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Watch Dogs: Legion

Watch Dogs: Legion - Vier Stunden in London

Wir haben das neue Watch Dogs angespielt.

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Als Watch Dogs: Legion 2019 auf der E3 angekündigt wurde, war ich neugierig wie besorgt. Viele Spieler waren von den ersten beiden Teilen enttäuscht. Allerdings ist es Ubisoft schon früher gelungen, seine Marken aufgrund von Spieler-Feedback zu verbessern. Es ist also leicht zu verstehen, warum Watch Dogs eine weitere Chance erhält, um vielleicht jetzt zu erfüllen, was die Prämisse schon 2012 versprach. Nach einer Verschiebung und Neuankündigung durften wir jetzt endlich selbst ins Spiel eintauchen und sehen, was es zu bieten hat.

Das neue Watch Dogs spielt in der nahen Zukunft in einem leicht dystopischen London. In der Preview-Version übernehmen wir zunächst die Rolle eines gewissen Dalton Wolfe. Lasst euch an dieser Stelle aber nicht täuschen, denn Dalton ist nicht der Hauptdarsteller der Geschichte. Tatsächlich ist es Teil des Charmes von Legion, dass es keine Hauptfigur gibt, doch dazu komme ich noch. Die erste Mission bringt uns die grundlegenden Spielmechaniken und ein paar der Schlüsselfiguren näher und zeigt uns das Leben in der britischen Hauptstadt. Dieses Mal ist die Motivation nicht persönlicher Natur, wie es sonst so häufig üblich ist. Wir spielen in Watch Dogs: Legion nicht eine Person, sondern eine ganze Gruppe namens DedSec. Dieser Name dürfte euch bekannt sein, wenn ihr bereits die Geschichten von Marcus und Aiden erlebt habt.

Die Hacker-Gruppe wird beschuldigt, für eine Reihe terroristischer Anschläge verantwortlich zu sein und muss seine verfolgten Mitglieder schützen und die wahren Verantwortlichen stellen - einen düsteren und mysteriösen Gegner namens Zero Day. DedSec muss sich gegen die übergriffige und zunehmend diktatorische Gesellschaft zur Wehr setzen. Mehr wollen wir hier nicht verraten, um euch die Geschichte nicht zu verderben. Die Umsetzung der Welt, die Story und die Charaktere scheinen wesentlich besser gelungen zu sein als in den Vorgängern und wir sind wirklich gespannt, wie sich die Ereignisse entwickeln werden.

Watch Dogs: LegionWatch Dogs: Legion

Aber zurück zum großen Feature dieses Spiels: der Möglichkeit, eine Vielzahl an Charakteren zu spielen und ein Team zusammenzustellen, dem nahezu jede Figur im Spiel zugefügt werden kann. Ihr könnt jeden NPC - wen auch immer ihr wollt - rekrutieren. Egal ob Oma im Ruhestand, Bauarbeiter, Obdachloser... jeden, den ihr in London finden könnt. Die Figuren als NPCs zu bezeichnen, reduziert sie ein wenig und wird der Menge an Details nicht gerecht, die jede Person in Legion mitbringt. Sie alle haben ihre eigenen Leben, Aufgaben und Abläufe. Wir können mehr über die Charaktere herausfinden, in dem wir ihnen nachschleichen oder sie über das Computersystem ctOS K.I. beobachten. Das sorgt für eine realistische Welt mit Tiefgang. Jeder potenzielle Rekrut eröffnet eine Reihe von Fähigkeiten und Skills, die durch ihren Beruf und ihre Persönlichkeit definiert werden. Nur mit ihnen zu sprechen, reicht nicht, um sie für unsere Sache zu überzeugen. Warum sollten sie Teil einer Terrorgruppe werden wollen, die von den Autoritäten gejagt wird? Um sie für unsere Sache zu begeistern, müssen wir tief in ihre Leben eintauchen, ihnen bei ihren persönlichen Problemen helfen und ihnen zeigen, was der wahre Kampf ist.

