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Uncharted 4: A Thief's End

Uncharted 4: A Thief's End

Die ergreifende Geschichte fesselt einen von Anfang bis Ende - und das hier ist ohne Zweifel mein liebster Sonytitel auf der Playstation 4.

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Uncharted-Entwickler Naughty Dog ist vom kleinen Ausflug in die Zombieapokalypse zurückgekehrt und wendet sich dem vierten (und wohl letzten) Teil der Action-Adventure-Reihe zu. The Last of Us war ein Meisterwerk, also sind die Hoffnungen groß, dass davon auch einiges bei dem etwas etablierteren Franchise des Studios hängenbleibt - und das ist auch tatsächlich so.

Das mag vielleicht klingen, als wäre Uncharted keine so tolle Action-Reihe - nein, nein, das ist sie natürlich - aber nach dem Ende von Uncharted 3: Drake's Deception kam es zu leichten Ermüdungserscheinungen. Nach einigen großen Veränderungen bei Naughty Dog bringt Uncharted 4: A Thief's End nun Frische und Vitalität in das Franchise zurück. Das soll nicht heißen, sie hätten sich von den Vorgängern abgewendet, ganz im Gegenteil. Aber das Studio liefert das beste Spiel der Reihe und sicher eine der großartigsten Einzelspielerkampagnen, die ich je gespielt habe. Insgesamt dauerte mein Ritt etwa 15 Stunden, und während der gesamten Schatzjagd epischen Ausmaßes war das Tempo der Geschichte beeindruckend. Die Erzählung hat genug Wendungen und Überraschungen, um einen unruhig auf der Couch herumrutschen zu lassen und man klebt förmlich vor dem Bildschirm.

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Uncharted 4: A Thief's EndUncharted 4: A Thief's End
Das Spielerlebnis ist geskriptet und fokussiert, manchmal hätte ich mir aber wohl ein bisschen mehr Freiheiten gewünscht.

Die Charaktere sind schön herausgearbeitet und glaubwürdig, auch wenn man nicht immer mit ihren Entscheidungen einverstanden ist. Nathan und sein Bruder Sam sind charismatisch und treffen auf interessante Figuren -egal ob Freund oder Feind. Die strukturierte Spielerfahrung beeinflusst natürlich die Freiheit. Es gibt einige Sandkastenelemente, die ein bisschen Freiraum geben, aber insgesamt ist es ein sehr lineares Abenteuer, das uns von atemlosen Begegnungen aus in explosive Sets schickt. Aber man kann die Schienen der Achterbahn nicht übersehen, selbst wenn es ein Höllenritt ist.

Besonders, wenn man sich in seinem Truck auf den Weg in die Wildnis macht, ist man dagegen fast überzeugt, die Welt erkunden zu können. Aber die Illusion zerbröckelt, wenn man sich zu weit von jenem Weg entfernt, auf dem Naughty Dog uns haben will. Das Spielerlebnis ist geskriptet und fokussiert, manchmal hätte ich mir aber wohl ein bisschen mehr Freiheiten gewünscht. Das Spiel sieht wunderschön aus, mit herausragend gerenderten Spielfiguren und durchweg beeindruckenden, visuellen Effekten.

Auch jenseits davon liefert Naughty Dog ein nahezu fehlerloses Erlebnis. Der Nahkampf ist vielleicht ein bisschen schlicht geraten, aber das ist Absicht. Unsere KI-Kumpels gehen Ärger aus dem Weg und erhalten die Immersion hauptsächlich dadurch aufrecht, das sie in Deckung bleiben, wenn es nötig ist. Die Schleichpassagen fühlen sind auch wie ein Leichtgewicht an, weil die Gefahr einfach zu klein ist, falls man doch entdeckt werden sollte. Und schließlich ist Drake der netteste Psycho-Killer der Welt, erledigt während seines Abenteuers Hunderte von Gegnern, ballert Scharfschützen ins Gesicht und sprengt Patrouillen in die Luft, ohne auch nur darüber nachzudenken. Man kann in Gebiete schleichen und Deckung hinter praktisch platzierten Wänden, Kisten und Felsen suchen. Oder man schleicht durch hohes Grass, dünnt die Gegner aus bis alle tot sind oder man entdeckt wird - und dann die Begegnung mit Schusswaffen gelöst werden muss.

