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WRC 10

WRC 10 angefahren

Im September wird KT Games die WRC-Lizenz nach zehn langen Jahren an Codemasters abtreten. Wir haben das neue Spiel Probe gefahren, um zu sehen, ob es diesem Erbe gerecht wird.

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Die Grafik geht in Ordnung und die Autos sehen toll aus, doch insgesamt ist das Spiel etwas zu dunkel, findet ihr nicht auch?

Eine Zeit lang hatte ich tatsächlich Hoffnungen für die WRC-Reihe. KT Games holte sich den GTR-2-Producer und Simbin-Veteran Diego Sartori an Bord und begann die guten Puzzleteile zusammenzusetzen, die sie längst vor sich liegen hatten. Das führte zu einigen WRC-Spielen, die nicht nur unterhaltsam waren, sondern uns gleichzeitig ein gutes Bild davon vermittelten, wie sich solch ein Rennen im Inneren der verschiedenen Rallye-Wagen anfühlt.

Ich gehöre zu den wenigen Racing-Puristen, die mit der lizensierten Reihe von KT Games viel Geduld hatten. Sowohl WRC 8 als auch WRC 9 waren im Kern gute Rennspiele, wenn sie nicht mit einem Lenkrad gespielt wurden. Die Unterstützung von Lenkrädern war schrecklich, besonders was die Geräte von Fanatec und den Bereich Force Feedback anbelangt. Trotzdem sorgten die gute Asphalt-Physik, die vielen tollen Strecken und nicht zuletzt die vielen Inhalte dafür, dass ich WRC 8 und 9 lange treu geblieben bin.

Mit KT Games' zehntem und vorerst letztem offiziellen WRC-Spiel (das Dirt-Rally-Studio Codemasters hat sich die Lizenz für die nächsten zehn Jahre gesichert) habe ich die Probleme der Vorgänger nun langsam satt, da sie leider auch den neusten Teil plagen. Meine Geduld ist am Ende und ich glaube auch nicht länger daran, dass KT Games irgendwann auf den Genregiganten Dirt Rally 2.0 aufholen kann. Statt die Ambitionen richtig zu nutzen, findet sich hier so viel ungenutztes Potential, sodass WRC 10 für mich bislang eigentlich nur WRC 9 mit leicht überarbeiteter Ausleuchtung ist.

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Auf dem Asphalt übertrifft WRC 10 sogar Dirt Rally 2.0.

WRC 10 bietet Strecken aus 19 Ländern mit insgesamt 122 Abschnitten. Monte-Carlo, Schweden, Kroatien, Portugal, Estland, Spanien, Italien, Afrika, Finnland, Belgien, Chile, Japan, Wales, Griechenland, Argentinien, Deutschland und viele mehr stehen zur Auswahl - und die Entwickler wollen weitere Strecken nachliefern. Ich habe nur leider das Gefühl, dass Qualität mal wieder durch Quantität abgelöst wurde. KT Games scheint einfach immer mehr Länder hinzuzufügen, ohne sich um die Strecken zu kümmern, auf denen sich die WRC-Fahrer in der Realität messen.

Die Rennorganisation WRC wird in diesem Jahr 50 und die Entwickler wollen das mit vielen klassischen Rallyes und Rallye-Wagen feiern. Es wird über 20 spezielle Herausforderungen mit klassischen Momenten aus der Geschichte dieses Sports geben. WRC, WRC 2, WRC 3 und Junior WRC sind die Klassen, die im neuesten Spiel vertreten sind und KT Gams hat während meines Interviews in der letzten Woche von 22 historischen und klassischen Crews gesprochen. Wir dürfen Colins Impreza aus dem Jahr 1997 steuern, den Sainz Celica Turbo GT4, einen 1981er Audi Quattro, einen Corolla aus dem Jahr 1999, einen Lancia Fulvia, einen Peugeot 205 T16 Evo 1 und einen 1973er Escort MKII fahren.

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Erwartet 122 Streckenabschnitte, doch nur etwa zwölf davon basieren auf realen Kursen.

Ein weiterer Aspekt, den sich die Entwickler vorgeknöpft haben, ist der Sound, der zu den großen Schwächen der Reihe gehört (neben der Lenkrad-Unterstützung). KT Games haben angeblich alle Motorengeräusche neu aufgenommen, aber meine Preview-Version hat mich davon nicht wirklich überzeugen können. Ich konnte kaum einen Unterschied zu den Vorgängern ausmachen und deshalb klingen die Motoren-Sounds für mich immer noch dünn, blass und unrealistisch.

WRC 10 lässt sich immer noch am besten mit Controller und Bumper-Kamera spielen, was kontraproduktiv ist, denn die Entwickler versprechen uns ja einen Rally-Simulator. Mich erinnert das eher an einen Arcade-Racer, der aber immerhin mit guten Rahmenbedingungen auskommt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in den kommenden drei Monaten bis zur Veröffentlichung noch ändern wird und wahrscheinlich soll es das auch gar nicht.

Der Fokus der Entwickler scheint ohnehin auf anderen Dingen zu liegen: Ihr könnt jetzt noch schneller als in den Vorgängern fahren und auf nahezu allen Oberflächen bremsen, ohne dass der Wagen anfängt zu schlingern. Vom Realismus verabschiedet sich diese Simulation somit also immer mehr. WRC 10 wird im September wohl keine großen Wellen schlagen, denn die Entwickler liefern das alte WRC 9 mit wenigen Veränderungen neu aus. Das muss nicht schlecht sein, aber ich habe mittlerweile einfach mehr erwartet.

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Ab nächstem Jahr wird Codemasters die Lizenz übernehmen.

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