen ausgelösten Präzisionsschlägen und per langem Tastendruck angesetzten Powerschlägen. Hier zählt das richtige Timing - wie eigentlich immer bei Tennissimulationen.

Um die Grundkenntnisse und die Details zu erlernen, gibt es die Top Spin Academy. Dort lernt man die wesentlichen Techniken und Strategien für Grundlinien- und Angriffsspiel. 26 Lektion sind es insgesamt - nur schade, dass man dort nicht wie sonst überall mit seinem eigenen Typen spielt. Den eigene Tennisprofi baut man sich gemütlich zusammen im Editor, der drei Bearbeitungsebenen hat. In der erweiterten Profivariante kann man in Echtzeit mit Capture-Punkten im Gesicht rumspielen, wirklich nett. Wer will, kann sich selbst per Kamera ins Spiel reinfotografieren und mit einer etwas genaueren Version von sich als Ausgangsmaterial starten.

Das Offline-Herz des Spiels ist der Karrieremodus. Die Karriere ist unendlich angelegt und basiert immer wieder auf einer 12 Monate langen Saison. Jeden Monat finden ein Vorbereitungsevent und mindestens ein Turnier statt. Man fängt auf Platz 80 der Weltrangliste an und spielt sich in vielen, vielen, vielen Stunden nach oben. In der Karriere levelt man seinen eigenen Spieler so weit auf, um online auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Denn die Onlinegegner sind in der Regel wirklich hart. Trotz Matchmaking-System blieb das Gefühl, immer gegen Typen mit besseren Attributen spielen zu müssen.

Top Spin 4
Boris Becker schlägt auf - die Animation sind sehr schön geworden.

In jedem Modus des Spiels, egal ob off- oder online, sammeln wir Erfahrungspunkte für die Weiterentwicklung des eigenen Spielers in drei Bereichen: Offensive, Defensive und Serve & Volley. Bis zu Level 20 ist machbar, man muss sich aber für eine grundlegende Ausrichtung entscheiden, denn als kompletter Allrounder geht man online unter. Also entweder konsequent als Serve & Volley-Tier unterwegs sein oder eben als Grundlinien-Mauer. Im Karrieremodus zum Beispiel liefern nicht nur normale Spiel Erfahrungspunkte, sondern auch 49 Spezialevents - das sind Sponsoren-Herausforderungen, Traumduelle, Schaukämpfe und Extra-Aktivitäten. Bei letzteren rasseln die XP-Punkte auch für einen profanen Knopfdruck, ein bisschen sinnlos, aber was soll's.

Zusätzlich können wir einen Coach engagieren, um weitere Spezialfähigkeiten freizuschalten durch kleine Aufgaben im Off: 30 Longline-Bälle schlagen, 20 perfekte Aufschläge. Sind die vier Ausgaben pro Trainer erledigt, schmeißt man ihn raus und nimmt sich einen neuen. Klingt fast wie in der Fußball-Bundesliga. Jeder Coach bringt aber auch feste Bonus-Attribute mit, die während seiner Anstellung an uns geknüpft sind.

Die Optik von Top Spin 4 überzeugt, egal in welcher der sieben Kameraperspektiven. Es gibt statischere und dynamischere, weiter entfernte und näher am Geschehen orientierte Einstellungen. In allen lässt sich die Kamera fest fixieren. Nett ist, dass die Spieler in langen Ballwechseln je nach Arbeitsaufwand Kraft verlieren. Ein kleiner Balken zeigt das auf Wunsch immer an. Ebenso super ist es gemacht, dass man in längeren Matches und selbst nach langen Ballwechseln sieht, wie der Spieler anfängt, rote Backen zu kriegen und zu schwitzen. Natürlich lässt sich zudem die Grunzfrequenz individuell einstellen, irgendwo in einem der vielen Menüs. Wieso auch nicht?

Top Spin 4
Leuchtet ein kleiner Kreis, hat man per Antippen einen Präzisionsschlag auslösen. Ohne solche Timing-Manöver ist man schnell chancenlos.

Für die meisten Spieler ist das wesentliche Argument für Top Spin 4 der Onlinemodus. Neben normalen Quick-Matches wird vor allem der Onlinekarrieremodus World Tour Online viel gespielt. Es gibt hier schnelle Matches oder einzelne Turniere. In den Turnieren spielt man pro Saison gegen echte Gegner. Wer verliert, ist für das Turnier raus. Eine hübsche Idee sind auch die 2K Open, wo man mit allen anderen Fans gemeinsam den eigenen Lieblings-Pro zur Nummer Eins machen muss. Dabei erhöht jedes gewonnene Spiel das Ranking des Profis und gleichzeitig hat das Ergebnis Auswirkungen auf ein zweites, eigenes Ranking. 25 Profis sind am Start, darunter sieben Frauen und Altmeister wie Boris Becker, Ivan Lendl oder Björn Borg.

Das Game unterstützt stereoskopisches 3D für Xbox 360 und PS3 - und auf der PS3 darf optional auch mit der Bewegungssteuerung Move gespielt werden. Die funktioniert hinreichend präzise, so dass man ein erstaunliches Tenniserlebnis haben kann inklusive Top-Spin und Slices. Trotzdem ist am Ende die Controller-Steuerung intuitiver und natürlich die einzige, mit der man ernsthaft bei den Onlineduellen mithält. Eine Kinect-Steuerung haben sie bei 2K komplett ausgelassen - vermutlich aus gutem Grund. Move ist lustig im King of the Court-Modus, ein Tennis-"Partyspiel" für bis zu vier Spieler mit kurzen Matches. Mehr aber auch nicht.

Im Kern ist Top Spin 4 ein ernsthaftes Spiel. Eines für bedingungslose Tennis-Grinder, die ihren Charakter aufleveln, um dann online die anderer Aufmotzer herauszufordern zum gigantischen Schere-Stein-Papier-ich-zweimal-nach-rechts-dann-nach-links-Duell. So war das immer, so wird es immer bleiben. Nur jetzt wieder ein bisschen hübscher und besser eben. Schön.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Gute Steuerung, überzeugender Onlinemodus, schicke Optik
-
Komisches Online-Matchmaking, für Einsteiger online schwierig
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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