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Uncharted 4: A Thief's EndUncharted 4: A Thief's End
Die Umgebungen sind clever gestaltet und die Reise durch die Welt ist immer ein Vergnügen.

Das Ballern wiederum macht sauviel Spaß und geht schön in den Multiplayer über (dazu gleich mehr). Drake und seine Freunde geraten wirklich in viele Kämpfe. Manchmal gab es einen kleinen Bug, wegen dem ich nicht aus der Deckung heraus schießen konnte. Das ist aber auch meine einzige Beschwerde. Es gibt eine ordentliche Auswahl an Knarren, die jeden Spielstil unterstützen und die Munition wird eigentlich so gut wie nie knapp.

Die Umgebungen sind clever gestaltet und die Reise durch die Welt ist immer ein Vergnügen. An manchen Orten müssen kleine Rätsel gelöst werden und Drake muss oft und hoch klettern, so dass jeder mit digitaler Höhenangst die Hölle durchleben muss. Ein Fehltritt kann zu einem tödlichen Absturz führen, aber genau wie beim Tod im Kampf sind die Neustarts schnell und die Checkpoints nah. Manchmal verzeiht einem das Spiel fast zu viel, was ein wenig von der Spannung nimmt, die sonst so großartig aufgebaut wird.

Das Klettern und die Schusswechsel sind vielleicht in der Solo-Kampagne nicht so fordernd, aber das ändert sich, wenn man sich dem Onlinemodus zuwendet. Wir haben auf den Servern vor der Veröffentlichung gespielt, dort lief soweit alles gut. Die Beweglichkeit von Drake und seinen Kohorten bedeutet, dass die Kämpfe chaotisch sind, mit jeder Menge Action um einen herum von oben und manchmal sogar von unten. Spieler schwingen in tödliche Begegnungen an gefährlichen Engpässen und werfen Mysticals mit übernatürlichen Kräften, während sie auf den Karten, die aus der Kampagne adaptiert wurden, in Deckung kriechen.

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Uncharted 4: A Thief's EndUncharted 4: A Thief's End
Es ist ein wunderschönes Paket mit Stunden voller Unterhaltung.

Insgesamt macht der Multiplayer einen positiven Eindruck. Ein spaßiger Wettbewerb, der gut ausbalanciert zu sein scheint und viel Potenzial bietet. Es lauert sogar ein interessantes taktisches Spiel unter der Oberfläche, bei dem man gefallene Kameraden wiederbeleben kann, aber gleichzeitig sehr exponiert mit Gegenangriffen rechnen muss. Wenn man Gegner ausschaltet und Schätze einsammelt, verdient man Credits, die im Spiel für Ausrüstung und Upgrades verwendet werden können.

Dazu gehören zum Beispiel schwer gepanzerte Verstärkung und die schon erwähnten Totems. Die Perks sind sicher hilfreich, aber nicht zu übermächtig. Jede Runde ist vollgepackt mit Charakteren aus der Kampagne, die Kugeln und Einzeiler abfeuern, während Helden gegen Schurken antreten. Weitere Figuren können freigeschaltet werden und man kann mit Spielwährung Gegenstände kosmetischer Natur kaufen, um sich von der Masse abzuheben. Dazu kommen Aufgaben mit steigendem Schierigkeitsgrad, die man im Mehrspielersetting absolvieren muss.

Obendrauf kommen noch ein paar visuelle Filter, mit denen man herumspielen kann, Geheimnisse und versteckte Überraschungen, die auf die Sammler unter uns warten. Es ist ein wunderschönes Paket mit Stunden voller Unterhaltung. Und Entertainment ist hier auch das Schlüsselwort. Uncharted 4: A Thief's End landet einen Volltreffer mit seiner ergreifenden Geschichte, die einen von Anfang bis Ende fesselt und ist ohne Zweifel mein liebster Sonytitel auf der Playstation 4. Naughty Dog hat vielleicht keine Pläne, die Geschichte von Nathan Drake fortzusetzen, aber das hat auch seine gute Seite. Ich kann nämlich kaum abwarten, was das Studio wohl als nächstes abliefern wird.

09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
ergreifende Geschichte, einnehmende Spielwelt, interessante Details, grundsolide Spielmechaniken, guter Multiplayer
-
ein bisschen zu einfach, wenig Freiheit
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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