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Wet

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"Get ready for Monkey Business" warnt uns Wet. Das zielt auf den schrägen Inhalt des Tarantino-esquen Actiongames ab. Wir haben mit Ruby in Zeitlupe geschnitzelt und geballert. Reichlich!

  • Kristina Wiik

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Das Timing von Wet ist nahezu vollkommen. Fast passend zum Kinostart von Quentin Tarantinos jüngstem Film Inglourious Basterds sickt Bethesda mit Wet ein extrem Tarantino-esques Game ins Rennen. Warum ist das wichtig? Nun, weil Wet im Prinzip ein zum Spiel gewordener Tarantino ist. Reichlich Ballern, reichlich Schwerter, reichlich überzeichnete Gewalt, dazu eine lächerlich schönen Frau als Protagonistin. Ka-ching, Jungs und Mädels!

Wet ist die Kurzform von "wetworks", ein Begriff, der den Fehlschlag einer Agentenmission bezeichnet. Das ist dann nass eben, nass wegen des Blutes an den Agentenhänden. Rubi, die Hauptfigur des Spiels, ist eine forsche junge Dame mit einer einzigen Absicht: Zu tun, wofür sie engagiert wurde und jeden aus dem Weg zu räumen, der ihr im Weg ist. Eine Auftragskillerin also. Die Story von Wet ist okay, aber nie wirklich kompliziert. Standardprogramm mit leicht voraussagbarem Ende. Aber genug der Nörgeleien.

Als Rubi werden wir in ein Meeting entsandt, um einen Koffer unserer Auftraggebers zu sichern. Nachdem das ganze Zimmer Ruby zum Opfer gefallen ist, rennt ein Kerl mit dem Koffer weg. Hinterher! Während der Verfolgung werden wir mit der Steuerung vertraut gemacht. Wobei das lediglich eine Übersicht ist, denn die Details erschließen sich erst im Laufe des Spiels. So wirkt anfangs das Gameplay eher zufällig, aber fast alles klappt intuitiv, so dass wir schnell dabei sind. Im Laufe des Spiels werden mehr Moves freigeschaltet, die wir mit den Punkten kaufen können, die es am Ende der Level für die Performance gibt.

Es ist unmöglich, über Wet zu sprechen, ohne Mr. Tarantino ein paar Mal zu erwähnen, weil die harten Actionsequenzen und der 70er-Jahre-Pulp nichts weniger als einer großen Huldigung des Stils von Tarantino gleichkommen. Das Konzept des Spiels ist dabei wirklich gut gemacht, aber es ist eine Schande, dass die Umgebung das Erlebnis immer wieder ruiniert. Viele Gebiete sind in sich geschlossen, so dass wir nie ein Gefühl des freien Erforschens genießen.

Das Spiel hat dennoch seine Höhepunkte. Ich bin nicht persönlich kein großer Fan von Quicktime-Events, muss aber zugeben, dass sie in Wet toll funktionieren. Das Springen vom Auto bis Auto und das gleichzeitige Bekämpfen der Gegner ist sehr beeindruckend gemacht.

Meine größte Sorge gilt der Ähnlichkeit der Missionen, sie sind zudem sehr voraussagbar nach einer Weile. Finden Sie ein Objekt X oder erledigen die Person Y, und töten dabei jeden, der versucht Sie aufzuhalten. Erledigen, wiederholen. Nicht falsch verstehen das alles bitte, aber ein Gears of War schafft es einfach, diese Art des Gameplays bis zum Ende spannend zu halten. Wet schafft das nicht.

Wie eingangs erwähnt, ist die Geschichte vorhersehbar und nicht sehr innovativ. Sie trägt ein kleines bisschen zur Atmosphäre und dem Unterhaltungswert bei, aber eine anständige Dialogzeile etwa fehlt leider völlig. Die Zwischensequenzen sind so langweilig, man sehnt sich nach ihrem Ende, um wieder die Kontrolle über Rubi zu bekommen. In dieser Angelegenheit fehlt dem Spiel alles, was Tarantinos Filme so toll macht.

Die Soundtrack des Spiels ist jedoch einfach nur brillant. Egal ob wir die Gegner zerteile oder erschießen, die Hintergrundmusik trägt in jeder Sekunde hervorragend zum Spielergebnis bei. Die Songs, eine liebevolle Selektion von den 70er Jahren bis heute, illustriert vollkommen die Idee eine Knarren-geilen Superheldin...

Wet würde zweifellos ein viel besseres Spiel sein, wenn es abwechslungsreicher wäre sowie bessere Dialoge und eine Story hätte. ASo ist und bleibt es in erster Linie ein Spaß und außergewöhnlich gewalttätige Erfahrung. Jetzt wo die Grippe-Jahreszeit hereinbricht, gibt es nichts besseres als einen leichten Fieberwahn und eine Runde Wet. Wer Pulp und die 70er Jahre liebt, den Tarantino-Style und Zeitlupen liebt, der darf sein Samurai-Schwert auspacken.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
Großartige Animationen, unglaublich cooler Soundtrack, packendes Gameplay
-
Monotone Missionen, sehr lineare udn absehbare Story
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

Zweite Meinung

Es muss nicht immer Hochkultur sein. Manchmal reicht es auch, einfach eine Runde mit Schwert und Knarre bewaffnet durchs Grindhouse zu wüten. Wet ist in der deutschen Fassung zwar des Blutes beraubt worden, aber das durchweg coole Gameplay leidet darunter nicht. In Superzeitlupe rutschen wir zwischen Gegnern hin und her, während es Combopunkte für besonders stylische Manöver und gelungene Treffer gibt. Das ist es, was den Spaß von Wet ausmacht: rotzige Coolness. Dass dafür fast komplett auf eine Story verzichtet wurde, schmerzt eher nicht. Dass die wenigen Dialoge vollkommen lippenasynchron umgesetzt sind, allerdings schon. Fremdschämen ist angesagt. Dafür kriegt der Soundtrack auch von mir zehn Punkte. Selten hat die Musik besser zum Game und seiner Action gepasst. Wet, dass ist willkommene weil einfache Abwechslung in einer komplizierten Zeit.

Meint: Christian Gaca und wertet 8/10

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KRITIK. Von Kristina Wiik

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