Während unserer Anspiel-Session begannen wir als Vierer-Team. Erstaunlicherweise war es nicht so hart wie gedacht, eine Bindung zu Charakteren aufzubauen, obwohl wir ständig die Spielfigur wechseln. Alle haben ihre ganz eigene Persönlichkeit. Ob das an der Vielfalt der Sprachausgabe lag, den ganz eigenen Verhaltensweisen oder der Art, wie sie kämpfen, wissen wir nicht. Aber wir sind sehr neugierig, ob dieses Gefühl auch so stark ist, wenn wir selbst Leute rekrutieren dürfen. In der Demo sind wir nicht auf viele potenzielle Protagonisten gestoßen und konnten die Zwischensequenzen leider kein zweites Mal starten, um zu sehen, wie sich die Reaktionen der NPCs verändern.

Jedes Mitglied der Gruppe hat seine eigenen Fähigkeiten und ihr werdet sie regelmäßig wechseln müssen, um eure Missionen abzuschließen. Glücklicherweise sind die Übergänge geschmeidig und die Ladezeiten minimal. Wenn man bedenkt, wie fortgeschritten der Build bereits ist und dieses Spiel schon im März hätte erscheinen sollen, scheint es, als habe die zusätzliche Entwicklungszeit Watch Dogs: Legion gutgetan. Wenn ihr zu einer neuen Figur wechselt, seht ihr die vorherige, wie sie die Szene als NPC verlässt - ein nettes Detail, das die Immersion stärkt.

Watch Dogs: LegionWatch Dogs: Legion

Was das eigentliche Hacking angeht - eine Fähigkeit, die alle Charaktere besitzen - müssen wir leider sagen, ein wenig enttäuscht zu sein. Die Formel wurde nicht wirklich überarbeitet und fühlt sich nicht sonderlich authentisch an. Es ist natürlich schwer, eine Balance zwischen echtem Coden und einer zugänglichen Mechanik zu finden, aber das Hacking-Gameplay aus den ersten beiden Teilen ist merklich in die Jahre gekommen. Eigentlich würden wir erwarten, uns wie ein heimlicher Eindringling zu fühlen, dieses Gefühl konnte das Spiel leider nicht vermitteln.

Auch die Kämpfe hätten etwas mehr Ideenreichtum vertragen können. Wenn uns die Gegner nicht entdecken, können wir sie bewusstlos schlagen oder aus der Distanz erledigen. Wir können die Umgebung zu unserem Vorteil nutzen, Gegner beobachten und Fallen legen oder Ablenkungsmanöver starten. Mit Hacking verschaffen wir uns Zugang zur Ausrüstung unserer Gegner. Diese Grundmechaniken sind mitten im Kampf leicht einzusetzen, aber die kreativen Köpfe bei Ubisoft hätten sicher innovativere Lösungen finden können. Hoffentlich werden die individuellen Fähigkeiten der Figuren für mehr Abwechslung sorgen. Hier sei als Beispiel der Hooligan genannt, der Verbündete rekrutieren kann, die in ganzen Gruppen für uns kämpfen.

Die Haupt- und Nebenquests werden von einer Reihe weiterer Aktivitäten begleitet - das reicht von Minispielen bis zum üblichen Sammelzeug. Auch wenn fast jeder Ubisoft-Titel so strukturiert ist, nicht jeder Spielertyp dürfte an dieser Stelle mit Begeisterung reagieren. Trotzdem könnten wir uns vorstellen, dass die Jagd nach Sammel-Objekten in London wesentlich erfreulicher sein wird als noch in Chicago oder San Francisco, da kein Watch-Dogs-Sandkasten bisher so organisch wirkte wie dieser. Die Londoner interagieren miteinander und mit ihrer Stadt, was für eine sehr lebendige Atmosphäre sorgt. Ein Beispiel dafür ist ein Gebäude, das wir als Spieler nicht betreten können, aber zu dem die NPCs Zugang haben. Die Stadt wirkt lebendig und gibt uns das Gefühl, mit einem etablierten Ökosystem zu interagieren und nicht nur Markern zu einer Reihe von lose verbundenen Ereignissen zu folgen.

Alles in allem hatten wir eine vielversprechende, vierstündige Session mit dem neuen Watch Dogs und wir können es kaum erwarten, nach London zurückzukehren. Legion mag nicht perfekt sein und einige Mechaniken sind merklich gealtert. Dafür macht das innovative Rekrutierungssystem große Lust auf mehr. Wir sind uns sicher, dass Watch Dogs: Legion für einige Aufmerksamkeit sorgen wird. Ob es genügend neue Spieler begeistern wird, um Watch Dogs zu einer der ganz wichtigen Marken bei Ubisoft zu machen, muss sich allerdings erst zeigen.

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